Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
22. Februar 2010
Spiritualität wie bei den Nomaden der Steppe
Naturpädagogin bietet Mantrasingen in der Jurte an.
GLOTTERTAL.In den Weinbergen Glottertals, nah an der Natur, wird spirituelle Erfahrung möglich. Eine mongolische Jurte bietet das Gefühl der Geborgenheit, das Singen von Mantra-Liedern hilft, den Alltag zu vergessen und in eine etwas entrückte Sphäre einzutauchen.
So zumindest stellen es sich die rund zehn Teilnehmer vor, die der Einladung von Bettina Wessel-Hatzfeld am Freitag Abend gefolgt sind und in tiefster Dunkelheit den Weg zum großen Nomadenzelt gefunden haben. Ungefähr einmal im Monat empfängt die Naturpädagogin Interessierte, gleich welchen Alters und welcher Vorkenntnisse.
Spirituelle Lieder, die in der Gemeinschaft gesungen werden, sollen den Weg für die Erfahrung von Kraft und Verbundenheit öffnen. Die kurzen Texte werden in einfachen Melodien angestimmt. Besondere Harmonie entsteht in der Wiederholung der Lieder, in der Begleitung mit Instrumenten oder in der Bewegung in kleinen Choreographien. Mal singt jeder für sich, mal entsteht ein Chor, in den alle mit einstimmen. Die Teilnehmer, die sich am Freitag bei Kerzenschein in der Runde auf dem Zeltboden versammelt haben, mögen diese Lieder, weil sie ein Gefühl von Frieden geben.
Werbung
Aber nicht nur das Singen ist wichtig. Teilnehmerin Sabina mag es, vor dem Einkehren erst einmal den Weinberg hinaufzuklettern. Ein gutes Wegstück aus dem Ort zurückzulegen, ist wie ein Ausflug in die Wildnis. Intensiv ist auch das Naturerlebnis in der Jurte: als Wände werden hölzerne Scherengitter gespannt und mit Schafsfilz bedeckt. Der von ihnen verströmte Geruch erinnert an die mongolische Steppe. Teilnehmerin Ariane stellt sich gerne vor, wie ganze Familien unter dem Dach einer Jurte zusammen wohnen. Für sie ist das Nomadenzelt ein besonderer Lebensraum, in dem Angehörige mehrerer Generationen zusammenleben und rund um den Herd, der auch in der Glottertäler Jurte knistert, ihren Platz finden. Das war denn auch der Grund für Bettina Wessel-Hatzfeld, ausgerechnet im Südschwarzwald eine Jurte aufzustellen. "Die Nähe zur Natur und die Geborgenheit in der Gemeinschaft sind hier viel intensiver spürbar, als in einer Hütte mit Tisch und Stühlen", meint die Pädagogin, die hier, im geschützten Inneren der Jurte, vom Didgeridoo-Konzert bis zum Frühlingswochenende für Frauen eine ganze Reihe von Veranstaltungen anbietet, immer verbunden mit der spirituellen Erfahrung anderer Kulturen.
Für die abschließende Portion Kraft teilt Trainerin Grace am Ende des Singens den indischen Deeksha-Segen aus. Die Trainerin legt den Teilnehmern die Hände auf den Kopf und überträgt so Energie. So gestärkt dürften die Teilnehmer ganz beschwingt den Heimweg ins dunkle Tal hinab angetreten sein.
Autor: Axel Dröber
