11 000 Unterschriften für Minister

Michael Krug

Von Michael Krug

Di, 06. Dezember 2016

Görwihl

Landtagsabgeordneter, Landrat und Bürgermeister übergeben Protest gegen die Sperrung der Albtalstrecke.

GÖRWIHL/STUTTGART (BZ/mkg). Gibt es für die gesperrte Strecke der L 154 durchs Albtal eine bezahlbare Lösung? Der Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg, Winfried Hermann (Grüne), stellt für diesen Fall in Aussicht, dass die Strecke wieder geöffnet wird. Vorher aber wird das Ergebnis eines Gutachtens abgewartet, dass nicht vor Ende 2017 kommen wird. Um die Wichtigkeit der Strecke zu unterstreichen, war eine Delegation aus Bürgermeistern und Landrat im Verkehrsministerium, um 11000 Unterschriften gegen die Sperrung zu überbringen.

Die Unterschriften waren das Jahr über in den Gemeinden Albbruck, Görwihl, Dachsberg und St. Blasien gesammelt worden. Die L 154 ist seit Pfingsten 2015 ab der Tiefensteiner Brücke bis Hohenfels auf der Gemarkung Albbruck gesperrt. Untersuchungen nach einem Felsschlag hatten zum Teil ernsthafte Gefahren ergeben. Seitdem wird untersucht, ob Felssicherungen vereinbar mit Naturschutzbelangen sind.

Auf Einladung des CDU-Landtagsabgeordneten Felix Schreiner kamen Landrat Martin Kistler (Landkreis Waldshut) und die Bürgermeister Rainer Fritz (St. Blasien), Helmut Kaiser (Dachsberg), Carsten Quednow (Görwihl) und der erste Bürgermeisterstellvertreter Günter Kaiser (Albbruck) nach Stuttgart, um Verkehrsminister Winfried Hermann 11000 Unterschriften für den Erhalt der Albtalstrecke zu überreichen, teilt das Büro von Felix Schreiner jetzt in einer Pressemitteilung mit.

Mit der Vorlage dieser Unterschriften bekräftigten die Gemeindevertreter ein weiteres Mal ihre Forderung nach einer schnellen Wiederöffnung der Albtalstrecke. Das Fazit, das die Gesprächsteilnehmer nach dem intensiven Gespräch mit Winfried Hermann ziehen, fasst Landrat Martin Kistler wie folgt zusammen: "Es ist uns gelungen, dem Minister die Bedeutung der Albtalstrecke für den Landkreis Waldshut, die Menschen in der Region und für den Tourismus im gesamten Südschwarzwald deutlich zu machen. Wir sind froh, dass wir mit der Landespolitik im Gespräch sind. Das ist wichtig".

Es sei ein wichtiges Signal, dass der Landrat des Landkreises und die Bürgermeister der von der Sperrung der Albtalstrecke betroffenen Gemeinden nach Stuttgart gekommen seien. "Die Region zieht an einem Strang für den Erhalt und die Wiedereröffnung der Landesstraße. Ich freue mich, dass der Gesprächsfaden von Herrn Minister Winfried Hermann aufgenommen wurde", so Felix Schreiner, der zugleich verkehrspolitischer Sprecher seiner Fraktion ist und den Gesprächstermin beim Minister vermittelt hatte.

Die unglaublich große Zahl der Unterschriften bringe zum Ausdruck, wie die Sperrung von vielen Bürgern aufgefasst wird. "Gerade in dem durch Schluchten gekennzeichneten Gebiet sind diese kleinen Verbindungsstraßen wichtige Verkehrsadern", so Schreiner.

Der Verkehrsminister machte gegenüber der Waldshuter Delegation deutlich, schreibt Schreiners Büro weiter, dass er eine Lösung für das Sicherheitsproblem im Albtal finden möchte und äußerte großes Verständnis für den Einsatz zur Öffnung der Straße. "Nichts ist entschieden, bevor die noch anstehenden naturschutzrechtlichen Untersuchungen abgeschlossen sind. Wir rechnen mit den Ergebnissen in der zweiten Jahreshälfte 2017. Wenn wir für die notwendigen Sicherungsmaßnahmen eine bezahlbare und tragbare Lösung finden, ist das gut. Die naturschutzrechtlichen Anforderungen werden wir dabei beachten", so Minister Winfried im Beisein der Politiker aus der Hochrheinregion.

Im weiteren Verfahren werde nun im Rahmen eines Gutachtens geprüft, wie die umfassenden Sicherungsmaßnahmen an der Felssituation mit den Vorgaben der FFH-Verträglichkeit vereinbar sind. Für alle Beteiligten ist dabei klar: "Wir brauchen eine Lösung mit Augenmaß, die auch bezahlbar ist."