Ein Fest der Begegnung von Mensch zu Mensch

Karin Steinebrunner

Von Karin Steinebrunner

Fr, 07. September 2018

Görwihl

Pfarrer Bernhard Stahlberger zieht eine positive Bilanz des Görwihler Kultursommers und blickt bereits auf kommende Ereignisse voraus.

GÖRWIHL. Eine überaus positive Bilanz zog Pfarrer Bernhard Stahlberger nach dem fünften Görwihler Kultursommer. Wie auch bereits in den vergangenen Jahren sei eine zwar immer noch überschaubare, aber doch kontinuierliche Steigerung der Publikumsresonanz zu verzeichnen gewesen. Der Kultursommer sei internationaler geworden und habe auch sein Angebotsspektrum erweitern können. Am meisten hätten ihn persönlich die zahlreichen guten Begegnungen zwischen Einheimischen, Feriengästen und Kulturschaffenden gefreut.

In diesem Jahr besonders aufgefallen seien ihm die tiefen Gespräche, die gegenseitige Offenheit füreinander, aber auch der politische Aspekt, den manche Beiträge eingebracht hatten.

"Wir hatten eine ganze Palette von Nationen zusammen: Kanada, Frankreich, Deutschland, Schweiz, Lichtenstein, Usbekistan, Taiwan und China", zählt Stahlberger auf, vergisst aber auch nicht zu betonen, dass Künstler eigens aus Bremen oder Berlin nach Görwihl gekommen seien, und dass einige Kunstwerke auch dauerhaft in Görwihl bleiben werden. Auf musikalischem Gebiet betraf das bislang auf klassische Musik und Jazz fixierte Repertoire die Erweiterung zum einen um die Improvisationskunst von Dilshod Nazarov und seinen Freunden sowie um den freien Gesang von Rosemarie Jensen, zum anderen die Einbeziehung der Popmusik durch die Kammerpopband aus Freiburg.

Von Besuchern habe er Sätze gehört wie "Für mich war die ganze Woche Sonntag", oder "Ich brauche keinen Urlaub mehr, diese Woche war für mich schon genauso wie Urlaub". Auch er sei ganz erfüllt von dieser Woche. So nennt er sie denn rückblickend auch ein achttägiges Fest der Begegnung von Mensch zu Mensch. Alles war eingebunden in eine freudige Leichtigkeit des Miteinanders, an der teilweise auch Freunde und Angehörige der Künstler teilhatten, die eigens nach Görwihl gereist waren. Und die hochkarätigen Künstler kamen alle ganz für kleine Gagen zum Kultursommer. Kleine Gagen indes seien relativ, denn für Görwihl von seinem Pfarrgemeinderat und dem Stiftungsrat ein Budget für Kunst und Kultur zu bekommen und so viel Unterstützung erfahren zu dürfen, mache ihn sehr glücklich und dankbar, betonte Stahlberger. Auch die Frauen der umgebenden Frauengemeinschaften, der Dorfverein Tiefenstein, die KJG und weitere helfende Hände hätten zum Gelingen des Kultursommers beigetragen, sich beispielsweise um die Apéros im Anschluss an die Konzerte gekümmert und damit die Gäste zum Gespräch untereinander und mit den Künstlern ermuntert. Ein besonderer Dank galt Christof Stoll, der den Künstlern unermüdlich beim Aufbau ihrer Installationen geholfen hat und Brigitte Sommer bei der Ausarbeitung ihres Erzengels zur Seite stand, wofür sie ihm für seinen Hof als Dank eine selbst gemalte Hoffahne überreichte.

Den zahlreichen Gästen gab Pfarrer Stahlberger die bereits geplanten Termine für die kommenden Wochen mit auf den Weg. Das wird zunächst am Sonntag die Glockenweihe in Herrischried sein mit dem Konzert des Ensembles "frack-los" um 17 Uhr. Am 23. September gibt es in Görwihl um 17 Uhr ein Chorkonzert des Chorverbandes "Hochrhein", im Oktober sind gleich mehrere Konzerte anberaumt. Stahlberger plant, zukünftig regelmäßig an jedem zweiten Sonntag im Monat ein Konzert aufzunehmen. Und natürlich ist der Kultursommer 2019 auch schon in Vorbereitung. Stattfinden wird er vom 24. August bis zum 1. September.