"Orbi" hat schon so manchem Sturm getrotzt

Karin Stöckl-Steinebrunner

Von Karin Stöckl-Steinebrunner

Mo, 03. September 2018

Görwihl

Marco Schuler präsentiert im Görwihler Pfarrgarten sein Kunstwerk vor großem Publikum / Bei der Entstehung wurde das Werk kritisch beäugt.

GÖRWIHL (kss). Am Samstagabend präsentierte Marco Schuler im Pfarrgarten vor recht großem Publikum, darunter auch Görwihls Bürgermeister Carsten Quednow sowie der ehemaligen Schönauer Bürgermeister Bernhard Seger, seine Holzinstallation "Orbi". Im Anschluss gastierte die Kammerpopband von Johannes Büttner im Pfarrsaal, wo gleichzeitig nochmals der Video- Loop von Tobias Eder lief. Die Jugendlichen der KJG Görwihl sorgten mit Grillspezialitäten für das leibliche Wohl der Gäste.

Marco Schuler mutmaßte, sein "Orbi" müsse sich wohl etwas seltsam fühlen im Pfarrgarten zwischen Engeln, umrahmt von Gebäuden, sei er es doch gewohnt gewesen, über allem zu stehen, die direkte Verbindung sozusagen zwischen Himmel und Erde. Sein "Orbi" nämlich war 2012 auf dem Gipfel des Belchen aufgebaut worden, wozu die tatkräftige Hilfestellung von Bernhard Seger und seinen Mitarbeitern nach anfänglich kritischer Beäugung des Vorhabens wesentlich beigetragen hatte. Seger hatte sich von der Idee Schulers überzeugen lassen. Der Künstler wollte einen Raum schaffen, der nicht betreten werden kann, einen Ort des Geheimnisses, der indes gleichzeitig den Betrachter mit seinen augenartigen Öffnungen beständig anschaut und eine große Präsenz besitzt.

Dieser Idee zugrunde lag die Gemeinsamkeit aller drei großen Religionen, das Mysterium des Lebens als Verborgenes, Unantastbares zu begreifen. Nach dem Papstbesuch von 2011 erhielten etliche Künstler das Angebot, jeweils eine der am Flugplatz eigens aufgebauten Bänke für künstlerische Zwecke zu übernehmen. Schuler erklärte, er brauche gleich 30 davon – als Material für seinen "Orbi". An dem Tag, als auf dem Belchen der erste Schnee fiel, wurde er aufgestellt, und er hat seither so manchem Sturm getrotzt. Nun soll er auch in Görwihl mindestens alle vier Jahreszeiten einmal miterleben, und Pfarrer Bernhard Stahlberger meinte überzeugt, die Verbindung zwischen Himmel und Erde herzustellen, sei eine Aufgabe, die er immer noch wahrnehme.

Nach dieser Präsentation bot die Kammerpopband mit Schlagzeugerin Annerose Sostaritsch, Trompeter Wolfgang Zumpe und Techniker Hansi Grün unter der Leitung von Johannes Büttner Klassiker und Raritäten aus der Popgeschichte der 1980er- und 90er-Jahre. Sie boten auch Titel wie "Sir Duke" von Stevie Wonder, in denen der Trompeter sein Können beweisen konnte, und erklärten programmatisch: "Don’t give Hate a Chance".