Pfarrer segnet Wegkreuze

Hans-Jürgen Sackmann

Von Hans-Jürgen Sackmann

Fr, 07. September 2018

Görwihl

Schwarzwaldverein Görwihl hat zu einer ganz besonderen Wanderung eingeladen.

GÖRWIHL. Der Schwarzwaldverein Görwihl lud unter Leitung von Harald Scheuble zur Familienwanderung mit Pfarrer Bernhard Stahlberger ein. Zahlreiche Wanderer waren am Treffpunkt Waldeingang am Günnetsmättle erschienen und hatten das Ziel Oberwihl und Niederwihl zur Segnung von vier liebevoll restaurierten Wegkreuzen.

Nach knapp einer dreiviertel Stunde war man am ersten Wegkreuz auf dem "Kreuzle Bühl" etwas oberhalb der Fuulbachhütte in Oberwihl angekommen, wo auf einem ehemaligen Köhlerplatz seit Menschengedenken ein Kreuz steht. Die Gruppe war mit den dazugestoßen Oberwihlern und Niederwihlern komplett und auf mehr als 40 Wanderer angewachsen. Harald Scheuble war angenehm überrascht über das große Interesse. Er bat Pfarrer Stahlberger, das von der Familie Homburger restaurierte Wegkreuz zu segnen, was dieser gerne tat.

Die Zeit drängte, und durch die große Anzahl Teilnehmer bedingt, ging es etwas langsamer zum Gewann Hoheneck oberhalb von Oberwihl in Richtung Hogschür. Das ehemalige Grabkreuz war von den Familien Faller und Lehmann vor langer Zeit im "Franze Loch" in einer Senke aufgestellt worden, aber war nicht mehr zugänglich. Der Schwarzwaldverein zusammen mit der Familie Schindler-Huber aus Rotzingen hatte das Gusskunstkreuz geborgen und restaurieren lassen. Der gefundene Standort ist wunderbar gelegen, mit herrlicher Aussicht in die Schweiz und auf den Höchenschwander Berg. Mit der neu aufgestellten Ruhebank lädt er zum Verweilen ein.

Aber erst ein anderes Mal ist Verweilen angesagt, denn die Teilnehmer an der "Kreuzwallfahrt" zogen weiter durch Oberwihl in Richtung Winterhalde, sprich Eckweg, wo es an einem frisch ausgekofferten Waldweg das dritte Wegkreuz zu segnen gab. Es war eines der drei Kreuze, die der damals verschmähte Junggeselle Eduard Strittmatter aus Niederwihl in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts aufstellen ließ. Das Wegkreuz war vom Schwarzwaldverein renoviert und zugänglich an den Wegesrand versetzt worden.

Weiter ging es zum letzten Kreuz an der Verbindungsstraße Niederwihl nach Tiefenstein. Dort wurde von der Familie Kunzelmann ein in der Sandgrube Schachen gefundenes Kreuz nach vollständig erfolgter Restaurierung aufgestellt. Der Platz unter der Linde bekam ein neues Gesicht. Auf der neuen Bank kann man sich niederlassen und die Aussicht auf den Schildbach beziehungsweise nach Rüßwihl genießen.

Pfarrer Bernhard Stahlberger segnete nicht nur jedes Kreuz, sondern entzündete bei allen vier restaurierten Wegkreuzen eine Kerze, was zusammen mit dem schönen Blumengebinde einen feierlichen Rahmen abgab.