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16. August 2012

Stattliche Produktpalette

BZ-SERIE: Selbstvermarkter in der Region / heute: Familie Gerspacher und ihr Eichrüttehof.

  1. Den Umstieg auf Mutterkuhhaltung und die Eröffnung ihrer Vesperstube mit Übernachtungsmöglichkeiten haben Renate und Thomas Gerspach aus Hartschwand nie bereut, vorne Enkelin Anna-Lena. Foto:  WOLFGANG ADAM

GÖRWIHL-HARTSCHWAND. Butter, Eier, Brot oder Gemüse trugen Bäuerinnen und Bauern schon vor Jahrhunderten zu städtischen Märkten – wenn diese nicht zu weit entfernt lagen. Heute erfolgt die Selbstvermarktung unter anderen Bedingungen. Die Badische Zeitung stellt einige Betriebe vor, die vor allem wegen gesunkener Erzeugerpreise ihre Existenz mit neuen Direktvermarktungsideen sicherten.

Der von der Familie Gerspacher im Görwihler Ortsteil Hartschwand in idyllischer Lage geführte Eichrüttehof gehört zu den Betrieben, die schon sehr früh die Empfehlungen von Landwirtschaftsamt und Tourismus umsetzten und eine Direktvermarktung aufbauten. In den 90er Jahren, als sich vor allem der Milchpreis unter internationalem Wettbewerbsdruck ständig auf Talfahrt befand und auch der Rindfleischmarkt kriselte, entschied sich Thomas Gerspacher für die Mutterkuhhaltung und die Selbstvermarktung des Fleisches von jungem Weiderind.

"Diese Entscheidung haben wir nie bereut. Derzeit ist sogar die Nachfrage nach Weiderindfleisch so groß, dass wir Mutterkuhhalter kaum noch mit der Belieferung nachkommen", berichtete der 55-jährige Landwirt, der mit tatkräftiger Unterstützung zahlreicher Familienmitglieder ein florierendes kleines mittelständisches Unternehmen aufgebaut hat.

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Fünf Familienmitglieder helfen mit

Die Familie bewirtschaftet nicht nur eine rund 40 Hektar große Gründlandfläche und hält meist über 50 Rinder, die im Winter in einem Tretmiststall ihr Domizil haben. In früheren Ökonomieräumen wird seit 1995 noch eine Vesperstube mit eigenen und in der Region erzeugten Produkten betrieben. Und vom Hof wird neben hausgemachter Wurst, selbst gebackenem Brot und Weiderindfleisch auch Brennholz verkauft, das im eigenen Wald geschlagen wurde. Die Hof- und Gaststättenbesucher wissen es zudem zu schätzen, dass sie vor Ort auch regional erzeugten Honig oder Schnaps und manchmal auch Beerenwein erwerben können.

Bis auf den Montag und die Betriebsferien hat die am südlichen Ortsausgang von Hartschwand liegende Vesperstube von den Vormittags- bis in die Abendstunden geöffnet. In der gemütlichen, viel mit Holz aus dem Eichrüttewald eingerichteten Gaststube und in der Gartenwirtschaft kümmern sich fünf Familienmitglieder und einige Teilzeitkräfte um die Einkehrenden, die auch am Hof übernachten können. "Wir haben für Jugendgruppen oder auch Schulklassen ein Matratzenlager und Sanitäranlagen eingerichtet", informiert Thomas Gerspacher, der froh darüber ist, dass Familienmitglieder mit ihren absolvierten Ausbildungen zum Metzger, zur Hauswirtschaftsmeisterin und zur Fleischfachverkäuferin eine große Stütze sind. So kann unter anderem die Fleischzerlegung direkt am Hof praktiziert werden.

Und noch was Spezielles hat der Selbstvermarktungsbetrieb zu bieten: Tochter Andrea Kumle steht als ausgebildete Naturführerin des oberen Hotzenwaldes auf Wunsch den Wandergruppen zur Verfügung. Schon um den Eichrüttehof eröffnet sich die typische Hotzenwaldlandschaft mit Wechsel von Wald und Wiese. Vom Hof aus gut zu sehen ist zudem die auf der nahen Rohrbach-Alm grasende Mutterkuhherde. "Wenn die Tiere mal hinter der Kuppe verschwinden, fällt das den wiederkehrenden Gästen gleich auf", freut sich Renate Gerspacher über die offensichtliche Beliebtheit dieses Anblickes.

Der Eichrüttehof hat einen eigenen Flyer aufgelegt und präsentiert sich im Internet unter http://www.eichruettehof.de

Autor: Wolfgang Adam