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12. September 2017

Jazz

Götz Alsmann singt italienische Klassiker

"In Rom" heißt das neue Album von Götz Alsmann und seiner Band. Dort wurde es auch aufgenommen. Italienischen Schlagern verpasst Alsmann dabei den Jazzsound der 50er Jahre. Im Herbst präsentiert er das neue Programm in Villingen-Schwenningen und Denzlingen.

  1. Götz Alsmann und seine Band haben ihr neues Album in Rom aufgenommen. Foto: Fabio Lovino (Blue Note Germany)

Voooooooolare... Und sofort ist klar, wie es weiter geht. ... oh oh, cantareeeee, oh oh oh oh... Ein italienischer Schlager, ein Klassiker, ein Ohrwurm und ja, vielleicht ist er auch nervtötend. Aber wie dem auch sei, das Lied, das eigentlich "Nel blu dipinto di blu" heißt, ist – da kann man sagen, was man möchte – gleich im Ohr.

Und das haben diese italienischen Klassiker, die doch irgendwie sofort an Espresso, Parmigiano, Riviera erinnern, gemein. "Alle italienischen Melodien kommen einem irgendwie bekannt vor", sagt auch Jazz-Musiker Götz Alsmann. Das soll keinesfalls herabwürdigend sein, vielmehr schreibt Alsmann den Schlagern eine "volksliedhafte Qualität" zu. Außerdem seien sie "mit einer fröhlichen Naivität komponiert". Grund genug für ihn, den Liedern ein Album zu widmen.

"In Rom" heißt das Ganze. Und in Rom wurde es aufgenommen. Genau genommen in einem Traditionsstudio in Rom, dem Forum Music Village, das einst vom berühmten Filmmusikkomponisten Ennio Morricone gegründet wurde. Dort hat sich die Band einige Tage niedergelassen.

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Für Götz Alsmann ist das nichts Neues. Er war bereits mit seiner Band "In Paris" (2011) und "Am Broadway" (2014). Die Idee dahinter: In die Städte reisen, die die Unterhaltungsmusik geprägt haben. Und Songs aufnehmen in traditionsreichen Tonstudios. Originalumgebung, mit dem Originalflair. Das dolce vita begegnete den Musikern in Rom beim abendlichen Essen im Lokal um die Ecke oder beim Gang zur Kaffeebude. "Diese Umgebung beeinflusst und beschwingt natürlich", erzählt Alsmann.

Den Klassikern gibt der Musik-Allrounder mit der scheinbar allwettertauglichen Tolle, bekannt geworden auch als Moderator der WDR-Sendung "Zimmer frei", seine ganz eigene Note – eine "jazzhafte Note" nämlich, wie er selbst sagt. Und das sei natürlich gewöhnungsbedürftig.

Italienische Schlager klingen nach Jazz aus den 50er Jahren

Wenn dann solch ein Klassiker aus Italien, dessen Rhythmus jeder schon im Ohr hat, plötzlich in einem Jazzrhythmus der 50er Jahre erklingt, dann "dauert es eine Weile bis sich das Publikum erholt hat", sagt Alsmann. Außerdem sei seine Band ja eine Jazz-Mambo-Besetzung, die den Liedern eine ganz eigene Klangfarbe verpasse – und "viel Olivenöl und Rotwein".

Und auch der Text kommt nicht immer so ganz originalgetreu daher. Alsmann hat sich von "Quando, quando, quando", "Azurro" & Co alte deutsche Übersetzungen geschnappt, teilweise hat er sie neu übersetzen lassen. Da heißt "Volare" dann eben "Ich fliege" und in "Ciao, ciao, ciao" singt er "Ciao, ciao, ciao, ja das hört man überall, ciao, ciao, ciao, das passt auf jeden Fall".

Den Text des Lieds "Marina" fand er gar so schlecht, dass er ihn gleich ganz weg ließ. "Gesungen mag ich das Lied nicht besonders, aber es ist ein großartiges Vehikel für ein trickreiches Arrangement", sagt Alsmann. Und so wurde es ein reines Instrumentalstück.

Wo geht es als nächstes hin? "Mit ‚In Rom‘ ist die Reisegeschichte nun abgeschlossen". Zunächst mal heißt es aber: Götz Alsmann und Band in Villingen-Schwenningen und Denzlingen. Dort präsentiert er die neue Show mit den Liedern aus Italien. Die nach Olivenöl und Rotwein klingen – im besten Sinne.

Götz Alsmann: In Rom (Blue Note/Universal Music) ab 15. September.
Konzert: Götz Alsmann & Band in Rom, Samstag, 30. September, 20 Uhr, Neue Tonhalle, Villingen-Schwenningen, und Sonntag, 1. Oktober, 19 Uhr, Kultur- und Bürgerhaus, Denzlingen;
Infos und Karten unter http://www.bz-ticket.de

Autor: Sophia Hesser