Gold wert

Alexander Dick

Von Alexander Dick

Fr, 14. Dezember 2018

Klassik

Sinfonische Werke von Karl Goldmark mit Fabrice Bollon und den Bamberger Symphonikern auf CD.

Fabrice Bollons große Neugier auf die Komponisten aus der "zweiten Reihe" im 19. und frühen 20. Jahrhundert, hat dem Freiburger Theater- und Konzertleben schon eine Reihe von Trouvaillen beschert. Beispiel Karl Goldmark. Die Ausgrabung von dessen einstmals so beliebter Oper "Die Königin von Saba" 2015 bescherte war ein Riesenerfolg. Ein Jahr später erschien eine Gesamtaufnahme der Produktion beim Label cpo.

Dort hat der Freiburger Generalmusikdirektor nun in Sachen des österreichisch-ungarischen Komponisten (1830–1915) nachgelegt. Mit der ersten Folge einer Reihe von sinfonischen Werken Goldmarks. Partner sind diesmal die Bamberger Symphoniker, deren Prokura gerade für die deutsch-österreichisch-böhmische Romantik Legende ist. In der Tat besticht die in Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk entstandene, technisch superbe Aufnahme durch das intensiv warme, weiche und runde Klangbild dieses Orchesters. Der Holzbläsersound der "Bamberger" war schon immer delikat – und ist es auch hier. Zum Beispiel in der "Penthesilea"-Ouvertüre, in der der Geiger Goldmark einen Beweis seiner reifen Instrumentationskunst ablegt. Die Interpreten baden förmlich im schwelgerischen Tonfall des Liebesthemas Penthesilea-Achill, bevor die Trompeten zum martialischen Kampf blasen.

Auch die beiden weiteren Ouvertüren auf der CD fesseln, besonders "Sakuntala" – Bollon interpretierte sie bereits 2017 beim Philharmonischen Konzert in Freiburg. Deren lyrisches Hauptthema gehört zu Goldmarks besten melodischen Eingebungen. Hörspaß bereiten schließlich die beiden Scherzi op. 19 und 45. Letzteres verblüfft nach tragischer Einleitung mit echter Champagnerlaune – dieser Goldmark ist gold wert.

Karl Goldmark: Symphonic Poems Vol. 1. F.Bollon/Bamberger Symphoniker (cpo)