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08. Mai 2009 12:13 Uhr
Internet und Datenschutz
Google fotografiert Freiburg in 3D
Ein schwarzer Opel fährt derzeit durch Freiburg – und hält jeden Straßenzug und jeden Passanten im Bild fest. Für das Projekt Google Street View fotografiert der Konzern mit einer speziellen 3D-Kamera deutsche Städte. Und weckt damit die Kritik von Datenschützern.
Google Street View bietet dreidimensionale und hochauflösende Fotos von Straßenzügen im Internet an. Städte können damit nicht mehr nur als Landkarte und Satellitenbild von den Usern betrachtet werden, sondern auch als Foto aus der Perspektive eines Fußgängers für ein virtuelles Sightseeing.
Seit dem Jahr 2008 ist Google auch in deutschen Städten unterwegs. Den Fahrplan des Kamerawagens hält Google streng geheim. Dadurch soll vermieden werden, dass gezielt Botschaften oder gar Werbung in die Bilder eingeschmuggelt werden. Doch gegenüber der Badischen Zeitung bestätigte der Internetkonzern, dass sich Freiburg dieser Tage im Visier von Google befindet.
Bis Freitag häuften sich die Augenzeugenberichte, dass das Google-Auto mit dem Kameraufbau auf dem Dach schon Straßen im Stühlinger, Vauban und Rieselfeld fotografiert hat. Wie lange es noch durch Freiburg fahren wird, ist unklar. "Für die Fotos brauchen wir Sonne", sagt Stefan Keuchel, Pressesprecher von Google Deutschland. Freiburg gehört zu sieben Städten in Baden-Württemberg, die von Mai bis Juni abgelichtet werden. Heidelberg, Reutlingen, Heilbronn und Mannheim stehen ebenfalls auf der Liste. In Karlsruhe und Stuttgart war das Google-Auto bereits unterwegs.
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Bei Datenschützern ist das Projekt heftig umstritten. Der Grund: Die abgebildeten Personen werden oft ohne ihr Wissen fotografiert, die Bilder sind für jeden im Netz zu sehen. "Wir verfolgen das Projekt mit großem Bauchweh, weil auch niemand weiß, was mit den Daten geschieht", sagt Jörg Klingbeil, Datenschutzbeauftragter des Landes Baden-Württemberg. "Wieder ein Mosaiksteinchen, mit dem das Recht auf Privatheit verloren geht."
Auf Datenschutzseite zuständig für das Google-Straßenansichts-Projekt ist Johannes Caspar, der oberste Datenschützer der Hansestadt Hamburg, weil die deutsche Niederlassung von Google dort ihren Sitz hat. Erst vor drei Wochen habe es, berichtet Caspar, in Schwerin ein Treffen mit dem Konzern gegeben – vor allem deswegen, weil Google sich weigerte bekanntzugeben, wo Aufnahmen angefertigt werden. Der Suchmaschinenriese habe bei dem Treffen versprochen, dass künftig die Öffentlichkeit über die Kamerafahrten informierte werde – was aber nun im Falle Freiburg nicht passiert ist. Es gibt lediglich vage Hinweise auf der Google-Seite im Netz.
Diese Befahrungspläne hält der Hamburger Datenschützer zeitlich und örtlich für wenig konkret: Da sei noch deutlich Luft nach oben, findet er: "Wir werden uns genau ansehen, ob die Zusagen von Google eingehalten werden und in weiteren Gesprächen eine verbesserte Umsetzung fordern."
Bei Google tritt man der Kritik entgegen: "Gesichter und Autokennzeichen werden von uns unkenntlich gemacht", wiegelt Pressesprecher Keuchel ab. Zudem könne jeder bei dem Konzern Einspruch gegen die Veröffentlichung einlegen. Allerdings habe es auch bei diesem Punkt, so Datenschützer Caspar, zuletzt Schwierigkeiten gegeben. Er fordert auch, dass die Hausnummern auf den Fotos anonymisiert werden. Für Google ist dies aber noch nicht geklärt: "Wir sind da noch im Gespräch".
Was Google zu Street View sagt
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Autor: Christoph Ries, Joachim Röderer und Alexandra Sillgitt


