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27. Mai 2011

B 31 hängt das Bahnwärterhaus ab unter B 31 West

Mit der neuen Bundesstraße verlängert sich der Weg nach Gottenheim um mehrere Kilometer.

  1. Ans Ende einer Sachgasse gerät das Bahnwärterhaus, wenn die B 31 gebaut wird. Der Bahnübergang entfällt, es bleibt nur die Zufahrt von Wasenweiler her (Hintergrund). Wo jetzt die Kreisstraße von Gottenheim kommt (Vordergrund) wird die B 31 nach Westen (links) abknicken. Foto: mario schöneberg

IHRINGEN/GOTTENHEIM (fri). Wenn die B 31 West neu gebaut wird, bekommt sie Michael Hellinger mit seiner Familie direkt vors Haus. Doch haben sie nichts davon – im Gegenteil. Denn für die Bewohner des einstigen Bahnwärterhauses an der Breisachbahn wird der Weg ins eigene Dorf, nach Gottenheim, nun nicht etwa schneller, sondern um etliches länger. Denn für den Bau der Bundesstraße wird die bisherige Kreisstraße 4995 von Gottenheim nach Wasenweiler gekappt. Die von Gottenheim kommende Bundesstraße wird nach der Umfahrung des Ponyhofs die S-Bahn unterqueren. Danach wird sie auf die Trasse der Kreisstraße einschwenken und kurz vor dem jetzigen Bahnübergang, an dem Hellingers Haus steht, nach Westen entlang der Bahnlinie umschwenken. Die Kreisstraße selbst bekommt aber keinen Anschluss an diese neue B 31: Der aus Gottenheim kommende Ast endet an der Abzweigung des Merdinger Sträßchens, so dass hier die direkte Verbindung zwischen Merdingen und Gottenheim bestehen bleibt. Das folgende Stück der Kreisstraße bis zum Bahnübergang entfällt für die Trasse der Bundesstraße, ohne dass die Kreisstraße zu ihr eine Anbindung erhält. Der von Wasenweiler kommende Ast der Kreisstraße wird direkt auf der Nordseite des Bahnübergangs, wo auch Heilmanns Haus steht, als Wirtschaftsweg enden. Da der Bahnübergang beseitigt wird, gibt es auch keine private Auffahrmöglichkeit für das Bahnwärterhaus auf die Bundesstraße.

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Beim Erörterungstermin zur Planfeststellung für die B 31 in der Ihringer Kaiserstuhlhalle machte Hellinger deutlich, was dies für ihn und seine Familie bedeutet. Statt bisher gut zwei Fahrkilometer auf der Kreisstraße nach Gottenheim müsse er künftig, um dorthin oder nach Freiburg zu gelangen, einen Umweg in Richtung Wasenweiler und dann über Bötzingen fahren. Das sind rund sechs Kilometer mehr pro Fahrt. Und die Müllabfuhr und Post werden nicht mehr kommen, jedenfalls nicht aus Gottenheim. Bürgermeister Volker Kieber schlug vor, wenigstens einen Feldweg vom Bahnwärterhaus in Richtung Angelweiher so auszubauen, dass die Bewohner von dort auf einem Wirtschaftsweg bis zur Landestraße zwischen Bötzingen und Gottenheim fahren können. Damit entstünde auch eine für Radfahrer benutzbare Wegverbindung zwischen Wasenweiler und Gottenheim, die von beiden Gemeinden gefordert, aber in der Planung der Bundesstraße nicht berücksichtigt ist.

Wenn schon keinen Anschluss, so wird die Bundesstraße den Bewohnern des Bahnwärterhäuschens etwas anders bringen, nämlich mehr Lärm. Um die Mehrbelastung gegenüber der jetzigen Kreisstraße aufzufangen, müsste eine 130 Meter lange Lärmschutzwand für mindestens 80 000 Euro gebaut werden, was nach Ansicht der Planbehörde aber unverhältnismäßig teuer sei. Der Bund als Bauherr der Straße werde stattdessen Geld für passiven Lärmschutz mit Schallschutzfenstern bewilligen. Post und Müllabfuhr müssten an Wasenweiler angeschlossen werden. Schlussendlich wird man für die Nachteile auch über eine Entschädigung reden müsse. Das stellte jedenfalls der Leiter der Erörterung, Joachim Lucht, in den Raum.

Autor: fri