Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

21. Februar 2009

Bademäntel und Blasmusik

Gottenheim fällt in närrische Hände: Am Schmutzige Dunschdig waren die Hemdglunker los

  1. Foto: Alexandra Wedl

  2. Ließen sich auch von eisigen Temperaturen nicht die närrische Laune verderben: die Gottenheimer Hemdglunker. Foto: wedl

GOTTENHEIM. Weiße Nachthemden, Fackeln, Blasmusik und der Bürgermeister im Transporter – das kann nur heißen: In Gottenheim sind die Hemdglunker los. Die Narrenzunft Krutstorze sorgte für einen tollen Hemdglunkerumzug am Schmutzige Dunschdig.

Ganz Gottenheim war am Abend auf den Beinen, so schien es: Mit Krutschnieder und Joggele zogen die weißgewandeten Narren durch das Dorf, begleitet von den beiden Gottenheimer Jugendkapellen, die für närrische Blasmusik sorgten. Vor allem die jugendlichen Hemdglunker hatten ihren Spaß und lärmten durch die Straßen – die meisten im weißen Nachthemd, andere im Bademantel.

Zwischendurch wurde noch Bürgermeister Volker Kieber am Rathaus "abgeführt" und mit dem Transporter zum Kronenplatz gekarrt. Hoch oben auf dem Balkon der "Krone" musste er sich Krutschnieder Klaus König geschlagen geben und den goldenen Rathausschlüssel abgeben. Der Noch-Bürgermeister nahm seine Entmachtung mit Humor – manchmal kommt er sich wie eine Straßenlaterne vor: "Oben muss man ständig strahlen und unten pinkelt dich jeder Hund an".

Werbung


Nach der Übernahme Gottenheims in närrische Hände wurde die Gemeinde vom Krutschnieder über das Dorfgeschehen aufgeklärt. Klaus König hatte seine Augen und Ohren im letzten Jahr natürlich wieder überall: Da stellte jemand beim Zunftabend fest, der Beamer geht nicht und versuchte zwei Stunden lang den Telecom-Kundenservice zu erreichen – bis er merkte, der Stecker steckt nicht. Ein anderer Gottenheimer rammte sich einen Splitter ins Auge und ging prompt zur Tierärztin in Breisach, weil beim Doktor das Wartezimmer voll war. Von Unfällen mit Motorsägen und Vereinsvorständen, die den Namen des Bürgermeister vergessen, wusste der Krutschnieder zu berichten – man meint, in Gottenheim sei das ganze Jahr über Fasnet.

Die Gottenheimer Hemdglunker und Musikanten trotzten den eisigen Temperaturen mit lautem Narri-Narro und ließen die närrische Laune nicht gefrieren. Anschließend ging das "Dorfschnurre" in der Gottenheimer Festhalle bei Musik und Bewirtung weiter. Gesprächsstoff gab es dank Krutschnieder wieder genügend.

Autor: Alexandra Wedl