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13. Juli 2009
Berufung ist kein Einzelkämpfertum
Pfarrer Artur Wagner feierte offiziellen Abschied aus Seelsorgeeinheit Gottenheim / Abgang und Neuaufnahme von Ministranten
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Mit einer Reihe origineller Gaben wie einem Schwimmring, die jeweils auf Charakterzüge und Erlebnisse von und mit Artur Wagner anspielten, verabschiedeten sich die Ministranten von ihrem Pfarrer. Sein Subsidiar, der Umkircher Pfarrer im Ruhestand Kurt Hilberer, gab Wagner als Dank für ein spannungsfreies Verhältnis eine geweihte Kerze mit. Foto: manfred frietsch
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Foto: Manfred Frietsch
GOTTENHEIM. Die Pfarrgemeinden der Seelsorgeeinheit Gottenheim haben Pfarrer Artur Wagner bei einem Gottesdienst mit anschließendem Empfang offiziell verabschiedet. Auch Vertreter der politischen Gemeinden und der evangelischen Mitchristen kamen am gestrigen Sonntag zur Verabschiedung in die Gottenheimer Pfarrkirche St. Stephan.
Vor knapp sechs Jahren war Wagner nach Gottenheim gekommen, als Nachfolger von Heinz-Josef Fensterer, der mit ihm und dem früheren Umkircher Pfarrer und jetzigen Subsidiar Kurt Hilberer auch den Gottesdienst gestaltete. "Ich wollte als ganzer Mensch da sein, auch wenn ich mich auf vier Gemeinden verteilen musste" sagte Wagner selbst, als er sich für die Abschieds- und Grußworte bedankte. In diesen war deutlich zum Ausdruck gekommen, wie Wagner sofort nach seinem Amtsantritt damit begann die drei Pfarrgemeinden von Gottenheim, Umkirch und Bötzingen/Eichstetten zusammenzuführen, um nicht nur formal zum 11. Juli 2004 die Seelsorgeeinheit mit einem tragfähigen Arbeitskonzept zu begründen. An diese Gründung auf den Tag genau vor fünf Jahren hatte auch Martina Grün erinnert, die Vorsitzende des gemeinsamen Pfarrgemeinderates, dem Vertretungsgremium der über 6000 Katholiken. Denn damit, das bewusst Gremien und Arbeitskonzepte geschaffen wurden, die immer die ganze Seelsorgeeinheit umfassten, wurde der Boden bereitet, die Pfarrgemeinden und ihre Gläubigen auch im Alltag zu verbinden. Wagner habe dabei im offenen Umgang und mit klaren Strukturen Standards gesetzt, die vielen anderen Seelsorgeeinheiten Vorbild sein könnten, sagte anerkennend für das Dekanat Bernhard Huber.Werbung
Dieser Prozess ging nicht ohne Spannungen ab, "aber wo keine Spannung ist, kann auch kein Strom fließen", meinte Wagner selbst. Dass er dabei offene Worte nicht scheute löste auch Debatten aus, die dann jedoch zu Kompromissen führten. Was Wagner, aber auch die vielen ehrenamtlichen Helfer und die hauptamtlichen Mitarbeiter anpackten, "das ist eine Bereicherung für unsere Gemeinden" sagte anerkennend, auch im Namen seiner Amtskollegen, Gottenheims Bürgermeister Volker Kieber. Wagner könne sein immer mit Humor gewürztes "gesundes Maß an Respektlosigkeit" auch an seinem neuen Wirkungsort, der Militärseelsorge einsetzen, meinte dann auch sein evangelischer Amtskollege aus Eichstetten, Martin Hassler. Wagner selbst hatte seinen angestrebten Wechsel vor allem damit begründet, dass er mehr Energie wieder auf den Bereich der Seelsorge und die Begleitung von Menschen legen wolle. Und dazu, das sprachen sowohl Kieber wie Martina Grün an, habe der "Spagat zwischen Unternehmertum und Seelsorge" oft wenig Reserven gelassen.
Berufung in eine kirchliche Aufgabe meine nicht Einzelkämpfertum, hatte Wagner in seiner Predigt erklärt, die Bezug auf die Aussendung der Jünger im Lukasevangelium nahm. Jesus hatte sie paarweise unter die Leute geschickt – für Wagner Ausdruck der Einsicht, dass erst das Miteinander von Menschen die Frohe Botschaft weiter trage könne. Dieses Miteinander fange schon früh an, weshalb Wagner einen großen Raum der Aufnahme neuer Ministranten und der Verabschiedung ausscheidender Jugendlicher aus diesem Ehrenamt einräumte.
Nach dem Gottesdienst und einem Stehempfang wurde beim Gemeindehaus noch das jährliche Gottenheimer Pfarrfest gefeiert. Wagner wird auch an den Pfarrfesten der drei anderen Gemeinden teilnehmen, bevor er Ende August nach Walldürrn wechseln wird.
Autor: Manfred Frietsch


