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15. August 2009
"Bildung ermöglicht Zukunft"
BZ-Interview: mit Julika Lang aus Gottenheim, die ein Jahr lang in Kolumbien in einer Grundschule unterrichten wird
GOTTENHEIM. Die 19-jährige Julika Lang aus Gottenheim hat ein ereignisreiches Jahr vor sich. Sie wird ab dem 31. August für ein Jahr nach Kolumbien gehen, um dort als Freiwillige in einer Grundschule zu unterrichten. Die BZ hat mit ihr über ihre Motivation und über ihre Aufgaben vor Ort und ihre Erwartungen gesprochen.
BZ: Was hat dich dazu bewogen, einen freiwilligen Dienst zu machen?Julika Lang: Mir war seit meinem dreimonatigen Schüleraustausch vor zwei Jahren in Ecuador klar, dass ich nicht sofort mit dem Studium anfangen möchte, sondern mich vorher noch sozial engagiere. Ich hab in Ecuador den großen Unterschied zwischen Arm und Reich erfahren und festgestellt, dass sich diese Differenzen nur durch Bildung auch für die arme Bevölkerung vermindern lassen. Außerdem bin ich an der südamerikanischen Kultur interessiert, möchte meine Spanischkenntnisse erweitern und vor allem viele neue Kontakte knüpfen.
BZ: Warum hast du dich für Kolumbien entschieden?
Lang: Auf der Suche nach einer geeigneten Organisation bin ich auf "Schule fürs Leben e.V." gestoßen. Diese Organisation bietet mittellosen Kindern, Jugendlichen und Müttern eine solide Bildung und legt somit genau den gerade erwähnten Bildungsgrundstein. Da dieser Verein sich in Montebello, einem Vorort der Großstadt Cali in Kolumbien engagiert, habe ich mich für Kolumbien entschieden.
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Lang: Durch Bildung wird den Lernenden eine Zukunft ohne Prostitution, Kriminalität und Gewalt ermöglicht. Sie sollen ohne fremde Hilfe arbeiten und ihren Lebensunterhalt verdienen können. Der Verein bietet neben einer Schule mit mittlerweile über 200 Kindern auch handwerkliche Ausbildungen an. Die Schüler lernen zum Beispiel, mit Bambus zu bauen.
BZ: Wie wird dein Aufenthalt finanziert?
Lang: 75 Prozent der Kosten werden vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Rahmen des Weltwärtsprogrammes getragen. "Weltwärts" soll jungen Menschen ermöglichen, einen Beitrag zur Entwicklungszusammenarbeit zu leisten. Die restlichen Kosten werden von Spenden finanziert.
BZ: Was genau wird deine Aufgabe in Montebello sein?
Lang: Im ersten Monat werde ich mit anderen deutschen und kolumbianischen Freiwilligen helfen, einen weiteren Teil des Schulkomplexes zu bauen. Ab dem ersten Oktober werde ich dann meine Arbeit in der Grundschule aufnehmen. Weiteres bekomme ich vor Ort mitgeteilt.
BZ: In Kolumbien herrscht seit langem Bürgerkrieg. Jeder kämpft gegen jeden: Militärs, Guerillagruppen und Drogenkartelle. Zu den Opfern gehören oft auch Menschen aus der Zivilbevölkerung. Hast du keine Angst, in solch einem Land ein Jahr zu verbringen?
Lang: Ein gewisses Risiko bei so einem Projekt ist immer vorhanden. Aber wenn ich mich an die Vorgaben meiner kolumbianischen Partner halte, habe ich, meiner Meinung nach, nicht so viel zu befürchten. Momentan ist die Vorfreude viel größer als die Angst.
BZ: Was sind deine Pläne nach diesem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst?
Ich werde Spanisch, Politik und Sport auf Lehramt studieren. Insofern bereitet mich meine Arbeit in Kolumbien auch auf meinen zukünftigen Beruf vor. Ich möchte mich aber auf jeden Fall nach meiner Rückkehr weiterhin entwicklungspolitisch engagieren.
Spenden an: Schule fürs Leben e.V.
BLZ: 500 100 60, Kontonummer: 0753 123 608; Betreff: Sponsor für Julika Lang.
Infos im Internet: http://www.schulefuersleben.de
Autor: Charlotte Schulze
