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04. Juli 2008
Bildungshaus als mögliches Zukunftsmodell
Debatte zu Kinderbetreuung
GOTTENHEIM Einen ersten Überblick verschaffte sich der Gottenheimer Gemeinderat über die Zukunft der Kinderbetreuung in der Gemeinde. Als Auftakt für den künftigen Diskussionsprozess hatte Bürgermeister Volker Kieber den Jugendhilfeplaner Bernd Pflüger vom Jugendamt des Landkreises eingeladen, um über die grundsätzlichen Entwicklungen in Sachen Kinderbetreuung und mögliche Fördermöglichkeiten zu informieren.
Wie geht die Gemeinde mit einem Kinderzuwachs durch das Baugebiet Steinacker/Berg um und wie trägt Gottenheim dem größer werdenden Wunsch vieler Eltern nach längeren Betreuungszeiten und einer Kleinkindbetreuung Rechnung? Solche Fragen werden den Gemeinderat in den kommenden Monaten und Jahren beschäftigen, insbesondere da der Kindergarten baufällig ist und über ein Bildungshaus in der Schule nachgedacht wird. Von der allgemeinen Bevölkerungsentwicklung, hin zu mehr alten Menschen und weniger jungen, sprach Pflüger. Die demografische Entwicklung im Kreis sei aber noch nicht so dramatisch wie in anderen Gegenden. In Gottenheim werde nicht zuletzt das Baugebiet Steinacker/Berg für mehr Kinder sorgen. Allein 56 Kinder würden nach derzeitigem Stand durch die Vergabe der 22 gemeindeeigenen Bauplätze hinzukommen, ergänzte Bürgermeister Kieber.Werbung
Ganz wichtig neben der Anzahl der Kinderbetreuungsplätze sei auch die Qualität der Betreuung, betonte Pflüger. Man müsse als verantwortliche Gemeinde ganz genau schauen, was in den Einrichtungen passiere. Und die Gemeinden täten gut daran, ihre Ziele klar zu definieren. Fördermöglichkeiten gebe es nicht zuletzt vom Land und durch ein extra eingerichtetes Sondervermögen vom Bund. Bis 2013 muss die Kleinkindbetreuung bedarfsgerecht ausgebaut sein, in Baden-Württemberg rechne man mit etwa einem Drittel der Kinder unter drei Jahren, die ein solches Angebot in Anspruch nehmen würden. Hinzu käme eine immer größer werdende Nachfrage nach einer Hortbetreuung für Schulkinder. Die Betreuung von Kleinkindern, der Kindergarten und die Grundschule müssten als eine Einheit zusammen gedacht und geplant werden, sagte Pflüger. Nur mit Kindern sei eine Gemeinde weiterhin lebendig. Von einem Bildungshaus für Kinder von drei bis zehn Jahren bis hin zu einem Familienzentrum mit Angeboten für Jung und Alt könnten die Konzepte reichen.
Bürgermeister Kieber betonte, sein Ziel sei es, bis Januar 2009 den aktuellen Bedarf von zehn Plätzen für die Kleinkindbetreuung in Gottenheim decken zu können. Zudem verwies der Bürgermeister auf eine weitere Veranstaltung zu dem Thema: Am Dienstag, 22. Juli um 19.30 Uhr, wird Professor Otto Herz aus Bielefeld in der Schulturnhalle über das Thema "integrative Modelle in der Schulentwicklung" referieren, anschließend gibt es eine moderierte Diskussion. In ihr wird auch die Zukunft der Gottenheimer Hauptschule mit ihrer fünften und sechsten Klasse zur Sprache kommen.
Autor: Mario Schöneberg
