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25. Oktober 2010
Bildungshaus für die Kinder
Gottenheim und Merdingen wollen Kindergarten und Grundschule enger verbinden.
GOTTENHEIM/MERDINGEN. Zehn Gemeinden im Schulamtsbezirk bewerben sich um die Einrichtung eines "Bildungshauses 3 bis 10", das vom Kultusministerium finanziell gefördert wird. Darunter sind auch Gottenheim und Merdingen, deren Gemeinderäte schon zugestimmt haben. In Gottenheim wurde das Projekt in einer Bürgerversammlung diskutiert und im Gemeinderat öffentlich vorgestellt. In Merdingen wurde das Thema in öffentlicher Sitzung nur kurz gestreift.
Bis Anfang November müssen sich die interessierten Gemeinden beim Kultusministerium bewerben und dabei ein Konzept vorlegen, durch das die Zusammenarbeit von Kindergarten und Grundschule intensiviert werden soll. Die Hintergründe erläuterte hierzu Schulrat Rafael Rauscher, der extra in den Gottenheimer Gemeinderat gekommen war. 70 neue Bildungshäuser in ganz Baden-Württemberg solle es demnach ab dem Frühjahr geben, die Schwerpunkte liegen in der frühkindlichen Bildung, der Verzahnung von Kindergarten und Schule, Jahrgangs-übergreifendem Lernen und zusätzlichen Förderungen für die Kinder. Beobachtung und Dokumentation der Defizite und Erfolge gehöre dazu.Werbung
Die Details der Konzeption erläuterten im Gemeinderat Schulleiterin Judith Rempe und Kindergartenleiterin Etelka Schäuble. Hauptziel für das Gottenheimer Bildungshaus sei es, die bisher schon gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Kindergarten zu intensivieren. Kern soll das Projekt der schon bestehenden Dienstagsschule sein. Jeweils an zwei Wochenstunden am Dienstag soll in vier Gruppen mit je etwa 15 Kindern, bestehend aus Schülern der ersten Klasse und Regenbogenkindern, die im Folgejahr in die Grundschule kommen, ein Projektthema erarbeitet werden. Jede Gruppe behandelt das Thema in einem anderen Kompetenzbereich – entweder musisch, kreativ, sozial oder Sprache und Bewegung – danach wechseln die Kinder die Gruppe. So soll sich ihnen das Thema, das jeden Monat aus der Schnittmenge von Orientierungs- und Bildungsplan erarbeitet werde, ganzheitlich erschließen.
Weiterhin sieht das Gottenheimer Konzept verschiedene Meilensteine vor, Projekte die von Jahr zu Jahr hinzukommen und die Zusammenarbeit intensivieren. Dazu gehören Lesekinder aus der Grundschule, die im Kindergarten vorlesen, gemeinsames Basteln, Werken und Spielen, gemeinsame Feste sowie der Aufbau von gemeinsam nutzbaren Kinderräumen und Themenecken. Leitgedanken des Bildungshauses seien eine bruchlose Bildungsbiografie der Kinder und die Zusammenarbeit mit den Eltern. Als Kontrolle für das Gelingen soll eine Reflexionsgruppe installiert werden.
Im Gemeinderat wollte Kurt Harten-bach (FWG) wissen, was denn das Highlight der Bewerbung sei und was passiere, wenn Gottenheim den Zuschlag nicht bekäme. Die Bewerbungen seien schwer zu vergleichen, erklärte Etelka Schäuble. Ein Pfund sei sicher die bisher schon gute Zusammenarbeit. Diese solle auch ohne Bildungshaus intensiviert werden. Schulrat Rauscher erklärte, er gehe davon aus, dass es in fünf bis sieben Jahren das Bildungshaus flächendeckend geben werde, bis dahin wolle die Schulverwaltung auch jene Schulen unterstützen, die nun nicht zum Zuge kämen. Ähnlich sah dies Bürgermeister Volker Kieber, der betonte, es sei wichtig, sich auf den Weg zu machen.
Auch die Gemeinde Merdingen wolle die Bewerbung von Schule und Kindergarten für ein Bildungshaus vehement unterstützen, erklärte Bürgermeister Eckart Escher. Unter Verschiedenes zeigte er den Gemeinderäten die rund 50-seitige Bewerbungsmappe unter dem Titel "Das Entdeckerhaus". Das Konzept werde man den Bürgern und den Eltern aber erst vorstellen, wenn man den Zuschlag erhalten habe, erklärte Merdingens Schulleiterin Johanna Mitternacht auf Nachfrage. Die notwendige Zustimmung der Gremien für eine Bewerbung liege vor, letzte Feinarbeiten am Konzept fänden noch statt. Man sei stolz auf die erarbeitete Bewerbungsmappe und freue sich, dass der Bürgermeister hinter der Bewerbung stehe.
Autor: Mario Schöneberg
