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15. November 2008
Bresche für die Bundesstraße durch den Wald
Im Gottenheimer Unterwald schlagen Forstarbeiter derzeit eine Schneise für die Trasse der neuen B 31 / Landesstraße bleibt noch eine Woche gesperrt.
GOTTENHEIM. Rund 2,4 Hektar Gottenheimer Wald müssen derzeit für die neue Bundesstraße B 31 zwischen Gottenheim und Buchheim weichen. Dafür bleibt die Landesstraße 187 zwischen beiden Ortschaften voraussichtlich noch bis Ende nächster Woche voll gesperrt.
Eine breite Schneise zieht sich mittlerweile durch den Gottenheimer Wald. Sie reicht von der schon stehenden Bahnüberführung, etwa auf Höhe der Gemarkungsgrenze zur March, bis hin zum Sportgelände. Hier wird künftig die neue Bundesstraße B 31 verlaufen, weitestgehend nördlich neben der Trasse der heutigen Landstraße. Im Norden soll sie von einem Rad- und Wirtschaftsweg flankiert werden, im Süden grenzt auch ein Fahrweg an die neue Bundesfernstraße, die vorerst bis zur Bötzinger Straße planfestgestellt ist und laut Bauleiter Heinrich Grumber vom Regierungspräsidium dort auch im Jahre 2010 ankommen soll. Die benachbarten Wirtschaftswege seien auch der Grund, warum so ein breiter Streifen gerodet werden müsse, erläutert der Bauleiter. Die Bundesstraße selber werde hier nur zweispurig ausgebaut.Werbung
"Es tut einem Förster schon im Herzen weh, wenn über 100 Jahre alte Bäume einfach so gefällt werden müssen", meint Revierförster Martin Ehrler während einer Baustellenbegehung. Doch dies sei nun mal seine Aufgabe. "Mindestens ein Drittel der Bäume sind aber krank oder zumindest hiebreif", ergänzt Thomas Keller, dessen Gottenheimer Unternehmen mit den Rodungsarbeiten beauftragt ist. Täglich von 8 bis 17 Uhr ist er mit bis zu fünf Waldarbeitern damit beschäftigt, bis zu 30 Meter hohe und bis zu 120 Jahre alte Bäume zu fällen, zu entasten und für den Weitertransport zu richten.
Nur mit Helm, Handschuhen, speziellen Sicherheitsschuhen und Schnittschutzhosen dürfen seine Arbeiter ihr gefährliches Werk verrichten, erklärt Keller. Flott, aber stets sicher solle gearbeitet werden. Knapp eine Viertelstunde dauert es, bis ein großer Baum am Boden liegt. Wenn nötig kommt abends sogar eine Flutlichtanlage zum Einsatz, damit es zügig voran geht. Dennoch werden sich die Arbeiten voraussichtlich um knapp eine Woche verzögern. Schuld daran sei das schwierige Gelände, erklärt Revierförster Ehrler. Der Moorboden und die vielen Wassergräben machten das Arbeiten schwierig. Zum Glück habe es zuletzt wenig geregnet, ergänzt Thomas Keller.
Schließlich soll das Holz möglichst gewinnbringend verkauft werden. Und dazu sei es ganz wichtig, die Stämme heil zu Boden zu bringen. Zwischen 800 und 900 Festmeter Holzertrag erwartet Förster Ehrler vom Forstamt Staufen, der den Gottenheimer Wald im Auftrag der Gemeinde Gottenheim betreut. Das sei ein Großteil der jährlichen Ernte, im Durchschnitt würden in Gottenheim 1200 Festmeter Holz per anno geschlagen. Das Stammholz gehe in die Sägewerke, das Reisig soll zu Hackschnitzeln verarbeitet werden; ein weiterer großer Posten wird als Bürgerholz in Gottenheimer Wohnstuben für Wärme sorgen. Der Holzmarkt sei zwar derzeit etwas kritisch, dennoch sieht Ehrler keine gravierenden Probleme beim Verkauf der Stämme. Insbesondere Eiche sei immer noch gefragt. Das Ziel sei es nun, bis Mittwoch mit den Rodungen fertig zu werden, erläutert der Förster. Sicherheitshalber habe man aber eine Verlängerung der Straßensperrung bis kommenden Samstag beantragt. Kein Verständnis hat Martin Ehrler für die unvernünftigen Leute, die trotz Straßensperrung mit dem Rad, dem Auto oder als Wanderer die Fällarbeiten behindern. Das sei extrem gefährlich und behindere die Arbeiten.
Viel Wald geht in Gottenheim durch den Straßenbau verloren, doch der ökologische Schaden werde weitestgehend auch entlang der B 31 ausgeglichen, erläutert Bauleiter Grumber. So werde ein größerer Acker bei Umkirch aufgeforstet. Im Buchheimer Anschlussohr zur B 31 soll eine naturbelassene Fläche entstehen, weitere Ausgleichsflächen seien auf der anderen Seite der Bahnlinie und entlang der L 116 zwischen Umkirch und Hugstetten geplant. Zudem würden in Flurbereinigung Biotope angelegt und die Straße bekäme Amphibiendurchlässe.
Aktuell sind das Brückenbauwerk über den Neugraben sowie das Regenklärbecken auf Höhe des Gottenheimer Sportgeländes im Bau, im späteren Frühjahr 2009 soll dann die eigentliche Straße gebaut werden. Man wolle aber aus Naturschutzgründen erst die Laichzeit der Amphibien abwarten, erklärt Grumber.
Etwa von Mai an wird dann die Landesstraße 187 zwischen Buchheim und Gottenheim bis zum Jahresende wieder voll gesperrt. Danach wird der Verkehr für eine Übergangszeit auf einem Teil der dann schon neu gebauten Bundesstraße verlaufen, bis Ende 2010 das komplette Teilstück der B 31 bis zur Bötzinger Straße fertig gestellt sein wird. Die jetzige Landesstraße wird dann im Bereich des Gottenheimer Waldes abgebrochen und wieder mit Wald bestockt werden. Erhalten bleibt sie von Buchheim her, als Verbindung von der March zur Bundesstraße.
Autor: Mario Schöneberg
