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27. September 2011
Bürger sollen Ortsmitte mitplanen
Gottenheimer Gemeinderat beschließt Bürgerbeteiligungsmodell für die Planung der neuen Ortsmitte Bahnhofsachse/Schule.
GOTTENHEIM. Anfang kommenden Jahres soll es losgehen mit dem Bürgerbeteiligungsverfahren für die Gestaltung der "neuen Ortsmitte", beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Wichtige Punkte sollen in einer Bürgerwerkstatt erarbeitet werden.
"Die neue Ortsmitte rund um Bahnhof und Schule ist das Sahnestückchen von Gottenheim, daher ist es wichtig, sie mit den Bürgern zu entwickeln", betonte Bürgermeister Volker Kieber. Doch die Verwaltung müsse die Betreuung des Prozesses auch leisten können, so das Gemeindeoberhaupt, das den Bürgerbeteiligungsprozess zur Chefsache erklärte.Den Auftrag für die Ortskernsanierung, die durch das Landessanierungsprogramm mit bis zu 833 000 Euro gefördert wird, hat schon seit Februar 2010 die Firma "STEG Stadtentwicklung" aus Rottweil. Für sie werden die Stadtplaner Wolfgang Kuhn und Monika Handte den Prozess der Bürgerbeteiligung moderieren. "Schon in der Gemeinderatsklausur ist klar geworden, dass wir Vorsorge zur Gemeindeentwicklung betreiben müssen", erläuterte Wolfgang Kuhn im Gemeinderat. "Es gibt immer mehr ältere Menschen, aber auch die Jüngeren müssen betreut werden". Die neue Ortsmitte böte die Gelegenheit, hier etwas zu tun.
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Drei Beteiligungsmodelle stellten die Stadtplaner im Gemeinderat vor. Beim ersten diskutieren die Bürger an einem Runden Tisch über die Gestaltung der Ortsmitte mit, danach erarbeitet ein Planungsbüro einen Entwurf. Im zweiten Modell gibt es einen offenen Planungsprozess durch Bürger, Fachplaner und Studenten einer Hochschule. Den Zuschlag bekam aber das dritte, sogenannte Dialogmodell. Ein Entwicklungsbeirat, bestehend aus Gemeinderat, Verwaltung und der STEG wird gebildet, der laut Kuhn "den Beteiligungsprozess lenken, aber die Bürger nicht bevormunden" soll. Den Auftakt macht eine Informationsveranstaltung, auf der sich Arbeitsgemeinschaften von Bürgern bilden können, die sich mit der Ortsmitte oder verwandten Themen wie Kindergarten oder Altenbetreuung befassen. Ihre Ideen sollen dann in einer Bürgerwerkstatt erläutert und weiter entwickelt werden. Anschließend erarbeitet die Arbeitsgemeinschaft Ortsmitte gemeinsam mit Fachleuten ein Rahmenkonzept, das dann an drei Fachbüros für die Feinplanung gegeben werden soll. Letztlich bewertet eine Jury die drei Konzepte und nach nochmaliger Diskussion mit den beteiligten Bürgern kann die Umsetzung des besten Entwurfs beginnen.
Im Gemeinderat kamen Fragen auf, ob denn bei den vielen Gremien und Beteiligten nicht der Überblick verloren gehe und was die STEG für ihr Honorar, das laut Kostenschätzung um 50 000 Euro liegen solle, noch mache. Wolfgang Kuhn erläuterte, dass man vieles vorbereiten, organisieren und moderieren und stetig Impulse in den Prozess einbringen werde. Dennoch seien Ansprechpartner vor Ort wichtig, letztlich entschieden Gemeinde und Bürger selber, wie viel Beratungsbedarf bestehe. Mike Lux von der STEG erklärte, erfahrungsgemäß seien die Fachplaner in so einem Prozess anfangs sehr stark gefordert, später könnten die Bürger das meiste selber leisten. Und Kuhn ergänzte, die Bürger müssten am Ende so eines Prozesses ja keinen Plan zeichnen können, aber sie würden ihn dann sehr wohl verstehen. "Wir müssen den Bürgern vermitteln, dass es um unser Dorf geht", betonte Kurt Hartenbach (FWG). Es gelte daher, möglichst viele Bürger für eine Mitarbeit zu gewinnen.
Autor: Mario Schöneberg
