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01. Dezember 2009

Das kostbare Nass wird teurer

Gottenheim hebt Abwasserpreise an / Neue Zählergebühr

GOTTENHEIM. Wasser und besonders Abwasser werden 2010 Jahr teurer, das beschloss der Gemeinderat mit großer Mehrheit in seiner jüngsten Sitzung. Das Abwasser wird in Gottenheim um ein Drittel teurer, auch die Grundgebühr für die Wasserzähler steigt.

Schon im laufenden Jahr hätte der Kubikmeter Abwasser laut der Kostenkalkulation 2,07 statt 1,72 Euro gekostet, wenn nicht gesetzlich vorgeschriebene Rückzahlungen aus den Vorjahren fällig gewesen wären, informierte Rechnungsamtsleiter Claus Ehmann. Rund 36 700 Euro hatte die Abwasserbeseitigung zwischen 2001 und 2007 erwirtschaftet. Künftig soll der Kubikmeter nun 2,32 Euro kosten. Als Gründe für den drastischen Anstieg nannte Ehmann die anstehenden Investitionen ins Kanalnetz im Rahmen des Generalentwässerungsplans und einen höheren Ansatz an Verwaltungskosten. Im anstehenden Dreijahreszeitraum sollen vor allem Sanierungen und Kanalnetzverbesserungen im Bereich Bötzinger Straße, Schulstraße und Schulacker stattfinden. Dieser Dreijahreszeitraum für die Kalkulation des 2008 gegründeten Eigenbetriebes Abwasserbeseitigung sei gewählt worden, weil so die Entwicklungen im Kanalnetz überschaubar seien. Sollten gravierende Änderungen auftreten, würden die Gebühren nachkalkuliert, schließlich dürfe die Abwasserbeseitigung keine Gewinne erzielen.

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"Die Erhöhung um 35 Prozent ist bitter für den Gebührenzahler", meinte Wolfgang Streicher (SPD), stimmte aber später wie die Mehrheit des Rates zu. Einzig Birgit Wiloth-Sacherer (SPD) enthielt sich der Stimme. Rechnungsamtsleiter Ehmann erläuterte, dass die Abwassergebühr nicht zwingend kostendeckend sein muss, dies sei eine politische Entscheidung. Andernfalls würde der Mehraufwand jedoch ebenfalls von den Bürgern durch den Gemeindehaushalt gezahlt. Bürgermeister Volker Kieber verwies auf den nun genehmigten Generalentwässer-ungsplan. Außerdem könne man den Gemeindehaushalt nicht noch zusätzlich belasten. Man habe nun durch den Eigenbetrieb eine saubere und klare Gebührenkalkulation. Ähnlich sahen dies auch Kurt Hartenbach und Heinz Nikola (beide FWG). Sie betonten, man habe viel Druck bekommen, wegen den Hochwasserproblemen im Dorf. Diese müsse man nun einfach angehen.

Weiterhin beschlossen die Räte eine Satzungsänderung, wonach künftig jeder, der durch einen geeichten Zähler die Wassernutzung für den Garten nachweist, von der Abwassergebühr für diese Wassermenge befreit werden kann.

Auch für die Wasserversorgung legte die Verwaltung eine neue Gebührenkalkulation vor. Hier soll der Wasserpreis in den kommenden drei Jahren bei 1,92 Euro brutto konstant bleiben. Ein Teil der Fixkosten sollen jedoch auf die monatliche Zählergrundgebühr umgelegt werden, die dann je nach Größe des Zählers mindestens 2,68 Euro brutto (bisher 0,54 Euro) beträgt. Dies sei in Baden-Württemberg allgemein üblich, erläuterte Ehmann, schließlich werde die Grundgebühr für die Infrastruktur erhoben, unabhängig vom Wasserverbrauch.

Für Investitionen werden neue Kredite nötig
Ein Hauptgrund für die Gebühr seien die gesetzlich vorgeschriebenen Erneuerungen der Zähler alle sechs Jahre. 2011 müssten daher in Gottenheim mehr als 500 Zähler ausgetauscht werden, so Ehmann. Außerdem würden geringfügige Unterdeckungen aus den Vorjahren in den kommenden fünf Jahren ausgeglichen. Dem stimmten die Räte einmütig zu, ebenso wie für die Aufnahme neuer Kredite beider Eigenbetriebe. Die rund 520 000 Euro sollen für anstehende Investitionen sowie für die Ablösung von Darlehen beim Abwasserzweckverband genutzt werden. Das Darlehen mit zehnjähriger Zinsfestschreibung zu 3,69 Prozent wird bei der Sparkasse Staufen-Breisach aufgenommen.

Autor: Mario Schöneberg