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09. Februar 2009 16:09 Uhr

Gottenheim

Der "Krutstorze" schlägt den "Oscar"

Mit viel Aufwand gestaltete die Gottenheimer Narrenzunft "Krutstorze" am Freitag und Samstag zwei gelungene Abende, die mehr als 400 Zuschauer in die kleine Festhalle lockten. Die "Krutstorze-Verleihung 2009" war dabei das Motto.

  1. Den Krutstorze für die „verwegenste Biographie“ sicherte sich Kathi Bechtl (Steffi Hotz). Foto: Mario Schöneberg

  2. Mit Latz und Windelhöschen: das Gottemer Männerballett.

  3. Das mittlere Ballett enterte als Marinematrosen die Bühne.

  4. Der Krutstorze für das „komplizierteste Paar“ ging an Sabine König und Eckhard Briem.

  5. Das kleine Ballett als kesse Stewardessen.

  6. Der Krutschnieder (Klaus König) las der lokalen Politik die Leviten.

  7. Das große Ballett trat als römische Tempeltänzerinnen auf. Foto: Mario Schöneberg

  8. Das Barteam der Krutstorze in bester Stimmung.

In mehreren Kategorien bekamen mehr oder weniger prominente Persönlichkeiten bei den beiden fasnächtlichen Zunftabenden den goldenen "Krutstorze" verliehen. Praktisch, dass die Geehrten – zumindest virtuell – mit einer großem Limousine vorgefahren kamen, gleich noch eine Büttenrede zum Besten geben mussten. Die fasnächtliche Tradition kam in diesem Jahr nicht zu kurz, aber in modernem Gewand. So eröffnete ein virtueller Krautkopf das Programm, mit dem traditionellen Gottenheimer Fasnachtslied "Auf zur Gottemer Fasnet". Gleichzeitig marschierten die Hästräger des Vereins auf die Bühne. Dann übernahmen die Moderatorinnen Manuela Rein und Thea Schlatter das Zepter. Die erste Auszeichnung ging an den örtlichen Zunftmeister, Lothar Schlatter. Für sein Grußwort bekam er gleich den "Krutstorze" in der Kategorie "bester Redner". Auch die Guggemusik "Krach und Blech" kam in einer Limo vorgefahren und sorgte für gute Stimmung. Dann hatte die Frau mit der "verwegensten Biografie" ihren Auftritt. Was Kathi Bechtl alias Steffi Hotz so alles erlebt hat, wurde sehr amüsant vorgetragen. Aufgewachsen mit 26 Geschwistern war die Schönheit vom Lande eine gute Schülerin, wie sie sagt. Besonders beim Rechnen bekam sie immer am meisten von allen heraus. Und einen Mann zu finden war für die Arme bisher auch nicht leicht. Gibt es doch nur "Glumps" in ihrem Dorf.

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Das kleine Ballett, bestehend aus neun Stewardessen, wusste hernach das Publikum zu verzaubern. In der Kategorie "aktuelle Berichterstattung über Gottenheim", in der auch die Badische Zeitung nominiert war, gewann dann doch der "Krutschnieder" den Preis. Von Klaus König, der Texte von Heinz Metzger vortrug, bekamen sowohl die lokalen Politiker als auch die Weltpolitik ihr Fett weg. "Als Mann für alle Fälle" berichtete ein Bauarbeiter (Dirk Schwenninger), was er im Neubaugebiet Steinacker/Berg so alles erleben durfte. So habe Gottenheim nun ein weiteres Kunstwerk von Weltruhm: Neben dem Tränenbrett am Rathaus gebe es nun eine Klagemauer am Rande des Baugebietes. Und der Lichtschalter für dessen Straßenbeleuchtung müsse sich wohl im Wohnzimmer des Bürgermeisters befinden. Kaum sei er eingezogen gewesen, sei auch das Licht angegangen.

So richtig heiß wurden die Stimmung im Saal beim Auftritt vom Männerballett. Als Babys verkleidet wurden bei den sieben tanzenden Kerlen unzählige Frauenherzen weich. Als "zickigste Prominente" wurde danach "Ikea Parkhaus", die Schwester von Paris Hilton (Silke Schneider) geehrt. Sie sei nur deswegen nicht so bekannt, weil sie sich geweigert habe, mit Dieter Bohlen zu schlafen, erklärte Ikea, die eine Super- Nanny für den Gemeinderat forderte. Als Matrosen fegte das mittlere Ballett über die Bühne, bevor Jean Luke (Mathias Rudmann) in der Kategorie "beste Entstehungsgeschichte" die wahre Geschichte vom ersten Mensch in Gottenheim zum Besten gab. Als "kompliziertestes Paar" brillierten danach Sabine König und Eckhard Briem. Gekonnt machten beide einander nieder, doch in der Trauer um ihren defekten Gefrierschrank waren sie zumindest musikalisch wieder vereint. Letzter Höhepunkt war am Ende noch das große Ballett. Die zwölf römischen Tempel-Tänzerinnen bekamen viel Beifall vom begeisterten Publikum, ebenso wie im großen Finale noch mal alle Mitwirkenden, als sie zu Guggemusik-Klängen auf die Bühne kamen.