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29. Oktober 2009
Der Teufel trägt feines Tuch
Schauspieler Jörg Nadeschdin verkörpert in Gottenheim den irischen Sagenheld Jack O’Lantern
GOTTENHEIM (schö). Einen ganz besonderen Gast konnten rund 50 Kulturinteressierte kürzlich in der örtlichen Bürgerscheune begrüßen: Jack O’Lantern, ein irischer Sagenheld, war in Gestalt des Schauspielers Jörg Nadeschdin nach Gottenheim gekommen, um aus seinem spannenden Leben zu erzählen und im zweiten Teil die Gäste in die schaurig düstere Nacht zu entführen.
Frieren mussten die Besucher nicht mehr in der Bürgerscheune, verfügt sie doch seit kurzem über eine Heizung. Doch die leichenblasse dunkle Gestalt, die die Bühne betrat, ließ einige der Anwesenden doch frösteln. Mit dunklem Mantel, Hut und Laterne war der 1480 in Dublin geborene Jack O’Lantern nach Gottenheim gekommen, um den Menschen hier die Wahrheit über den Teufel zu erzählen. Dieser komme nicht gehörnt und nach Schwefel stinkend daher, sondern als feiner Herr und gekonnter Verführer.
Knapp eine Stunde lang dauerte der Monolog, in dem der in Freiburg lebende Nadeschdin alias O ’Lantern in Balladenform und mit viel Spielwitz seine Lebensgeschichte erzählte, wie er dem Teufel begegnete, ihn austrickste, dann von Irland über Helgoland nach Norddeutschland floh, er berichtet von seinen Begegnungen mit skurrilen Menschen und allerlei schauerlichen Dingen, bis er dem Teufel ein zweites Mal begegnet. Auch diesmal kann er mit einer List seine Seele retten, doch der Satan ist so erzürnt, dass er O’Lantern auf ewig die Aufnahme in sein Reich verweigert.
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Der Ire zieht weiter, kommt auch nach Freiburg, wo immer bei Vollmond um Mitternacht die Toten auf dem Münsterhof auferstehen und wo ihn eines Tages der Schlag trifft. Doch Gott verschließt ihm die Tür, schließlich habe er zweimal die Chance gehabt, den Teufel endgültig zu besiegen. Und dieser will auch nichts von ihm wissen. So muss O’Lantern weiter wandern und den Menschen die Wahrheit über den Teufel erzählen, er muss so viele warnen, wie in jener Nacht Hagelkörner auf die Erde gefallen seien. So zieht der Rastlose weiter, fährt mit Sklavenhändlern nach Südamerika, heiratet in Mexiko, bekommt eine Stellung in Wien und landet schließlich in Gottenheim.
Am dortige Bahnhof erzählt Nadeschdin die Geschichte vom Zugunglück im Mooswald vom 3. September 1882, als 62 Menschen starben und vor der Kirche berichtet er vom unbarmherzigen Herrscher Peter von Hagenbach, der im 15. Jahrhundert Breisach und das Elsass terrorisierte. Am Friedhof wiederum wurde es nochmals richtig schauerlich, als Nadeschdin von der Pest erzählte, die zweimal auch in Südbaden wütete und viele Opfer forderte.
Autor: schö
