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07. April 2009
Die historischen Fotos begeistern die Senioren
Gottenheimer Seniorennachmittag zum Thema Dorfgeschichte
GOTTENHEIM (schö). Ganz im Zeichen der Ortsgeschichte stand die zweite Auflage des Gottenheimer Seniorennachmittages in der örtlichen Schulturnhalle. Mehr als 200 Gäste waren gekommen, um bei Kaffee und Kuchen und Liedern vom Akkordeonspielring einen vergnüglichen Nachmittag zu verbringen. "Ich freue mich sehr, dass der Seniorennachmittag wieder ein richtiges Gemeinschaftsprojekt geworden ist", betonte Gottenheims Bürgermeister Volker Kieber in seiner Begrüßung.
Er dankte den teilnehmenden Bürgergruppen und Vereinen, insbesondere den Landfrauen für ihre Mithilfe. Die Feuerwehr habe zudem die Senioren, die nicht mehr selber kommen konnten, abgeholt. Ebenfalls mit dabei waren einige Bewohner des örtlichen Seniorenheims. Immerhin 444 Menschen seien in Gottenheim 65 Jahre oder älter, informierte Kieber. Deren Wissen über das Leben von früher dürfe nicht verloren gehen, betonte der Bürgermeister. Er freue sich, dass die Bürgergruppe Ortsgeschichte hier sehr aktiv sei und alte Fotos und Zeitzeugenberichte sammle. Demnächst werde es ein kleines Büchlein mit den Ergebnissen der Arbeit der Gruppe um ihren Sprecher Richard Hunn geben.
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Grüße an die Senioren überbrachten auch die Pfarrer, für die katholische Kirche Arthur Wagner und Rüdiger Schulze für die evangelischen Christen. Von denen gebe es immerhin 450 in Gottenheim, berichtete Schulze, der anschließend mit einer kleinen Geschichte für Anteilnahme und Mitgefühl unter den Menschen warb.
Richard Hunn stellte danach die Kernpunkte der Arbeit der Bürgergruppe Ortsgeschichte vor. So berichtete er, dass es die Mühle mitsamt Sägewerk schon vor der ersten urkundlichen Erwähnung von Gottenheim gegeben habe. Zudem stammten die Weinbauterrassen am Tuniberg schon aus der Römerzeit, im Ried hätten man sogar noch ältere Siedlungsspuren gefunden, nämlich von den Kelten. Auch zur Herkunft der Gottenheimer Namen wusste Hunn einiges zu berichten. So habe es nach dem 30-jährigen Krieg nur wenige Überlebende gegeben, die meisten von ihnen hießen Stricher, heute Streicher. Anschließend seien viele Familien zugezogen, insbesondere auch Oberschwaben, Österreich und Hessen. Letztere nannten sich später Hess oder Hunn. Vermutlich stammten alle Hunns in der Region von den damaligen Zuwanderern ab. Auch zur Geschichte von Handwerk, Handel und Landwirtschaft wusste der Hobby-Historiker einiges zu berichten, anschließend zeigte die Bürgergruppe noch einige historische Fotos.
Als einige Bilder aus der Nachkriegszeit auftauchten, die der damalige Pfarrer Legler geschossen hatte, ging ein Raunen durch den Saal, erkannten viele der Anwesenden doch sich oder ihre Angehörigen auf den Aufnahmen wieder.
Autor: schö
