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23. April 2010
"Die Ukraine ist wunderschön"
BZ-INTERVIEW mit Tamara Münzer, die für die Renate-Merkle-Stiftung ein Jahr in der Ukraine arbeiten und unterrichten wird.
GOTTENHEIM/STEGEN. Seit vielen Jahren unterstützt die in Stegen ansässige Renate-Merkle-Stiftung, benannt nach der Seniorchefin der in Gottenheim ansässigen Firma AHP Merkle, soziale Projekte in den ukrainischen Städten Tschervonohrad und Sosnivka. Nun wird, finanziert von der Stiftung, Tamara Münzer (34) im Mai für ein Jahr in die Ukraine gehen, um dort Deutsch zu unterrichten. Mit ihr sprach BZ-Mitarbeiterin Laura Schmid.
BZ: Frau Münzer, Ukrainisch ist eine Sprache, die hier den wenigsten geläufig ist. Wie kamen Sie dazu, ein solches Fach zu studieren?Tamara Münzer: Nun ja, ich bin zwar familiär in der Ukraine verwurzelt, jedoch nicht zweisprachig aufgewachsen. Und nach einem Sprachkurs habe ich Feuer für Ukrainisch gefangen und es schließlich studiert, dazu im Nebenfach Tschechisch und Englisch.
BZ: Was reizt Sie an der Ukraine?
Tamara Münzer: Die Ukraine ist ein wunderschönes Land – wenn man einmal da war, möchte man sofort wieder hin. Auch die Menschen sind sehr herzlich, offen und unglaublich gastfreundlich. Auf dem Land lebt man noch im Rhythmus der Natur und diese Gebiete sind richtig romantisch und märchenhaft. Auch die Trachten und die Architektur sind wunderschön.
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Tamara Münzer: Ja, das ist wie ein Infekt, ein positiver Bazillus, der Körper, Herz und Sinn befällt und einem nicht mehr loslässt.
BZ: Sie schwärmen so von diesem Land, wie klingt denn die Sprache?
Tamara Münzer: Hmm … sie klingt sehr melodiös, sehr weich und lieblich. Sie geht ans Herz, kann aber auch herzzerreißend sein. Wie das Deutsche eben auch.
BZ: Ab Mai werden Sie nun ein Jahr für die Renate-Merkle-Stiftung arbeiten. Wie entstand die Verbindung zur Stiftung?
Tamara Münzer: Ich habe eine Ausschreibung gefunden und zwei Freundinnen haben das ebenfalls gesehen und gemeint, das wäre doch etwas für mich. Es war ein Glücksfall, dass ich diese Stelle bekommen habe.
BZ: Was werden Sie in diesem Jahr genau machen?
Tamara Münzer: Ich werde Deutschunterricht geben, vor allem für Kinder zwischen elf und 17 Jahren. Aber vielleicht auch für Erwachsene. Da trifft es sich gut, dass ich zusätzlich auch Deutsch als Fremdsprache studiert habe.
BZ: Was erhoffen Sie sich durch diese Jahr, in welchem Sie für die Stiftung arbeiten werden?
Tamara Münzer: Eigentlich erhoffe ich mir nicht direkt etwas, denn eine Bereicherung ist es in jedem Fall. Aber es wäre natürlich schön, wenn sich daraus etwas für die Zukunft ergeben könnte.
BZ: Auf was freuen Sie sich besonders?
Tamara Münzer: Ich freue mich auf den Einblick, den ich durch die Arbeit mit den Menschen in einem ganzen Jahr bekommen kann. Wenn man nur für ein paar Tage dort ist, sieht man nicht, wie es den Menschen wirklich geht, was sie bewegt. Und auch meine Heimat, Deutschland, werde ich aus einem anderen Blickwinkel sehen können. Wenn man in einem ärmeren Land ist, sieht man einfach, wie gut es uns geht und auf welch’ hohem Niveau wir manchmal jammern.
Autor: les
