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04. Juni 2011
Die "Zeltvision" verlangt viel Einsatz
Narrenzunft Krutstorze zieht Bilanz einer ereignisreichen Saison / Zelt und Umzug als Magnete.
GOTTENHEIM. Großen Zulauf hatte die Generalversammlung der Narrenzunft "Krutstorze" in Gottenheim. Der Name "Krutstorze" ("Krautstiel") geht auf das zu kleine Kraut mit einem zu großen Stiel zurück, das die Gottenheimer einst auf dem Freiburger Wochenmarkt verkaufen wollten. Die 1952 gegründete Fasnetzunft hat mittlerweile rund 300 Mitglieder, davon rund 20 aktive Kinder.
Die Zunft hat neben der "großen" Guggemusik namens "Krach und Blech" und drei Ballette auch eine Jugendgugge ("Storze-Fätzer"). Eine organisierte Jugendarbeit wird seit 2007 betrieben und mehrere Zunftmitglieder haben inzwischen eine Jugendleitercard.
Seit 2009 besteht zudem der Arbeitskreis "Alkohol- und Gewaltprävention", der mit der Bötzinger Polizeistation zusammenarbeitet. Im vergangenen Jahr hat sich dieser Arbeitskreis fünf mal getroffen, sagte die zweite Vorsitzende Manuela Rein. Es gebe in Gottenheim verschärfte Einlassbedingungen mit Ausweiskontrolle und nach Alter gestaffelten Einlassarmbändern. Eine Security sei ebenfalls immer vor Ort. Teilweise wurde Jugendlichen der Eintritt verweigert. "Dann kriege ich schon mal Anrufe von Eltern, die mich fragen, warum ihre 14-jährige Tochter nicht eingelassen wird", erzählte Manuela Rein verständnislos.
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Gottenheim habe "keine Halle, dafür aber einen Bolzplatz", bemerkte Zunftmeister Lothar Schlatter in Richtung Bürgermeister Volker Kieber. Die Zunft hat mit ihrer "Zeltvision" diesen Mangel allerdings kreativ behoben und so für eine regionale Attraktion an Fasnet gesorgt. Der Aufwand mit dem Zeltverleih sei allerdings enorm, wie Kassenwartin Juliane Pfeil erörterte. Es gebe nach der Katastrophe der "Love Parade" von Duisburg strenge Auflagen des Landratsamts. Die Kasse hat momentan 4000 Euro "Miese", weil die Zeltmiete im Voraus entrichtet werden muss.
126 000 Euro Umsatz wurden in der letzten Fasnetsaison geschafft. Allein 30 000 Euro Wechselgeld wurden herangeschleppt. "Das waren einige Kilo", stellte Lothar Schlatter fest. Beim närrischen Umzug hätten sie "Wahnsinnsglück mit dem Wetter gehabt. Er schätzte, dass über 20 000 Besucher auf dem Umzug in Gottenheim waren. Markus Schäfer vom Verband Oberrheinischer Narrenzünfte lobte das Engagement der "Krutstorzen". Sie seien eine Bereicherung für den Verband und für das Dorf. Er verlieh Juliane Pfeil den Verbandsorden in Bronze und Joachim Rein den Verbandsorden in Silber. Beide wurden auch von der Zunft für ihr jahrelanges Engagement geehrt, ebenso Daniela Hess und Stefanie Deekeling.
Schließlich standen noch einige Satzungsänderungen auf dem Programm. So wurde die Gemeinnützigkeit des Vereins festgeschrieben und ein Passus eingefügt, dass über die Vorstandssitzungen immer Niederschriften angefertigt werden müssen. Bürgermeister Volker Kieber würdigte die Tätigkeit der Zunft, insbesondere die Präventionsarbeit und die Anstrengungen, die Belastungen für das Dorf während der Fasnet so gering wie möglich zu halten. In Bezug auf das Thema Alkohol und einzelne Vorkommnisse sagte er: "Ihr könnt nichts dafür, dass sich die Gesellschaft ändert."
Wahlen: Lothar Schlatter wurde einstimmig wieder zum Zunftmeister gewählt. Auch Kassenwartin Juliane Pfeil bleibt im Amt. Als Beisitzer(innen) wurden gewählt Dirk Schwenninger, Lukas Trotter (Leiter der Jugend-Guggemusik) und Alexa Andres als Nachfolgerin von Simone Armbruster.
Autor: Kati Wortelkamp
