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11. März 2011
Ein Kobold, der zum Lesen reizt
Der Autor Guido Kasmann fasziniert Gottenheimer Schüler.
GOTTENHEIM. Am letzten Schultag vor der Fasnacht wurden die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Gottenheim in spannende und unbekannte Zauberwelten entführt. Bei ihnen zu Besuch war der Autor Guido Kasmann, der den Erst- und Zweitklässlern aus "Die Osterschildkröte" vorlas und den Dritt- und Viertklässlern sein Buch "Der schwarze Nebel" vorstellte.
Guido Kasmann, der selbst Vater von zwei Kindern ist, war bereits nach seinem Zivildienst in einem Kindergarten klar, dass er gerne mit Kindern arbeiten würde. Bevor er seine Geschichten veröffentlichte, war er bis 2009 selbst Grundschullehrer und danach Fachleiter für die Lehrerausbildung der Primarstufe in Mönchengladbach. Heute veranstaltet er jährlich bis zu 200 Lesungen in ganz Deutschland und stellt seine beim BVK Buchverlag Kempen erschienenen Bücher vor."Habt ihr das von dem Drachen und dem Kobold Kuno schon gehört?", fragt der Autor die Schüler der Klassen 3, 4a und 4b, die das natürlich verneinen. Daraufhin erzählt er ihnen die Abenteuer von Kuno, einem Kobold, der in der Zauberwelt lebt und gerade seinen beiden Schutzengeln davongelaufen ist. Zwei Engel braucht er, weil er – so erklärt es Kasmann den Kindern und erntet großes Lachen – nicht nur neugierig, sondern auch noch ein Trottel sei. Fantasievoll liest und erzählt der Autor aus seinem Roman. Er baut Spannung auf, ahmt den Kobold nach, hebt die Stimme und wird schneller. Die Kinder zucken zusammen, als der böse Drache ins Spiel kommt und den kleinen Kobold laut anschreit. Dann wieder herrscht großes Gelächter, wenn der Kobold mal wieder in der Patsche sitzt.
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Zur gleichen Zeit, wie der Kobold durch die Zauberwelt irrt, sitzt der Schüler Jan im Matheunterricht und tut das, was er immer während langweiliger Schulstunden macht: träumen. Das nimmt Guido Kasmann zum Anlass, auch einmal die Schüler aus Gottenheim zu fragen, ob sie denn gerne träumen – natürlich müssen die anwesenden Lehrer dabei die Augen geschlossen halten, damit sie nicht sehen, wer sich meldet. Dann dürfen die alle zusammen ein Lied über das Träumen singen, welches ihnen Kasmann zuvor beigebracht hat und was er auf der Gitarre begleitet: "Träumen ist schöner als Mathematik, beim Träumen gibt es keinen Rechentrick, beim Träumen kann man keine Fehler machen, beim Träumen will man einfach nicht aufwachen!".
Als Jan nach der Schule vor seinem Gegenspieler Marvin flieht, gerät er in die Zauberwelt und trifft dort auf den Kobold Kuno. Diesen nimmt er dann mit in seine Menschenwelt und zeigt ihm sein Zuhause und die Schule. Doch plötzlich tauchen Dunkelelfen auf dem Schulhof auf und wollen Rebecca, eine Klassenkameradin, in die sich Jan ein bisschen verliebt hat, entführen. Und da beginnen die Abenteuer in der Zauberwelt, als Jan, Marvin und der Kobold Kuno gemeinsam versuchen, Rebecca wieder zu befreien. Ob das gelingt, das verrät der Autor nicht – aber die Gottenheimer Kinder sind so begeistert von der Geschichte, dass sie es sicher nachlesen werden.
Als es danach an der Zeit ist, Kasmann Fragen zu stellen, wollen die Meldungen kein Ende nehmen: "Wie viel kostet ein Buch?", "Wie lange brauchen Sie für ein Buch?" und "Warum schreiben Sie Bücher?", viele Fragen werden Guido Kasmann gestellt. Dieser erzählt, dass eigentlich seine Kinder daran schuld seien, dass er Bücher schreibe. "Abends habe ich ihnen immer Geschichten erzählt", erklärt Kasmann, bis sie schließlich zu groß geworden seien und sich nicht mehr für seine Geschichten interessiert hätten. Dann habe er diese seinen Schülern erzählt, denn damals sei er noch Lehrer gewesen. Später dann wollte er aber, dass alle Kinder diese Geschichten hören können, und so habe er begonnen, sie zu veröffentlichen. Etwa zwei Monate dauere es, bis eine solche Geschichte niedergeschrieben sei. "Boah, und ich habe gedacht, mindestens ein Jahr!!", staunt eine Schülerin.
Zum Abschluss bekommt dann noch jede Klasse ein Erinnerungsposter mit seiner Unterschrift und den Liedtext des gesungenen Liedes. Rektorin Judith Rempe, die ganz begeistert von der Vorlesung ist, dankt Kasmann und verrät den Schülern schon einmal, dass sie nach den Fasnachtsferien ein Buch von ihm im Unterricht lesen werden. Sie sei selbst sehr gespannt, so sagt sie lachend, in den Ferien werde man sie wohl lesend auf dem Sofa finden. "Mich auch, mich auch", tönt es da von den Schülern.
Autor: Joanna Sykora
