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23. Juli 2011

Gemeinderat

Elektro-Smart wird Dienstwagen fürs Rathaus

Nach einer Vertagung in der vorletzten Gemeinderatssitzung wegen finanzieller Bedenken hat jetzt eine Mehrheit im Rat die Anschaffung eines Elektro-Smarts als Dienstwagen für das Rathaus beschlossen.

GOTTENHEIM (schö). Man wolle für die Elektro-Mobilität ein Zeichen setzen, warb Bürgermeister Volker Kieber für die Anmietung des Zweisitzers, der jährlich 4200 Euro inklusive Steuern, Versicherung und Wartung, zuzüglich 2 Euro Strom pro Batterieladung bei 135 Kilometer Reichweite kosten soll.

Die Daimler AG stelle derzeit weltweit 1500 Elektro-Smart in einem Modellversuch zu günstigen Konditionen Behörden und Firmen zur Verfügung, erläuterte Michael Kaulfuß, in Gottenheim wohnender Mitarbeiter der Mercedes-Benz-Niederlassung Freiburg. Die Gemeinden Herbolzheim, Denzlingen und die Stadt Freiburg, aber auch Firmen wie die Sick AG in Waldkirch und der Europapark hätten sich schon für das Modellprojekt angemeldet, erläuterte Kaulfuß, der betonte, hierdurch sollten Erfahrungen im Alltag gesammelt werden. Je mehr Elektroautos in der Region fahren würden, umso mehr Ladestationen werde es geben. Auf die Frage von Claudia Faller-Tabori (Frauenliste) nach der Gesamtökobilanz des Autos wich Kaulfuß aus. Auch hier gelte es, erst mal Erfahrungen zu sammeln. Letztlich sei das Thema Kohlendioxidausstoß von Autos aber ein wichtiges.

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Kurt Hartenbach (FWG) warb für die Anschaffung, auch bei Elektroautos sei es gut, wenn es im Ort ein Muster gebe, wo die Menschen sehen könnten, dass es funktioniere. "Ich habe ein großes grünes Herz, doch wir sind in Gottenheim schon weiter, als dass wir noch Zeichen setzen müssten", entgegnete Miriam Engelhardt (Frauenliste). Der Haushalt lasse dies nicht zu und "wir brauchen das Auto nicht wirklich". Zudem regte sie an, den vorhandenen Dreiradwagen besser zu nutzen und ein Briefträgerrad anzuschaffen. Dass man im Haushalt sparen müsse, betonte auch Wolfgang Streicher (SPD), der später ebenso wie Engelhardt gegen die Anmietung stimmte. An anderen Stellen müsse man Beiträge erhöhen und hier schaffe man einen Dienstwagen an.

Fahrten im Smart als Zuckerle für Überstunden

Heinz Nikola (FWG) meinte, wenn man die zu niedrigen 25 Cent Kilometererstattung, die Mitarbeiter bekämen, erhöhe, würden sich die im Vergleich dazu ergebenden Mehrkosten von 115 Euro im Monat für den Smart schnell verringern. Bürgermeister Kieber verwies darauf, dass bei Vorhandensein eines Dienstwagens die Mitarbeiter öfter mit dem öffentlichen Nahverkehr zur Arbeit kommen könnten, zudem nehme man auch viele Kurztermine wahr, die bisher nicht abgerechnet würden. Bei den vielen Überstunden der Rathausmitarbeiter, die oftmals nicht bezahlt würden, sei der Smart eine Art Motivation. Ähnlich sah dies auch Alfons Hertweck (CDU), der betonte, man könne nicht erwarten, dass die Mitarbeiter stets mit dem eigenen Auto fahren würden.

Autor: schö