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17. Juni 2009

Entlastung für Gottenheimer Kanalnetz

Gemeinderat beschließt Notentlastungsbauwerk / Nur eine Baufirma gibt Angebot ab

GOTTENHEIM. Mit der Vergabe des Auftrags für den Bau eines Notentlastungsbauwerks für den Schmutzwasserkanal im Gebiet im Eichen setzte der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend einen weiteren, wenn auch kleineren Punkt des Generalentwässerungsplanes (GEP) um. Einstimmig vergab der Gemeinderat den Bauauftrag für das Notent-lastungsbauwerk im Eichen an die Firma Knobel-Bau aus Hartheim.

Die Firma hatte als einzige von fünf an der Ausschreibung teilnehmenden Firmen auch ein Angebot abgegeben. Die Kosten liegen mit rund 83 500 Euro zwar deutlich über den vomzuständigen Planungsbüro "Ernst & Co" errechneten Kosten, doch sowohl Fachingenieur Thomas Brendt als auch die Verwaltung sahen kaum Chancen, in einer erneuten Ausschreibung ein deutlich günstigeres Angebot zu bekommen. Derzeit hätten die Baufirmen wohl viel zu tun und es gehe bei dem Auftrag nur um eine vergleichsweise kleine Summe. Darum sei das Interesse der Baufirmen an dem Auftrag begrenzt. Außerdem sollen die Arbeiten bis Ende September beendet sein.

Überschwemmungensgefahr bei Starkregen

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Durch das Notentlastungsbauwerk im Eichen kurz vorm Hebewerk soll der Mischwasserkanal bei starken Regenereignissen auch in den benachbarten Neugraben entwässern können. Dies sei notwendig, so Thomas Brendt, weil das Hebewerk mit einer Leistung von 1,8 Kubikmetern je Sekunde in einem solchen Fall nicht mehr in der Lage sei, das Wasser abzutransportieren. Hierdurch entstehe ein Überdruck im Kanalnetz, das Wasser trete dann an der schwächsten und am tiefsten gelegenen Stelle – im Bereich der Schule – aus und verursache dort Schäden und Überschwemmungen. Dies werde durch das Notentlastungsbauwerk verhindert, ein Ausbau des Hebewerkes sei hingegen sehr unwirtschaftlich.

Die Gefahr, dass nun übermäßig viel Schmutzwasser in den Bach gelangen könnte, schloss der Ingenieur auf Nachfrage von Kurt Hartenbach (FWG) aus. Während im Normalbetrieb etwa 3,5 Liter Schmutzwasser je Sekunde durch den Kanal strömten, stiege die Wassermenge bei Starkregen um das bis zu tausendfache an. Daher sei die Schmutzkonzentration im Kanal dann nur sehr gering. Und es handle sich ja nicht um einen regulären Wasserüberlauf sondern um ein Notsystem, das nur sehr selten, bei wirklich starken Regenereignissen, anspringen sollte.

Autor: Mario Schöneberg