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23. Mai 2014 16:52 Uhr

Gottenheim

Erfolg für kleine Forscherin

Myriam Huber aus Gottenheim ist die jüngste Hummelexpertin Deutschlands. Die 8-jährige Grundschülerin hat gleich zwei tolle Preise mit ihrem Naturtagebuch gewonnen, für das sie über Hummeln forschte, schrieb, malte und sogar filmte.

  1. Prächtig bemalt hat Myriam Huber den Umschlag ihres preisgekrönten Naturtagebuchs über Hummeln. Foto: Sophia Hesser

  2. Prächtig bemalt hat Myriam Huber den Umschlag ihres preisgekrönten Naturtagebuchs über Hummeln. Foto: Sophia Hesser

  3. Stolz zeigt Myriam im Garten, wo sie die Hummeln beobachtete, ihre Urkunden: 1.Platz im Landeswettbewerb, 2. Platz im Bund. Foto: Sophia Hesser

GOTTENHEIM. Ihn kennt jedes naturbegeisterte Kind: Manfred Mistkäfer. Die Comicfigur ist das Aushängeschild des Forscherwettbewerbs "Naturtagebuch" von der Bundjugend für Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren. Der Mistkäfer lädt jedes Kind dazu ein, auf eigene Faust die Natur zu erforschen, Phänomene zu beobachten und diese in einem Tagebuch festzuhalten. Auch Myriam Huber aus Gottenheim hat den spielerisch-kreativen Forschungsauftrag von Manfred Mistkäfer ausgeführt – und das mit großem Erfolg.

Die Achtjährige hat im vergangenen Jahr ein Naturtagebuch über Hummeln erstellt. "In den Sommerferien hatte ich viel Zeit dafür und habe einen Monat lang Hummeln beobachtet und an dem Tagebuch gearbeitet." Vier Wochen lang hat sie sich über Hummeln informiert, im Internet oder in einem ihrer vielen Lexika, die sie gerne durchblättert. 36 Hummelarten gibt es allein in Deutschland. Die Steinhummel und die Erdhummel hat sie im Garten ihrer Familie in Gottenheim genauer beobachtet. "Die Erdhummel erkennt man leicht, sie ist dick, gelb-schwarz gestreift und hat einen weißen Popo", weiß Myriam. Sie hat sie häufig im eigenen Garten gesehen. Anders die Steinhummel: Das schwarze Tier mit rotem Hinterteil ist seltener zu entdecken. Myriam weiß auch warum: "Die Steinhummel steht auf der roten Liste. Dort sind die Tiere aufgeführt, die gefährdet sind."

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Im Garten der Hubers gibt es viele blühende Pflanzen, die Hummeln mögen. Myriam hat diese fotografiert, ihre Art bestimmt und das Ganze in ihrem Naturtagebuch dokumentiert. Sie hat einen Hummelsteckbrief geschrieben, Hummeln gemalt, eine Hummelgeschichte geschrieben, den Körperbau des Tiers aufgezeichnet und Körperteile bestimmt und einen lustigen Hummel-Cartoon gezeichnet. Weil Hummeln das Dunkle mögen, hat die Grundschülerin ein Hummelhotel im Garten gebaut. Mit Moos hat sie ein Erdloch ausgelegt und darüber einen Tontopf gestülpt, damit Hummeln einziehen konnten. Auch dieses kleine Projekt wurde dokumentiert. Alle Bilder hat sie in einen Ordner geklebt, von Hand neue Erkenntnisse hineingeschrieben oder hineingemalt. "Das war schon viel Arbeit, aber es macht Spaß und in den Sommerferien musste ich nichts für die Schule machen."

Besonders aufwendig war der Film, den Myriam ihrem Naturtagebuch noch beigelegt hat: Sie hat Hummeln im Garten gefilmt und dabei erklärt, was sie über die Tiere weiß. "Das war nicht so einfach, die Hummeln fliegen ja ständig weg." Am Ende hat sich die spielerische Arbeit aber gelohnt. Die Achtjährige wurde Ende März zur Preisverleihung nach Stuttgart in das Linden-Museum eingeladen, wo sie gleich zwei Urkunden entgegennehmen durfte. Denn sie gewann unter bundesweit 1460 Teilnehmern den ersten Preis im Landeswettbewerb und sogar den zweiten im Bundeswettbewerb. Die ganze Familie reiste dafür nach Stuttgart. Einzig Manfred Mistkäfer war bei der Preisverleihung nicht anwesend – er hatte angeblich eine Erkältung und musste das Bett hüten.

Autor: Sophia Hesser