Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

09. Februar 2012

Flotte Tanznummern und närrische Wahlhilfe

Beim Gottenheimer Zunftabend der "Krutstorze" gab es einen bunten Wechsel aus Ballettauftritten, Sketchen und launigen Moderatorenstreichen.

GOTTENHEIM. "60 Jahre Augenblicke" hieß das Motto des Gottenheimer Zunftabends, der mit einem abwechslungsreichen Programm vor rund 300 Zuschauern im Zirkuszelt stattfand. Das Motto griff das 60-jährige Bestehen der Narrenzunft "Krutstorze" auf.

"Eine schöne Veranstaltung braucht auch einen schönen Mann" erklärte Zunftvogt Lothar Schlatter seinen Auftritt, kurz nachdem die Hästräger der Zunft samt ihrer Guggemusik "Krach & Blech" die Bühne geentert hatten, mit einem Augenzwinkern. Schlatter begrüßte die Gäste und erläuterte, dass es nicht leicht gewesen sei, bei den kalten Temperaturen das große Zelt warm und die Toiletten eisfrei zu bekommen. Doch es habe funktioniert. Anschließend übernahmen die gegenwärtige Fasnet (Manuela Rein), die alte Frau Fasnet (Thea Schlatter) und die zukünftige Fasnet (Simone Schlatter und Nicole Schulz) die Moderation und lockerten den Abend immer wieder mit einem Witz oder einem kleinen Sketch auf. Für die Musik zum Tanz und den gelegentlichen Tusch sorgte zwischendurch Alleinunterhalter "Benne".

Werbung

Die "Storze-Fätzer" – fünf junge Schlagzeuger, zeigten anschließend, was sie schon können. Später sorgten sie mit Steel-Drums und handgemachtem House im Schwarzlicht nochmals für Begeisterung. Viel Applaus bekam auch das kleine Ballett, bei dem 13 Mädels unter dem Motto "Jim Knopf" fröhlich über die Bühne tanzten. Die Damenherzen schmolzen in jedem Fall beim Männerballett dahin, Tarzan (Carsten Klotz) rettete dabei seine Jane (Dirk Schwenninger) vor einer wilden Affenhorde. Das mittlere Ballett tanzte, passend zum Wetter, als Feuer und Eis und das neu formierte, achtköpfige große Ballett verführte die Zuschauer als rassige Zigeunerinnen.

Natürlich durften beim Gottenheimer Zunftabend auch Büttenreden und Sketche nicht fehlen. Als Erstes versuchte sich hierbei Isabella Lutz-Herzog als "Frau Wäber". Mitgebracht hatte sie unter anderem einen Liebesbrief auf einer Toilettenpapierrolle, beim Vorlesen assistierte Bürgermeistergattin Sandra Kieber, die "Frau Wäber" aus dem Publikum geholt hatte. Dass die Fußballer vom Sportclub gerne so spielen würden wie die Brasilianer, erfuhr das Publikum beim nächsten Auftritt. Juliane Pfeil und Alexa Andris spielten in ihrem Sketch zwei nicht sonderlich kompetente Mitarbeiterinnen der "Stor-ze-Fäger-Hotline", die eigentlich Feste und Veranstaltungen organisieren sollten und dabei immer genervter wurden. Zehn Gebote hieß das ganz in die Zeit passende Stück, in dem beinahe moderne Kaufleute die Gebote, die ein sichtlich überforderter Moses aufschreiben soll, geradewegs ablehnten. Den "Wahlhelferinnen" Silke Schneider und Sabine Figlestahler war es dann vorbehalten, auf diverse Probleme, Kurioses und Ungereimtheiten im Dorf hinzuweisen, dennoch trösteten sie den in diesem Jahr zur Wiederwahl antretenden Burgi immer wieder mit den Worten "er gibt sich ja Müh".

Frei nach einem Hit der Toten Hosen versuchten sich die Mitglieder der Gugge "Krach & Blech" im lustigen Lied "Zehn kleine Musiker" als Sänger, bevor sich das ungleiche Paar Eckhard Briem und Sabine König um den "Schwenker in Not" Gedanken machten – stets unterlegt mit gegenseitigen Spitzen als älteres Ehepaar. So erklärt sie, dass sie die viele Kosmetik doch brauche, "damit ich schön bin für dich"; worauf er erklärt, "das brauche ich nicht, dafür habe ich ja mein Bier". Und beim Urlaub mit der eigenen Frau war sich Briem sicher, "zahlst das Doppelte, hast aber nur den halben Spaß".

Schon vor der Pause des rund vierstündigen Zunftabends hatte Chronist und "Krutschnieder" Klaus König gemeinsam mit Isabella Lutz-Herzog auf eine bebilderte Zeittafel der Narrenzunft hingewiesen, auf der mehrere Generationen Gottenheimer Narren seit 1937 verewigt sind. Die Tafel soll nun für ein Jahr lang im Rathaus aufgestellt werden, König hofft, dass dabei Besucher noch Infos geben können, wer auf den historischen Fotos zu sehen ist. Aus dem Jahr 1866 sei in einem Freiburger Archiv zudem erstmals der Begriff "Krutstorze" aufzufinden, erläuterte König, ein Protokollbuch der Gottenheimer Fasnacht sei noch aus dem Jahr 1937 vorhanden, als wohl erstmals ein Elferrat gegründet wurde.

Nach einem großen Finale gegen Mitternacht mit allen Beteiligten klang der Zunftabend dann mit Musik und Tanz aus.

Autor: Mario Schöneberg