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08. Mai 2010
Fußgängerampel soll den Schulweg sicherer machen
Gottenheim hat Überweg, den der Bund wegen der B 31 bezahlt.
GOTTENHEIM. Der Kindergarten hat schon angefangen, aber die Kinder aus dem Gottenheimer Wohngebiet Bergstraße und Steinacker/Berg legen auf ihrem Weg dorthin noch einen Halt ein. Sie stehen alle an der Bötzinger Straße und warten, bis das grüne Männchen kommt. Gespannt schauen sie zu, wie zwei Erwachsene, nämlich die Landrätin Dorothea Störr-Ritter und Bürgermeister Volker Kieber, an einem geöffneten Schaltkasten einen Schalter drücken. "Jetzt dauert es noch etwa eine Minute", erklärt Holger Jedele, der Leiter der Straßenmeisterei aus Breisach. Dann, kurz nach 9 Uhr am gestrigen Freitag ist es so weit: Die Fußgängerampel an der Bötzinger Straße hat Strom und leuchtet auf, mit einem roten Männchen. Jetzt sind die Kinder an der Reihe. Sie drücken auf den großen gelben Schaltknopf am Ampelmast. Und tatsächlich, nach rund 20 Sekunden leuchtet das grüne Männchen auf. Jetzt gehen alle gemeinsam über die Straße. Auch die Fahrer der Autos, die gerade unterwegs sind, haben alles richtig gemacht und halten an der erstmals für sie rot leuchtenden Ampel an. "Ich freue mich, dass die Eltern jetzt beruhigt sein können, dass der Weg für ihre Kinder sicherer ist", erklärt die Landrätin. Einen Überweg habe man sich in Gottenheim ja schon lange gewünscht, aber jetzt seien auch die Bedingungen da, die es möglich machten, eine Fußgängerampel zu bauen. Die Verkehrszahlen auf der Bötzinger Straße dürften sich zwar in den letzten Jahren wenig geändert haben. Zugenommen hat aber seit 2008 die Zahl der Fußgänger, steigt doch im neuen Baugebiet Steinacker-Berg Monat für Monat die Einwohnerzahl an. Und darunter sind vor allem junge Familien mit Kindern, die hier, an der Kreuzung mit der Bergstraße und der Kaiserstuhlstraße, auf ihrem Weg zu Kindergarten und Schule die Bötzinger Straße überqueren müssen. Bei der letzten Zählung im Juni 2009 waren es in der Spitzenstunde 34 Fußgänger, inzwischen dürften es mehr sein. "Uns war es darum sehr wichtig, die Fußgängerampel so nah wie möglich an diese Kreuzung zu legen, sonst würde sie von den Fußgängern nicht angenommen werden" erklärte Bürgermeister Volker Kieber.
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Den Ausschlag, dass Gottenheim nun den schon einmal in den 90er Jahren geforderten Überweg bekommen hat, gab aber ein Umstand, der noch in der Zukunft liegt: Der Bau der Bundesstraße 31 West von Umkirch bis Gottenheim. Diese neue Straße wird dazu führen, dass der bisherige Durchgangsverkehr zwischen Umkirch/ Freiburg im Osten sowie Wasenweiler/Breisach im Westen nicht mehr durch die Ortsdurchfahrt der Hauptstraße, sondern – zumindest in großen Teilen – durch die Bötzinger Straße führen wird. Darum wird die rund 20 000 Euro Kosten für Ampel auch nach dem Verursacherprinzip vom Bund bezahlt und nicht vom Land, das ansonsten für die Straße als Landesstraße 115 zuständig ist. Dass die Ampel nun aber schon fast zwei Jahre vor der Fertigstellung der B 31 bis Gottenheim kommt, liegt nicht zuletzt am Drängen der Eltern und Bürger, für die Alexandra Dankert von der Bürgerinitiative GO West und Gabriele Brender von den Bewohnern des Gebiets Bergstraße an der Inbetriebnahme der Ampel teilnahmen. Sie hatten sich sowohl mit der Landrätin wie mit dem Regierungspräsidium in Verbindung gesetzt und waren auf offene Ohren gestoßen. "Natürlich mussten auch die verkehrsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sein" betonte Landrätin Dorothea Störr-Ritter. Das gelte auch für die Frage eines Überwegs in der Merdinger Ortsdurchfahrt. Man sei aber auch hier zu Gesprächen mit der Gemeinde und den dortigen Elterngruppen bereit. Die schnelle Lösung hat auch erleichtert, dass ein Anwohner bereit war, die Ampel, über einen zwischengeschalteten Zähler, an sein Hauptstromnetz anschließen zu lassen. Der endgültige Anschluss an den über hundert Meter entfernten Stromverteiler kann somit warten, bis in diesem und im nächsten Jahr die anstehenden Arbeiten an der Kanalisation und der Fahrbahn getätigt werden. Schon jetzt steht fest, dass es an der Einmündung der Bötzinger Straße in die Hauptstraße keinen Kreisverkehr geben wird. "Dort reicht der Platz nicht aus, wegen der Lastwagen", erklärte Bürgermeister Kieber. Selbst die abknickende Vorfahrt nach rechts in die Straße Richtung Wasenweiler werde schwierig, weil Lastzüge wegen des engen Radiuses auf die Gegenfahrbahn ausscheren müssen.
Autor: Manfred Frietsch
