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20. Januar 2009

Gefestigter Angelverein will Mühlbach verbessern

Gottenheimer Angler ziehen zufriedene Jahresbilanz / Der Mühlbach soll durchgängiger und naturnäher werden

  1. Claudio Schill vom Landesfischereiverband Baden (links) überreicht den Hegeplan für Gottenheims Mühlbach an den Vorsitzenden des Angelsportvereins Gottenheim, Jürgen Steiner. Foto: mario Schöneberg

GOTTENHEIM (schö). Eine ereignisreiche Zeit liegt hinter den Mitgliedern des Gottenheimer Angelsportvereins (ASV). Doch nach den turbulenten Vorjahren verlief die diesjährige Jahreshauptversammlung, bei der der Vorsitzende Jürgen Steiner wieder gewählt wurde, harmonisch. Spürbar war das allgemeine Aufatmen im Saal des Gasthauses Tuniberg, als Kassenprüfer Otto Schwenninger der im Vorjahr neu gewählten Kassiererin Susi Danner eine fehlerfreie Kassenführung bescheinigte und feststellte, dass es nun eine ordentliche Mitgliederliste gebe.

Zuvor hatte der Vereinsvorsitzende Jürgen Steiner auf das Jahr 2008 zurück geblickt. Er berichtete von einem Jurtentag am Riedweiher im Frühjahr, bei dem die Besucher auf einem Fischlehrpfad Wissenswertes rund um den See und seine Fische erfahren konnten. Nächster Höhepunkt des Vereinsjahres war der Mai-Hock am See. Beim Hahlerai-Fest sei der ASV ebenfalls mit einem Stand vertreten gewesen, berichtete Steiner. Und natürlich investierten die Mitglieder wieder viele Stunden in die Pflege der Gottenheimer Fließgewässer, des Riedweihers und der Uferbereiche sowie dem Wiederaufbau der durch herab gefallende Äste beschädigten der Schutzhütte am See. Insgesamt seien so mehr als 1100 Arbeitsstunden zusammen gekommen, für die Bürgermeister Volker Kieber danke sagte.

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Trotz des Anglerhocks und der Teilnahme am Hahlerai-Fest musste Kassiererin Susi Danner in ihrem detaillierten Kassenbericht ein leichtes Minus vermelden, ncht zuletzt wegen der Investitionen in die Gewässerpflege und der Kosten für die Schutzhütte. Der Vorsitzende kündigte an, dass er daher 2010 eine leichte Beitragserhöhung vorschlagen werde. Der Verein zählt derzeit 80 Mitglieder, davon 30 Aktive mit Angellizenz.

Nach den Teilwahlen, bei denen neben dem Vorsitzenden auch Schriftführer Jörg Schmidt und Gewässerwart Marco Maurer wieder gewählt wurden, stellte dann Claudio Schill, Gewässerreferent des Landesfischereiverbandes Baden, den von ihm erstellten Hege- Plan für den oberen Mühlbach vor. Der in rund 830 Metern Höhe in Horben entspringende Bach, der von Waltershofen kommend durch Gottenheim fließt, weise eine ganze Reihe von Problemen auf, erläuterte Schill. Die etwa 1,7 Kilometer Pachtstrecke des ASV sei total vom Menschen verändert, überhaupt gebe es in Baden-Württemberg kaum noch naturbelassene Fließgewässer.

Bauwerke und Landwirtschaft schädigen den Mühlbach
Dem oberen Teil des Gottenheimer Mühlbachs würde er die Schulnote vier bis fünf geben, urteilte Schill. Er sei durch das Wehr zum Neugraben und die Wasserkraftanlagen am Sägewerk komplett isoliert, es könne kein genetischer Austausch stattfinden, weil die Fische nicht wandern könnten. Zudem führten die Bauwerke auch zu einer Verschlammung im angrenzenden Gewässerteil. Viele Gewässerpflanzen sterben zudem durch starken Düngemitteleintrag. Den für solche Bäche typischen Leitfisch, die Äsche, gebe es nicht mehr; die Bachforelle komme nur noch als isolierter Bestand vor. Wichtig sei daher der Einbau von Wandermöglichkeiten für die Fische. Zudem könnten die Angler Strukturen schaffen, die es den Fischen ermöglichten, sich zurückzuziehen und zu laichen. Ein Fischbesatz des Bachs sei derzeit nicht sinnvoll, erläuterte Schill. Zudem schlug er vor, der Bachforelle im Winter eine Schonzeit zu gönnen und auch sonst ihre Befischung zu begrenzen.

Autor: schö