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08. Oktober 2009

Gewerbegebiet Viehweid kann erweitert werden

Gemeinderat Gottenheim erhebt Bebauungsplan zur Satzung

GOTTENHEIM (schö). Einstimmig beschlossen die Gemeinderäte den Bebauungsplan "Gewerbegebiet Viehweid-Erweiterung" mit den dazugehörigen Bauvorschriften und erhoben ihn zur Satzung. Die Firma Metallverwertung plant nördlich und östlich ihres bisherigen Standortes an der künftigen Auffahrt zur Bundesstraße 31 neue Hallen. Der Plan sei eigentlich schon im vergangenen Oktober beschlussreif gewesen, so Ruppel, doch es fehlten noch zwei städtebauliche Verträge, zwischen Gemeinde und Firma sowie Gemeinde und Regierungspräsidium, den ökologischen Ausgleich betreffend. Man habe daher deren Unterzeichnung abgewartet, um nicht schon Baurecht zu schaffen, ohne dass die Finanzierung des Ausgleichs geklärt sei.

Der Ausgleich für das neue Gewerbeareal sei die Reaktivierung und Pflege einer Schlute nördlich der künftigen Bundesstraße und die extensive Pflege einer Wiese am Ponyhof. Das Baufenster sei gegenüber dem vorhergehenden Entwurf etwas vergrößert worden, ansonsten habe es nur redaktionelle Änderungen gegeben, erläuterte der Planer. Ein Bewohner des benachbarten Wohngebietes Au habe Kritik am Lärmschutz geübt. Dies könne aber nicht Gegenstand der Bebauungsplanung sein, erläuterte Ruppel, zumal der bestehende Betrieb genehmigt und geprüft worden sei. Er rechne aber mit einer Verringerung des Lärms, wenn die Metallverwertung lärmintensive Arbeiten in die neuen Hallen zur B 31 hin verlege.

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Es gebe für die geplante Verlagerung des Sportgeländes kein K.-o.-Kriterium für die vorgesehene Inanspruchnahme des Waldstücks, betonte Bürgermeister Volker Kieber im Gemeinderat. Dieser beschloss später, mit dem Planentwurf nun in die Offenlage zu gehen.

Der Bebauungsplan "Viehweid-Gewerbe und Sport" sei ausgesprochen kompliziert, nicht zuletzt wegen der vielen betroffenen Schutzgebiete, betonte Stadtplaner Ulrich Ruppel. Dennoch zeigte er sich optimistisch, dass das Vorhaben, mit dem der Metallverwertung eine weitere Erweiterungsmöglichkeit geschaffen werden soll, gelingen könne. Man habe nun Ausgleich für das verloren gehende Landschaftsschutzgebiet sowie für die Biotope gefunden, erläuterte Ruppel. Zudem sei der Plan etwas geändert worden, es gebe nun eine Wendeplatte am Clubheim, etwas versetzt liegende Tennisplätze und 127 Parkplätze. Richtung Bahnlinie soll zudem eine Ausgleichsfläche für die Zauneidechsen entstehen.

Einen Überblick über die notwendigen Gutachten und Untersuchungen gab Michael Glaser vom Freiburger Landschaftsarchitekturbüro Dietrich. Wichtig sei, dass durch die Rodung von 0,67 Hektar Wald keine direkten Vorkommen geschützter Tiere beeinträchtigt würden, so Glaser. Die Libellenart Helmazurjungfer komme hier nicht vor. Denkbare Beeinträchtigungen sollen durch eine Reihe von Ausgleichsmaßnahmen abgefedert werden. So sollen Laichgewässer für Amphibien und ein Hirschkäfermeiler entstehen, ein Bannwald für Vögel, Fledermäuse und Käfer. Nördlich der B 31 sollen 1,19 Hektar Wald aufgeforstet werden.

Autor: schö