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28. August 2010
Gottenheim wird wieder Baustelle
Die Bötzinger Straße wird bis in den Advent wegen Kanalisationsarbeiten gesperrt / Umleitung über die Bahnhofstraße.
GOTTENHEIM. Am Montag wird Gottenheim wieder einmal zum Baustellendorf. Nach den großen. Nach den über viele Monate laufenden Arbeiten der Jahre 2006 bis 2008 in der Hauptstraße ist jetzt für den Rest dieses Jahres die zweite wichtige Durchfahrtsstrecke, die Bötzinger Straße an der Reihe. In ihr stehen umfangreiche Kanalsanierungsarbeiten an. Der Durchgangsverkehr von und nach Bötzingen und dem inneren Kaiserstuhl wird dann über die Bahnhofstraße umgeleitet.
Gottenheim ist ein Knotenpunkt, wo sich die Verkehrsstränge zwischen Kaiserstuhl und Freiburg bündeln. Rund die Hälfte des Verkehrs aus und in westlicher Richtung fließt normalerweise über die Bötzinger Straße, die andere Hälfte über die obere Hauptstraße in und aus Richtung Wasenweiler. Wird nun die Bötzinger Straße gesperrt, geht ihr ganzer Verkehr über die Bahnhofstraße, vom offen bleibenden Bahnübergang der Bötzinger Straße bis zur Ortsmitte, wo die Bahnhofstraße mit einer engen Einmündung an die Hauptstraße anschließt. Die Bahnhofstraße wird auch für die Umleitungszeit eine Tempo-30 Zone bleiben. Ein provisorischer Fußgängerüberweg wird im Bereich des Bahnhofes angelegt, auch soll es eine Ampelschaltung geben. Nur die großen, zur Verkehrsberuhigung aufgestellten Pflanzenkübel werden wohl entfernt, um den Umleitungsverkehr nicht zusätzlich zu behindern. Dennoch wird es sich für manche Durchgangsfahrt zwischen Bötzingen/Innerer Kaiserstuhl und Freiburg empfehlen, Gottenheim gar nicht erst anzusteuern, sondern über die Straße von Bötzingen nach Neuershausen den Weg durch die March zu wählen.Werbung
Die Bötzinger Straße ist auch die Trennlinie zwischen dem alten Dorf und dem Baugebiet Bergstraße und Steinacker/Berg. Um die dortigen Bewohner nicht vom Rest des Dorfes abzuhängen, wird in der Bötzinger Straße in drei zeitlich aufeinander folgenden Abschnitten gearbeitet. So bleiben jeweils die Zufahrten von der Bötzinger Straße in das Baugebiet in zwei der drei Abschnitte offen.
Begonnen werden die Arbeiten am Montag, 30. August in dem unteren Abschnitt der Bötzinger Straße, zwischen der Bahnhofstraße und der Gartenstraße. Hier wird voraussichtlich bis Mitte Oktober gearbeitet, bevor die Baustelle dann weiter aufwärts verlegt wird.
Am 19. Juli hatte der Gemeinderat die Aufträge für die Arbeiten vergeben. Es geht um die Sanierung von defekten Leitungen und Kanälen, die zudem hochwassertauglich vergrößert werden sollen. Diese Arbeiten werden im Frühjahr im Bereich der äußeren Hauptstraße und dort abzweigender Straßen fortgesetzt.
"Die Bauarbeiten sind notwendig, um eine nachhaltige Verbesserung des Hochwasserschutzes im Dorf zu ermöglichen, hierzu muss das Kanalsystem größer dimensioniert werden", erklärte dazu Bürgermeister Volker Kieber. Finanziert werden die Kosten für die Kanalsanierung im Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung der Gemeinde und damit über die Abwassergebühren. Diese wurden, um die Investition zu stemmen, deshalb zum Jahresbeginn erhöht. Sollten die Kosten unter dem errechneten Ansatz bleiben, werden Einsparungen wieder über eine Senkung der Gebühren an die Bürger zurück gegeben, versicherte Kieber.
Das jetzige Kanalnetz reicht nicht mehr aus, um das durch die gewachsenen Baugebiete abfließende Oberflächenwasser aufzunehmen. Das zeigte zuletzt der Starkregen am 14. August. Das gesamte Oberflächenwasser und Abwasser wird Richtung Hebewerk ins untere Dorf geleitet, weshalb es hier oft zu Überschwemmungen von Straßen, Höfen und Kellern kam. Im Generalentwässerungsplan von 2007 wurde der Umbau der Kanalisation in der Bötzinger Straße, vorgeschlagen. Schon im Zuge der Sanierung der Hauptstraße wurde geplant, den Kanal dort zu entlasten und das Wasser über die Bötzinger Straße abzuleiten. Nun soll der Mischwasserkanal in der Carl-Frey-Straße, im Ihringer und in der oberen Hauptstraße an die Kanalisation in der Bötzinger Straße angeschlossen erden. Jenseits der Bahnlinie wird das Oberflächenwasser dann in den Mühlbach geleitet. Die Wassermenge, die durch das ganze Dorf zum Abwasserhebewerk geleitet wird, verringert sich dadurch, so dass der Kanal in der unteren Hauptstraße entlastet wird.
Die Arbeiten zur Erneuerung der Kanal- und Wasserleitung haben ein Volumen von rund einer dreiviertel Million Euro. Den Zuschlag bekam die Firma Baldinger aus Merdingen, für ebenfalls anfallende kleinere Arbeiten in der Kirchstraße die Firma Knobel aus Hartheim. Die Kostenangebote liegen dabei rund ein Drittel unter den ursprünglich veranschlagten Bausummen.
Nach den Bauarbeiten im Untergrund werden die Straßendecken saniert und eine neue Asphaltdecke wird aufgebracht. Dabei bekommt die Gemeinde Gottenheim Unterstützung durch das Regierungspräsidium, das die Erneuerung des Straßenbelags in Höhe von 130 000 Euro auf der Bötzinger Straße, der Landesstraße 115, übernimmt. Wenn im Frühjahr 2011 dann in der oberen Hauptstraße gearbeitet wird, soll es, da es sich hier um eine Kreisstraße handelt, einen Zuschuss des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald von 30 000 Euro geben. Ebenfalls im Frühjahr soll der Feinbelag auf die Straßen aufgebracht werden. Auf eine Pflasterung der Gehwege wurde aus Kostengründen verzichtet. Der Stromnetzbetreiber EnBW wird die Bauarbeiten nutzen, um die Straßenbeleuchtung zu erneuern. Die Gemeinde lässt zudem ein Leerrohr für einen späteren Ausbau des DSL-Netzes in der Bötzinger Straße verlegen.
Autor: Manfred Frietsch


