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06. August 2010

Kinder sorgen für Schlupflöcher

Große Nistkastenaktion der Gottenheimer "Krutstorze" im Rahmen des Sommerferienprogramms der Gemeinde.

  1. Zahlreiche Nistkästen können dank fleißiger Kinder in Gottenheim aufgehängt werden. Foto: Mario Schöneberg

GOTTENHEIM. Mit viel Eifer und Spaß an der Arbeit bauten dieser Tage 31 Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren unter kundiger Anleitung der Jugendleiter der Gottenheimer Narrenzunft "Krutstorze" im Rahmen des Sommerferienprogramms artgerechte Nistkästen zusammen.

Hunderte Bretter, gut 1000 Nägel und viel Schleifpapier: Mit reichlich Eifer waren die Kinder am Werk, am Ende konnte jedes von ihnen ein selbst gebautes Vogelhäuschen mit nach Hause nehmen. Manche der Nachwuchsschreiner waren sogar so eifrig – sie schafften zwei Exemplare –, dass am Ende mehr als 40 Paare brütender Vögel im kommenden Frühjahr ein neues Zuhause finden können. Die Nistkästen entsprechen den Richtlinien des Naturschutzes, erläuterte Zunftmitglied und Schreiner Dirk Schwenninger, unter dessen Anleitung der Bastelmittag vor dem Gottenheimer Vereinsheim stattfand. Die Hälfte der Nistkästen sind nur mit einem kleinen Einflugloch ausgestattet, für Höhlenbrüter wie die Kohlmeise oder die Blaumeise. Die andere Hälfte ist für Halbhöhlenbrüter mit einer größeren Öffnung versehen. Hier sollen einmal brütende Rotschwänzchen und Rotkehlchen ein Zuhause finden.

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Die Bretter habe er vorgefertigt, erläuterte Schwenninger, Material und Werkzeug stellten das Gottenheimer Sägewerk Meier und die Umkircher Schreinerei Müllerschön. Die restlichen Arbeiten erledigten die Kinder aber selbst – natürlich nur unter Anleitung – von insgesamt zwölf Helfern aus den Reihen der Narren. Zuerst musste das Holz eifrig geschliffen werden, schließlich sollen sich weder die kleinen Vögel noch die Nachwuchshandwerker einen Splitter einfangen. Als nächster Schritt wurden Löcher gebohrt. Schreiner Schwenninger war überrascht, wie souverän und geschickt die Kinder mit einer Standbohrmaschine umgehen konnten – natürlich nur unter Aufsicht und mit Schutzbrille. Die Wände des Nistkastens wurden anschließend zusammengenagelt, während der Boden verschraubt wurde. Zwar seien geschraubte Verbindungen eleganter und schöner, doch gerade das Nageln habe den Kindern am meisten Spaß gemacht, verriet der Schreiner.

Das Gefühl, mit Händen etwas zu schaffen

Das Gefühl, etwas mit den Händen zu schaffen, aber auch die Erfahrung, mal einen Nagel krumm zu hauen, sei wichtig für Kinder. Der Boden wiederum sei verschraubt worden, damit man ihn zur Reinigung oder Ungezieferkontrolle auch sauber und einfach entfernen könne. Dies sei jährlich im Frühjahr, vor Beginn der Brutsaison empfehlenswert, so Schwenninger. Danach bekam das Vogelhäuschen sein Schlupfloch mit Sitzstange davor und ein geschwungenes Dach sowie eine Befestigungsstange. Zuletzt konnten die fleißigen Handwerker noch ihren Namen eingravieren und die Kästen verzieren, die im kommenden Frühjahr sicher in vielen Gottenheimer Gärten aufgehängt sein werden.

Für die Jugendleiter der Gottenheimer Narrenzunft um Simone Armbruster, Lukas Trotter und Manuela Rein war der Basteltag ein voller Erfolg. Sie freuten sich, dass so viele Kinder mitgemacht hätten, gerade auch Mädchen. Überhaupt wollen sich die Narren künftig vermehrt in der Jugendarbeit engagieren, betonte Manuela Rein. Nicht umsonst hätten sie eine Wochen lang im Münstertal einen Jugendleiterkurs besucht. Ob Wanderungen, Zeltlager oder die neu gegründete Jugendgugge, dem närrischen Nachwuchs soll bei den "Krutstorze" auch künftig einiges geboten werden.

Autor: Mario Schöneberg