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18. Februar 2009
Umweltverbände zur B 31
KOMMENTAR: Alte Fragen neu gestellt
Nordvariante oder Südvariante, der Streit um die Trassenführung für den zweiten Abschnitt der B 31 West beherrscht die Debatte um dieses Straßenprojekt, seit das Regierungspräsidium vor nun bald drei Jahren die Pläne dafür offen legte. Inzwischen hat die planende Behörde sich auf ihren alten Entwurf, also die Nordvariante, festgelegt. Wo die Straße gebaut werden soll, erregt die Gemüter, aber kaum noch die Frage, ob sie überhaupt gebaut werden soll. Genau dies tut nun der Landesnaturschutzverband. Wer will das jetzt noch hören?
Es sind die altbekannten Argumente: Landschaftszerschneidung, ja Zerstörung – ein Niedermoor ist durch keine Ausgleichsflächenausweisung zu ersetzen. Sodann der Verweis darauf, dass ein Großteil des Verkehrs ortsgebunden ist, mithin keine Fernstraße braucht. Weiter der Verweis auf die bestehende, schnurgerade jetzige B 31 zwischen Breisach/Elsass und der Autobahn. Schließlich die Binsenweisheit, dass neue Straßen zusätzlichen Verkehr erzeugen. Das wurde sogar im behördlichen Planungsprozess bestätigt: Bötzingen soll durch den ersten Abschnitt der B 31 mehr Autos abbekommen, weil die Straße sogartig zu Verkehrsverlagerungen führt. Sind es also nur alte Hüte, die die Naturschützer aufziehen?
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Nun, entkräftet worden sind ihre Einwände bisher nicht, sie wurden nur beiseite geschoben damit, dass die Region die Straße eben brauche. Aber wofür? Seit 2007 stagniert das Verkehrsaufkommen – vor allem der Spritpreise und der Wirtschaftskrise wegen, mittelfristig aber auch aufgrund des demographischen Wandels. Der Tourismus braucht die Straße nicht und der Breisgau-S-Bahn würde sie – ein umweltpolitischer Sündenfall – Konkurrenz machen. Auch das war schon bekannt, ebenso wie die hohen Baukosten. Neu nur, dass heute noch weniger absehbar ist, wo der Bund das Geld dafür herholen soll.
Die Forderung, Lastwagen durch Verkehrslenkung aus den Orten fernzuhalten, verfolgt auch die Stadt Freiburg für ihre Tuniberg-Ortsteile. Regierungspräsidium und Kreis bekämpfen dies, auch weil die Kreisgemeinden dann gleiches Recht einfordern würden – mit dem Ergebnis, dass ein Hauptargument für den Bau der B 31, nämlich der Lkw-Durchgangsverkehr, entfiele.
Wirklich neu ist nun der Vorschlag einer Spange bei Bötzingen. Das kann jedoch dort, so nah am Ort, niemand wollen. Die Naturschützer selbst sehen es nur als Notlösung – eine, die aber verträglicher sei als das Großprojekt B 31 West neu.
Autor: Manfred Frietsch
