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11. Juni 2011

Konjunktur für Diebe und Betrüger

In Gottenheim ging 2010 die Zahl er erfassten Straftaten zurück, aber bei Diebstählen und Vermögensdelikten gab es Zuwächse.

GOTTENHEIM. Viel Lob bekamen das Polizeirevier Breisach und der Polizeiposten Bötzingen, als Revierleiter Berthold Bock und Postenführer Armin Zeller im Gemeinderat die Kriminalitätsstatistik für 2010 vorstellten. Sie weis einen leichten Rückgang der Straftaten und eine höhere Aufklärungsquote auf.

137 Straftaten gab es im vergangenen Jahr in Gottenheim, das sind 13 weniger als im Vorjahr, aber 34 mehr als 2008. Im gesamten Revier habe es hingegen einen leichten Anstieg gegeben, erklärte Berthold Bock. Auch bei der Ausklärungsquote sei Gottenheim besser, als das Revier. Wurden im ganzen, 53 000 Einw ohner zählenden Revierbereich 55 Prozent der Straftaten aufgeklärt, so waren es in Gottenheim 77 Straftaten, also 56,2 Prozent.

Wie viele Straftaten tatsächlich in der Statistik erfasst würden, hänge immer auch vom Anzeigeverhalten der Geschädigten und vom Kontrolldruck der Polizei ab, erläuterte Bock. So gebe es zum Beispiel Schulen, die Straftaten unter Schülern aus Imagegründen lieber intern lösten, während andere sich sofort mit dem Jugendsachbearbeiter der Polizei zusammensetzten. Ebenso falle es einem Geschädigten leichter, Anzeige zu erstatten, wenn die Polizei – wie bei größeren Veranstaltungen – bereits vor Ort sei.

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Zu Schwankungen in einer Statistik komme es auch durch besondere Umstände. So werde eine Schwarzfahrt in der S-Bahn immer der Gemeinde zugerechnet, in der der Kontrolleur mit dem Täter aussteige. 23 mal wurde so in Gottenheim als Umsteigebahnhof ein Schwarzfahrer erwischt. Und die Baustellen der B 31 West hätten im vergangenen Jahr vermehrt zu Diebstählen geführt, die im Nachhinein kaum aufzuklären seien. Eine Zunahme gebe es auch in der Region bei allem, was online und mit Scheckkarten an Betrug möglich sei. Dies führe auch in Gottenheim zu einer Zunahme der Vermögens- und Fälschungsdelikte, immerhin um 17 Fälle auf 39. Auch die Straßenkriminalität habe um neun auf 38 Fälle zugenommen. Darunter fallen alleine 33 Diebstahlfälle, davon vier Fahrräder und zwei PKW. Wirklich schwere Delikte gebe es aber am Tuniberg kaum; für 2010 sei, so Bock, nur eine gefährliche Körperverletzung aktenkundig. Die 77 aufgeklärten Fälle wurden dabei von 53 Personen begangen, davon seien 22 unter 21 Jahren alt gewesen. Gewaltdelikte bei Jugendlichen seien gar keine erfasst worden.

Gemeinderat und Bürgermeister Volker Kieber dankten den 53 Mitarbeitern des Polizeireviers Breisach für ihren Einsatz. Insbesondere vom zuständigen Bötzinger Posten fühle man sich gut versorgt. Eine weiterhin enge Zusammenarbeit mit dem Jugendclub und dessen neuem Vorstand wurde angeregt und zugesagt.

Autor: Mario Schöneberg