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18. Juni 2010

Kosten für Sportplatzverlegung stabil

SV Gottenheim erzielt Einsparungen beim Bau des Kunstrasenplatzes / Ohne Bewässerung, aber mit neuer Flutlichtanlage.

GOTTENHEIM. Die Verlegung des Sportgeländes in Gottenheim für die Erweiterung der Firma Metallverwertung wird nach aktuellem Kenntnisstand günstiger als in der Kostenschätzung vorgesehen. Das war in der jüngsten Gemeinderatssitzung zu erfahren. Dort stimmten die Räte der Vergabe der Arbeiten für den Kunstrasenplatz samt Flutlichtanlage zu.

Der Kunstrasenplatz und die Flutlichtanlage seien nach der Vergabe der Erschließung und der Tiefbauarbeiten die zweite und die dritte Ausschreibung für die Verlegung des Sportgeländes, erläuterte Projektsteuerer Markus Biechele. Auch diesmal seien die günstigsten Angebote unterhalb der Kostenschätzung geblieben. Nicht zuletzt auch, weil hier nicht die Gemeinde sondern der Sportverein Bauherr sei und man nachverhandeln könne.

Zur Ausschreibung des Kunstrasenplatzes gehörten neben dem eigentlichen Sportplatz auch die Drainagen und die Umrandung, optional noch eine Bewässerungsanlage und separat eine Flutlichtanlage, erklärte Biechele. Man habe 13 renommierte Fachfirmen im Rahmen einer beschränkten Ausschreibung angefragt und acht Angebote bekommen. Mit vier Anbietern habe er dann nochmals Bietergespräche geführt, mit dem Ziel, ein Pauschalangebot zu bekommen. Vorne liege nun die Firma Amann aus Sasbach, mit einem Angebot von rund 326 700 Euro.

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Für den Kunstrasen soll nur Neugummi verwendet werden

Obwohl einige Experten eine Bewässerung empfehlen, wolle man in Gottenheim darauf verzichten, so der Projektsteuerer. Die ausgeschriebenen Kunstfasern hätten eine hohe Qualität, so dass auch der Hersteller sage, es ginge auch ohne. So könnten knapp 20 000 Euro gespart werden. Der Hauptgrund für die Bewässerung seien Dämpfe, die nach einiger Zeit entstünden, wenn für den Kunstrasenplatz Recyclingmaterial verwendet werde, erklärte Bürgermeister Volker Kieber. Das Gummi werde zwar beschichtet, doch nach einigen Jahren und entsprechendem Abrieb mit dem Sand im Platz werde die Beschichtung abgerieben und dann käme das alte Material – zum Beispiel Gummi aus Altreifen – zum Vorschein. In Gottenheim solle daher nur Neugummi Verwendung finden. Und es werde in Absprache mit dem Verein der robustere, länger haltbare und günstigere gekräuselte Belag gewählt, ergänzte Projektsteuerer Biechele. Hier rechne man mit einer Haltbarkeit des Kunstrasens von bis zu 20 Jahren, die darunter liegende elastische Tragschicht soll sogar 40 Jahre nutzbar sein.

Ursprünglich sei auch mal geplant gewesen, die bestehende Flutlichtanlage zu übernehmen, wenn die Masten statisch noch in Ordnung seien, erklärte Biechele. Doch schon bei den Arbeiten für die Erschließungsstraße seien zwei von ihnen beschädigt worden, so dass eine neue Anlage gebraucht werde, was am Ende 15 000 mehr koste, als die alten umzusetzen. Die vorhandenen Masten seien nicht in Hülsen gesteckt, sondern fest einbetoniert gewesen, ergänzte Bürgermeister Kieber. Sie umzusetzen ginge also nicht, ohne sie zu beschädigen. Außerdem sei niemand bereit, für deren Standfestigkeit die Gewähr zu übernehmen. Daher sei eine neue Flutlichtanlage unumgänglich, wobei die moderne mit nur vier statt bisher sechs Masten auskomme. Dadurch werde auch wieder Geld gespart. Letztlich koste die neue Flutlichtanlage, die die Firma "Mühlbauer Licht und Ton" aus Usingen bauen soll, rund 26 300 Euro.

Große Freude herrschte im Rat, als Projektsteuerer Biechele vom aktuellen Stand der Finanzplanung berichtete. Wegen der günstigeren Erschließung und den Einsparungen beim Kunstrasen sowie höheren Einnahmen beim Grundstücksverkauf und guten Aussichten bei den Fördermitteln reduziere sich der Zuschuss der Gemeinde um 28,2 Prozent auf nun noch 864 000 Euro brutto.

Gemeinderäte hoffen auf geringere Gemeindezuschüsse

Das sei aber nur eine Momentaufnahme, dämpfte Biechele die Freude. Schließlich kämen die größten Posten noch. Und je nach Wirtschaftslage seien Schwankungen um plus minus 20 Prozent immer möglich. Während einige Gemeinderäte erklärten, die Einsparungen sollten auf keinem Fall an anderer Stelle wieder ausgegeben werden, meinte der Projektsteuerer, wenn man in der Endabrechnung auf die geplanten 1,2 Millionen Gemeindezuschuss komme, könne man doch zufrieden sagen, man sei im vorgegebenen Budget geblieben.

Autor: Mario Schöneberg