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11. Januar 2012

"Management der Gesellschaft im Kleinen"

DREI FRAGEN an Volker Kieber zur Bürgermeisterkandidatur.

GOTTENHEIM. Am 31. August endet Volker Kiebers erste Amtszeit als Bürgermeister in Gottenheim. Beim Neujahrsempfang der Gemeinde am Montagabend kündigte er an, sich bei der Wahl, die voraussichtlich im Juni stattfinden wird, zur Wiederwahl zu stellen. Manfred Frietsch befragte ihn dazu.

BZ: Herr Kieber, ihre Kandidatur ist allgemein erwartet worden. Haben Sie im Vorfeld dazu Kontakt mit Vertretern der Fraktionen im Gemeinderat gehabt?
Kieber: Nein, ich habe da keine politischen Vorgespräche geführt. Aber ich habe mich mit meiner Familie und besonders mit meiner Frau beraten und habe mich dann entschieden, wieder für die Bürgermeisterwahl zu kandidieren.
BZ: Sie sind einer der wenigen Bürgermeister, die nicht Mitglied einer Partei oder Wählervereinigung sind und auch nicht für den Kreistag kandidierten. Sind da Änderungen in ihrer zweiten Amtszeit denkbar?
Kieber: In einer Gemeinde der Größenordnung wie Gottenheim spielt Parteipolitik eigentlich kaum eine Rolle. Das Einzige, was mir da jetzt rückblickend einfällt, ist vor Jahren die Entscheidung über einen Beitritt zum Verband TRAS gegen Atomkraftwerke am Oberrhein gewesen. Dazu gab es eine längere, auch parteipolitisch beeinflusste Diskussion. Aber auch hier haben wir dann mit großer Mehrheit den Beitritt beschlossen. Ich habe keine Probleme mit den Parteien und habe damit gute Erfahrungen gemacht, unabhängig zu sein. Was den Kreistag anbetrifft, so bietet der natürlich ein gutes Netzwerk. Aber muss man sehen, dass dessen Möglichkeiten, wirklich Gravierendes entscheiden und bestimmen zu können, sehr begrenzt sind. Hier, in der Gemeinde, kann ich viele Impulse setzen und mit Gemeinderäten und den Bürgern etwas erreichen, das finde ich interessant.

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BZ: Vor acht Jahren waren Sie noch Förster. Haben sie als Bürgermeister Ihren alten Beruf schon einmal vermisst?
Kieber: Der Forstberuf war sehr schön, er hat mir ungemein viel Freude bereitet. Aber dennoch habe ich den Wechsel nie bereut. Der Beruf als Bürgermeister ist vielseitiger, er hat enorm viele Facetten und bildet so etwas wie das Management unserer Gesellschaft im Kleinen, im Maßstab einer Gemeinde ab. Das möchte ich auch nicht missen! Und wenn ich mich nach dem Wald sehne, kann ich auch hier in Gottenheim hingehen. Ich genieße es sehr, wenn ich im Grünen sein kann!

Autor: fri