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08. Mai 2010

Mehr Gäste am Kaiserstuhl/Tuniberg

Tourismusverein setzt auf Trend zu Inlandsurlaub / Senioren müssen als wachsende Zielgruppe beworben werden.

MERDINGEN (schö). "Die Prognosen für 2010 lassen uns im Bereich Tourismus aufatmen", betonte der Vorsitzende des Vereins Kaiserstuhl-Tuniberg-Tourismus (KTT), Vogtsburgs Bürgermeister Gabriel Schweizer, bei der KTT- Jahreshauptversammlung in Merdingen. Besonders die Verlängerung der Plenum-Förderkulisse um fünf Jahre sei dabei eine große Chance, aber auch Verpflichtung für die Region.

"42 Prozent der Deutschen sitzen buchstäblich schon auf gepackten Koffern", zitierte Bürgermeister Schweizer vor rund 40 anwesenden Mitgliedern aus aktuellen Prognosen. Das mache ihn für den Fremdenverkehr in der Region verhalten optimistisch. Denn für die Deutschen werde Urlaub in der Heimat und in der Natur immer wichtiger. Hier böten Kaiserstuhl und Tuniberg eine hervorragende Infrastruktur mit guten Wanderwegen, einer gepflegten Gastronomie und einem gut ausgebauten öffentlichen Personennahverkehr. Schweizer lobte dabei insbesondere das Konus-Angebot, bei dem Übernachtungsgäste in den teilnehmenden Gemeinden kostenlos Bus und S-Bahn in der Region nutzen könnten. Auch das Radfahren werde immer wichtiger für den Tourismus in der Region, verwies Schweizer auf den geplanten Fahrraderlebnisweg. Große Bedeutung misst er den weiteren Projekten Medienentwicklung und Tourismus-Konsolidierung bei. Diese würden der Region helfen, die erfolgreiche Arbeit nach Ablauf der Plenum- Förderkulisse fortzusetzen. Kritik äußerte der Vogtsburger Bürgermeister an den Retentionsflächen am Rhein; hier gingen wertvolle Naherholungsgebiete verloren.

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Dass gerade ausländische Touristen an Deutschland die Landschaft, die Natur aber auch immer mehr die Freundlichkeit der Menschen schätzen, berichtete Annette Senn, Leiterin der Breisach- Touristik in ihrem Geschäftsbericht über die Arbeit der aktuell 399 Mitglieder zählenden KTT. Insgesamt hätten 2009 knapp 185 000 Gäste die rund 450 Beherbergungsbetriebe in der Region mit ihren cirka 4500 Betten besucht. Dies sei eine Zunahme von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, insgesamt wurden rund 533 000 Übernachtungen gezählt. Der Gast bleibe aber im Schnitt weniger als drei Tage.

Anette Senn berichtete vom Marketing der KTT auf überregionalen Messen, aber auch mit Anzeigen und Reportagen in Zeitungen, Zeitschriften, Radio- und Fernsehsendungen. Es gebe eine enge Zusammenarbeit mit der Schwarzwald-Tourismus GmbH, auch in der Schweiz, Österreich und den Benelux-Ländern werbe der Verein für die Region. 2009 wurden 28 000 Euro für Werbung ausgegeben worden, hinzu kämen Veranstaltungskalender und Gastgeberverzeichnisse.

Insgesamt habe der Verein im vergangenen Jahr rund 105 000 Euro eingenommen und 124 000 Euro ausgegeben, informierte Rechner Georg Selinger die Anwesenden. Der Verlust begründe sich damit, dass bestimmte Plenum-Fördergelder schon im Jahr 2008 eingenommen wurden, aber die Projekte erst im Folgejahr realisiert werden konnten. Für das laufende Haushaltsjahr rechnet Selinger, der wie Vorstand und Beirat später einstimmig entlastet wurde, mit Einnahmen und Ausgaben von rund 120 000 Euro.

Dass Kundenorientierung in Zeiten des demografischen Wandels bedeute, auf das wachsende Potenzial von Senioren als Urlauber zu reagieren, betonte Clemens Heckner, Inhaber eines Büros für Seniorenpflegeurlaub, in einem Vortrag. Senioren hätten im Gegensatz zu den jüngeren Leuten mehr Zeit und Geld, um auf Reisen zu gehen. Hier eröffne sich ein großes Kundenpotenzial. "Senioren sind vielleicht nicht gut zu Fuß, aber nicht behindert", betonte Heckner. Sie hätten jedoch ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis. Je wohler sie sich an einem Ort fühlten, umso länger blieben sie dort. Und Senioren seien die besten Werbeträger. Letztlich könne ein Gastgeber mit einigen kleinen technischen und organisatorischen Verbesserungen dem Sicherheitsbedürfnis Rechnung tragen. Dabei gehe es in der Unterkunft vor allem um die Sturzprävention, aber auch um die Erreichbarkeit von Ärzten und Pflegediensten.

Über das Plenum-Projekt Naturgarten- Kaiserstuhl und die daraus entstandene Marke "Kaiserlich genießen" berichtete Plenum-Geschäftsführerin Diana Pretzell. Die Förderkulisse des Landes werde 2014 auslaufen, dann solle die von vielen regionalen Institutionen getragene "Naturgarten Kaiserstuhl GmbH" die Arbeit im Bereich Tourismus, Marketing und Regionalförderung langfristig übernehmen. Dazu gehörten auch die regionalen Produkte, die unter der Marke "Kaiserlich genießen" vertrieben werden, wofür auch die zweiten Kaiserstuhltage am 17. und 18. Juli in Burkheim werben.

Das Projekt Themenpfade werde mit der Eröffnung des Burgunderpfads am 13. Mai abgeschlossen. Insgesamt gebe es 160 Kilometer Themenpfade auf acht Achsen, hinzu kämen noch 15 örtliche Rundwege. Weitere laufende Projekte seien die Kaiserstühler Winzerhöfe und die Stadt- Land-Partnerschaften, von denen es schon drei gebe. Zwei weitere seien in Arbeit. Außerdem arbeite man an einem Naherholungskonzept für den Tuniberg, einem Miniatur- Naturgarten in Breisach und weiteren Produkten sowie Verkaufsstelle für "Kaiserlich Genießen".

Autor: schö