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02. Januar 2012

Mit blauem Auge davongekommen

Haushalt übertrifft Erwartung.

  1. Einnahmen der Gewerbesteuer fallen höher als erwartet aus. Foto: dpa

GOTTENHEIM (schö). Deutlich besser als erwartet fiel die Jahresrechnung für das Gottenheimer Haushaltsjahr 2011 aus, die kürzlich im Gemeinderat einstimmig angenommen wurde. Dennoch gab es ein Minus im Verwaltungshaushalt und Rechnungsamtsleiter Thomas Barthel sprach von einem "blauen Auge", mit dem man davon gekommen sei.

Die Entscheidung für die Sportplatzverlagerung sei 2008/09 schwergefallen, insbesondere wegen der erwarteten 1,8 Millionen Euro Defizit im Haushalt 2010, erinnerte sich Bürgermeister Volker Kieber. Doch letztlich sei sie richtig gewesen, vieles sei besser gelaufen als gedacht. So sei keine Rücklagenentnahme notwendig gewesen, auch den geplanten Kredit habe man nicht gebraucht und sogar Geld der Rücklage zuführen können. Kieber sprach von einem "super Ergebnis trotz der 376 000 Euro Defizit im Verwaltungshaushalt". Als gut und wichtig wertete es der Bürgermeister, dass es mittlerweile gelungen sei, die Gewerbesteuereinnahmen auf mehrere Schultern zu verteilen, um in diesem Bereich nicht mehr von nur einer Firma abhängig zu sein.

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6,54 Millionen Euro habe der Gesamthaushalt 2010 betragen, erläuterte Rechner Barthel die Details. Davon entfielen 4,3 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt. Hier wiederum gibt es bei der Gewerbesteuer das größte Einnahmeplus. Während vorsichtig 500 000 Euro veranschlagt wurden, konnten letztlich knapp 1,6 Millionen Euro vereinnahmt werden. Ein leichtes Plus gab es auch beim Einkommensteueranteil der Gemeinde, bei den Zuweisungen und beim Familienlastenausgleich. Sehr hoch waren hingegen die Umlagezahlungen, nicht zuletzt wegen guter Vorjahresergebnisse. So kam am Ende trotzdem ein Defizit zustande. Wesentlicher Punkt des Vermögenshaushalts war 2010 die Sportplatzverlagerung, die mit Ausgaben von 1,08 Millionen Euro deutlich geringer als veranschlagt ausfiel, weil vieles erst in 2011 abgerechnet wird. Hinzu kommen noch Sanierungen von Straßen und öffentlichen Gebäuden. So blieben im Vermögenshaushalt kurzfristig rund 480 000 Euro übrig, die der Rücklage (nun 2,5 Millionen Euro) zugeführt werden konnten.

Die Schulden der Gemeinde liegen zum Jahresende 2010 im Kernhaushalt bei 275 000 Euro, beim Eigenbetrieb Wasserversorgung bei rund 550 000 Euro und im Eigenbetrieb Abwasser bei knapp 1,4 Millionen Euro. Auch für die Eigenbetriebe Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung präsentierte Rechner Barthel später die Jahresabschlüsse 2010, die beim Wasser von Verlusten durch Rohrbrüche und beim Abwasser von hohen Investitionen in die Kanalsanierung geprägt waren. Dennoch erwirtschafteten beide Eigenbetriebe einen leichten Überschuss.

Von einem trotz der besseren Zahlen strukturellen Problem der Gemeinde sprach später Birgit Wiloth-Sacherer (SPD), die meinte, man müsse daher auch mal die Steuereinnahmen und dabei auch die Gewerbesteuer überprüfen und gegebenenfalls erhöhen. Das sei ein schlechtes Signal für die noch anstehenden Gewerbeansiedlungen, meinte hingegen Bürgermeister Kieber und Kurt Hartenbach (FWG) ergänzte, man sei doch in Gottenheim dabei, gute Strukturen zu schaffen, da könne man ruhig optimistischer in die Zukunft sehen.

Autor: schö