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12. Januar 2012
Mit Ohrwürmern der Leinwandhelden im Exil
Musikverein Gottenheim gab sein Jahreskonzert in Bötzingen.
GOTTENHEIM/BÖTZINGEN. Auch im Exil lässt es sich vorzüglich musizieren. Bereits zum dritten Mal fand das Jahreskonzert des Musikvereins Gottenheim nicht in der Tuniberggemeinde, sondern in der Bötzinger Festhalle statt. Denn die Gottenheimer Halle kann keine 400 Zuhörer aufnehmen. So ging es eben in der nahen Ferne auf die Spuren von Indiana Jones und anderen Filmhelden, denn Filmmusik war das Motto des Abends.
Actionhelden überall. Ob nun Axel Foley aus Beverly Hills Cop, Ethan Hunt aus Mission Impossible oder eben der Peitsche schwingende Archäologie-Professor Henry Jones Junior – alle waren sie musikalisch beim Jahreskonzert des Gottenheimer Musikvereins vertreten. Dieser ließ alle drei Formationen des Vereins ihr Können unter Beweis stellen.
Angefangen haben die Jüngsten unter den Musikern. Vororchester hat man das Ensemble genannt, um es von der später auftretenden Jugendkapelle abzugrenzen. Auch wenn die Kinder dort noch über wenig Erfahrung verfügen, konnte man doch auch bei ihrem Auftritt ihr Potential hören.
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So wie die Jugendkapelle, die danach musikalische Akzente setzte und in ihrem Programm bereits andeutete, in welche Richtung das Programm an diesem Abend steuern sollte. Mit der bekannten Titelmelodie aus dem Hollywood-Blockbuster "Mission Impossible" begann der Reigen bekannter Filmmelodien. Das Eröffnungsstück war gezielt positioniert. "Weil die B31 in Gottenheim aufhört ist es ja auch fast eine Mission Impossible nach Bötzingen zu kommen", kündigte einer der Jungmusiker das Stück humorvoll an. Auch ein Zusammenschnitt der Soundtracks aus E.T. und Jurassic Park, sowie der Sister-Act-Klassiker "I will follow him" rundeten das Hollywood-inspirierte Programm der Jugendkapelle ab.
Auch das nach der Pause beginnende Programm des großen Blasmusikorchesters setzte dieses Motto fort. Einzige Ausnahme an diesem Abend war das von Philip Sparke geschriebene Stück "Music for a festival", das mit seinen 13 Minuten Länge einen musikalischen Höhepunkt des Abends darstellte. Drei Sätze wies das Stück auf, die von ihrem Grundcharakter und der Geschwindigkeit sehr unterschiedlich ausfielen. Keine Filmmusik, "aber wenn es das wäre, hätte es sicherlich einen Oscar für die beste Titelmelodie bekommen", wurde das Stück von Benjamin Grünwald, der als Moderator äußerst humorvoll durch den Abend führte, angekündigt. Doch auch "Fluch der Karibik", "Axel F" oder "Two Worlds", begeisterten das Publikum durch ihre Spritzigkeit und musikalische Kraft. Mit letzterem Stück verbinden die Musiker ganz besondere Erinnerungen – es wurde auch auf der großen Konzertreise des Musikvereins nach Südkorea im vergangenen Sommer vorgetragen.
Abgeschlossen wurde das Programm durch ein musikalisches Quiz. Aus einem Medley berühmter Melodien der deutschen Fernsehgeschichte, sollte das Publikum die richtigen Namen der Serien und Shows auf einen Zettel schreiben. Diese wurden dann eingesammelt und daraus der Sieger ermittelt. Immerhin 30 von 180 Teilnehmern hatten alle Titelmelodien – von der Lindenstraße, über das Aktuelle Sportstudio bis zum Traumschiff – richtig. Manche lagen auch etwas daneben, so wie die zwei jungen Mädchen, die bei der Titelmelodie von "Wetten Dass" die deutsche Nationalhymne als Lösung aufschrieben. Aber dabei sein war auch hier alles. Und dabei sein war vor allem für die 400 Zuhörer des Neujahrskonzerts wieder ein Genus, der mit lang anhaltendem Applaus honoriert wurde.
Die Ehrungen durften an diesem Abend nicht fehlen. Das bronzene Jungmusikerleistungsabzeichen bekamen Jonas Hunn und Jonas Schwenninger. Silber ging an Jasmin Bürgi, Laurien Rösch, Selina Bösch und Karin Hartenbach. Gold erreichte Laura Wasielewski. Für 25-Jährige Mitgliedschaft wurde Klaus Wiloth von Manfred Opitz, dem Präsidenten des Blasmusikverbands Kaiserstuhl-Tuniberg mit der silbernen Ehrennadel geehrt und vom Vereinsvorsitzenden Martin Liebermann zum Ehrenmitglied ernannt.
Autor: Michael Saurer
