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12. Juli 2010
Moosverband und Bahn zahlen Rückhaltebecken
250 000 Euro für die Gemeinden trotz Zuschuss und Bahnanteil.
UMKIRCH/GOTTENHEIM (schö). Einstimmig sprachen sich die Mitglieder des Entwässerungsverbandes Moos, der die Gemeinden Umkirch und Gottenheim vor Hochwasser für 250000 Euro schützen soll, dafür aus, mit der Deutschen Bahn einen Vertrag abzuschließen, der die Bahn bei der Sanierung des Regenrückhaltebeckens "Dietenbach" mit ins Boot nimmt – weil der Ausbau der Rheintalbahn den Schutzdamm des Beckens anschneiden wird.
"Bei der Sicherheitsüberprüfung des Dietenbachbeckens im Jahre 2007 waren erhebliche Defizite am Bauwerk festgestellt worden", so Matthias Wollny vom beauftragten Ingenieurbüro "Fichtner Water & Transportation". Es habe nicht ausreichend Volumen um den heute geltenden Anforderungen gerecht zu werden, und der Bewuchs auf den Dämmen sei eine Gefahr für deren Standsicherheit.
Die Bahntrasse selber werde nun den Schutzdamm im nordwestlichen Teil tangieren, daher habe man ein Kombinationsbauwerk entwickelt, mit dem nun ein Teil des Damms die Gleise tragen und die Belastungen durch den Bahnverkehr aushalten kann. Abgesichert habe man die Berechnungen durch physikalische Modelluntersuchungen an der Uni Karlsruhe. Ein weiteres Problem des Dietenbachbeckens sieht der Ingenieur darin, dass es sich zu einem großen Teil im Wald befindet und dadurch bei Volllast viel "Geschwemmsel" auf den Durchfluss unter Schiene und Autobahn zufließen und diesen eventuell verstopfen könnte. Außerdem sei noch eine Untersuchung notwendig gewesen, ob dieser bald 90 Meter lange Durchfluss noch immer für Tiere passierbar sei. Es gebe aber hier wohl keine Verschlechterung.
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Ursprünglich sei der Baubeginn in diesem Jahr angedacht gewesen, erläuterte Wollny. Doch dies sei nach den notwendigen Gutachten und Untersuchungen nicht mehr zu schaffen. Wenn alles gut gehe, habe man aber bis zum Jahresende eine genehmigungsfähige Planung. Ein Baubeginn sei Anfang 2012 möglich. Ab dem Zeitpunkt rechnet der Ingenieur mit einer Bauzeit von rund eineinhalb Jahren. Schließlich müssten 1800 Meter Damm komplett saniert werden. Auf Nachfrage von Umkirchs Gemeinderat Erhard Haas erklärte Wollny, dass auch während der Bauphase die Funktion des Beckens immer gewährleistet sei. Danach werde das Becken, das heute statt der geplanten 430 000 Kubikmeter Wasser nur 380 000 Kubikmeter aufnehmen könne, ein Fassungsvermögen von rund 670 000 Kubikmetern haben. Der Durchlass, dessen Steuerung vollautomatisch funktionieren werde, solle bei Hochwasser vier Kubikmeter je Sekunde betragen.
Nach ursprünglicher Planung hätte die Bahntrasse, komplett durchs Becken verlaufen sollen, erläuterte Umkirchs Bürgermeister Walter Laub. Erst auf Intervention des Moosverbandes sei der Bahn die Dimension der Probleme klar geworden. Ziel sei es, die Bahn schon während der Sanierung mit ins Boot zu nehmen, damit der sanierte Schutzdamm später nicht e wieder abgerissen werden müsse. Der vorliegende Vertrag sehe nun vor, dass Bahn und Moosverband die jeweils für die durch sie verursachten Baukosten aufkommen. Die Bahn werde dabei die für die Trasse notwendige Bohrpfahlwand komplett selber zahlen, ergänzte Gottenheims Bürgermeister Volker Kieber. Außerdem beteilige sie sich mit 30,3 Prozent, an den übrigen Sanierungskosten.
Autor: schö
