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05. März 2010
Mut zu neuen malerischen Horizonten
Die Gottenheimerin Helena Hruby hat den Freiburger Jugendkunstpreis für Malerei gewonnen / Stipendium für Atelierarbeit.
GOTTENHEIM. Einen "Riesensprung" habe Helena Hruby gemacht, so das begeisterte Urteil von Malerin Ute Wilke über ihre Schülerin auf Zeit. Seit Oktober letzten Jahres durfte die 19-jährige Schülerin aus Gottenheim im Atelier der Schallstädter Künstlerin ihrer Fantasie freien Lauf lassen und neue Techniken ausprobieren, und dies unter sorgfältiger fachlicher Anleitung. Der Atelieraufenthalt war die Prämie des Jugendkunstpreises der Stadt Freiburg, den Ute Wilke gewonnen hatte.
Noch geht sie aufs Freiburger Kepler-Gymnasium, 12. Klasse, und hat vorrangig das Abitur zum Ziel. Was danach kommt, stehe noch ein wenig in den Sternen, aber dass es in Richtung Kunst gehen soll, ist für Helena Hruby klar. Schon früh begann sie, angeleitet von ihrer malenden Großmutter, mit dem Zeichnen. Sorgfältig ausgearbeitete Beistiftzeichnungen waren es denn auch, mit denen sie sich für den "2. Jugendkunstpreis Freiburg 2009" bewarb. Ausgeschrieben hatte ihn die Jugendkunstschule des Jugendbildungswerks Freiburg, geleitet von Gudula Trefzger. Im Gegensatz zu Jugendkunstpreisen in anderen Städten, bei denen es Geld zu gewinnen gibt, winken in Freiburg dreimonatige Stipendien in den sieben Kategorien Bildhauerei, Grafik Design, Mode, Architektur, Fotografie, Illustration und eben Malerei. Diesen bot Ute Wilke in Schallstadt an. Sie gehörte zur Auswahl-Jury, die sich aus vier Bewerbern in der Sparte Malerei für Helena Hruby entschied. Nun ging der zehnwöchige Kurs mit drei Stunden pro Woche und insgesamt 30 Stunden zu Ende – für die junge Stipendiatin mit dem erfreulichen Ergebnis, völlig neue Horizonte erschlossen bekommen zu haben. Denn sie lernte bei Ute Wilke, die seit 18 Jahren als Honorarkraft in der Jugendkunstschule tätig ist, viele Maltechniken und -materialien kennen. Zur Zeit beschäftigt sie sich mit großformatigen Tierporträts, insbesondere von Primaten, und war daher ein ermutigendes Vorbild für ihre junge Schülerin, es einmal mit Farbe auf der großen Leinwand zu versuchen. Heraus kamen kühne Kompositionen, die auch die bisher geübte genaue Wiedergabe von verschiedenen Motiven verraten, teils vom lebenden Modell, teils von Fotos. Aber die Bilder offenbaren auch den Mut zu Neuem. Was daraus werden könnte, hat die junge Künstlerin auch schon mal angedacht: "Bühnenbild wäre schön", verrät sie, denn das Theater, ihre zweite Leidenschaft, ist für sie als Arbeitsplatz sehr gut vorstellbar.Werbung
Die Resonanz auf die Einladung zur Bewerbung um den Freiburger Jugendkunstpreis sei beim zweiten Mal schon sehr viel besser gewesen, berichtet Ulte Wilke. Dazu habe beigetragen, dass man die Preisvergabe auf sieben Sparten ausweitete. Verbesserungswürdig sei allerdings die Bekanntmachung der Aktion: Viele der 3000 aufwendig gemachten Flyer seien in Lehrerzimmern liegen geblieben, das Regierungspräsidium habe zudem ihre Verteilung verzögert. Das Ergebnis der Wettbewerbe nun von Ende April an im Freiburger Haus der Jugend zu sehen, dem Sitz der Jugendkunstschule, die zusammen mit der Volksbank Freiburg Träger des Wettbewerbs ist. Die Vernissage ist für den 27. April, 19.30 Uhr, vorgesehen.
Autor: Anne Freyer
