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21. Februar 2011
Närrische Weltreise ab "Gottene"
Die Gottenheimer Narrenzunft Krutstorze lud ihre Gäste zu einer närrisch verzauberten Weltreise / Viele Ballettnummern.
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Die Türklinke vom Rathaus brachte „Krutschnieder“ Klaus König mit. Foto: Mario Schöneberg
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Im Schottenrock trat das Männerballett beim Zunftabend der Gottenheimer Krutstorze auf. „Die wilden 15“ Funkenmariechen zauberten Kölner Karnevalsstimmung in das Zirkuszelt, in dem gut 400 Gäste der Narrenzunft Fasnet feierten. Foto: mario schöneberg
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Foto: Mario Schöneberg
GOTTENHEIM. Eine verzauberte Reise in ferne Länder und eine verschwundene Rathausklinke am Ort: Gut 400 Narrenfreunde verfolgten am Samstagabend einen unterhaltsamen und abwechslungsreichen Zunftabend der Gottenheimer "Krutstorze".
"Ist es warm genug – wir schalten die Heizung erst bei 28 Grad ab", begrüßte Zunftvogt Lothar Schlatter die Besucher im Zirkuszelt. Schließlich hatte es im Vorjahr Beschwerden gegeben, weil ab und an ein frisches Lüftchen durchs närrische Rund gezogen war. Doch diesmal stimmte das Klima für die "verzauberte Reise", wie Moderatorin Manuela Rein den Abend nannte. Mit ihrer Assistentin, der magischen Weltkugel alias Thea Schlatter, lieferte sie sich über den Abend verteilt einige verbale Scharmützel. Doch bald schon sorgte das Mini-Ballett "die wilden 15" mit seinem kölschen Gardeauftritt für den ersten Höhepunkt des gut vierstündigen Programmabends.Dann kam die "fleischgewordene Erotik, das Kotelette der Liebe – La Signora", auf die Bühne. Sabrina Noak als gestrenge Italienerin offerierte in ihrer Regierungserklärung einige Vorschläge, wie sie als Chefin Deutschland verändern würde. Zum Beispiel durch eine Städterotation. Wenn alle Stuttgarter in Chemnitz wohnen würden und umgekehrt, gebe es den Streit um den Tiefbahnhof wohl nicht. Und wenn Ihringen und Umkirch Einwohner und Bürgermeister tauschen würden, wäre die B 31 schon längst fertig.
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Ein Ausflug ging auch in die Schweiz: Drei nicht mehr ganz taufrische Damen gönnten sich ein Wellness-Wochenende in einem Luxus-Spa und lästerten dabei über ihre besseren Hälften ab. "Was mich an meinem Mann noch reizt – jedes Wort", meinte die eine, während ihre Freundin von fünf Stellen sprach, an dem sie den Ihren noch gerne küssen würde. In Florida, Paris. Hawaii … Und warum haben Männer O-Beine? Weil Unwichtiges immer in Klammern steht.
Mit einem besonderen Fund machte "Krutschnieder" Klaus König aus sich aufmerksam. Sei doch im Ketschweg bei der Holzversteigerung eine historische Messingklinke aus dem Jahr 1801 gefunden wurden. Die natürlich versteigert werden musste, obwohl sie sich auch gut als Klöppel für die Narrenglocke eigne. Schnell erkannte Bürgermeister Volker Kieber, dass es sich um die tags zuvor verschwundene Rathausklinke handelte und bot mit. Am Ende erhielt er auch den Zuschlag, der Erlös geht in die Jugendkasse der Zunft.
Einen launigen Kurzauftritt hatte auch die Abordnung der "Herdermer Lalli", vom Gottenheimer Partnerstadtteil. Nachdem sie ihr Zunftlied zum Besten gegeben hatten, erlebten sie noch viele unterhaltsame Sketche und Tanzeinlagen. Unter anderem einen Pärchenstreit um ein Tatoo, den Besuch der recht freizügigen "Queen", eine Liebesszene von der Titanic, einen Bauchredner mit Schildkröte, zwei Damen die am Gottenheimer Bahnhof drei Tage lang auf den Sonderzug nach Venedig warten, einen abgehalfterten Drama-Boy und ein zänkisches Ehepaar, das beim Grand-Prix singen will. Fürs Auge gab es noch einen spanischen Solo-Tanz, das vom Regen zum Sonnenschein tanzende Kleine Ballett, Riverdance auf Gottenheimerisch beim Männerballett, einen USA-Ausflug mit dem Mittleren Ballett und vorm großen Finale noch die attraktiven Damen des Großen Balletts, diesmal, wie immer nur knapp verkleidet, als Eingeborene Afrikas.
Autor: Mario Schöneberg


