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05. Januar 2010

Neues Leben auf dem Lande

2009 IM BILD (II): Bauen und Planen in Zeiten der Krise.

Die Wirtschaftskrise macht vor den Gemeinden zwischen Freiburg und Kaiserstuhl nicht halt. Und doch war 2009 auch ein Jahr, in dem gleich eine ganze Reihe an neuen Vorhaben angepackt wurden, die auch dem nun begonnenen Jahr 2010 seinen Stempel aufdrücken werden. Wohnraum, Arbeitsplätze und Infrastruktur bleiben entscheidende Themen für die Entwicklung von Kommunen, auf die ihre nun neu gewählten Entscheidungsträger auch in Zeiten sich leerender Kassen so weit wie möglich Einfluss nehmen müssen. So wird also weiter fleißig geplant und gebaut. In Merdingen etwa prägten der Bau von Rückhaltebecken für den Hochwasserschutz sowie die Sanierung von Kanalisation und anderen Leitungsnetzen die Szenerie innerorts wie außerorts. Und das Tunibergdorf geht nun auch an die Ausweitung seines Gewerbegebiets, um vor allem den schon ortsansässigen Firmen Erweiter-ungschancen zu geben. In Bötzingen hat man dies schon in den Vorjahren getan und hat nun nur noch kleine Reserven. Dafür zieht die Kaiserstuhlgemeinde im Bereich Wohnen nach und hat 2009 die Erschließung der nächsten Etappe ihres Wohngebiets Nachtwaid begonnen. Die Sanierung der alten Ortskerne hat im Bereich Mühlgasse ein vorzeigbares Ergebnis gebracht und bleibt Aufgabe für weitere Jahre, ebenso wie in der Nachbargemeinde Eichstetten. Dort wurde mit der Erschließung des Baugebiets Nohl und des Gewerbegebiets Steegmatten gleich in zwei Richtungen eine Weiterentwicklung der Gemeinde vorangetrieben. In Gottenheim ist diese Entwicklung schon voll im Gange, wie man an den vielen Neubauten im Baugebiet Steinacker-Berg und den neuen Gewerbebauten im Nägelsee sehen kann. Auch im benachbarten Umkirch ist inzwischen das Gewerbegebiet komplett belegt oder für Neuansiedlungen reserviert, die in diesem Jahr erfolgen werden. Vor diesem Hintergrund erscheint es nicht abwegig, wenn nun auch March gleich ein ganz neues Gewerbegebiet erschließen will. Noch meint man den Bedarf dafür in der Region, die zu den nur noch wenigen Zuzugsräumen der Republik zählt, zu haben. Doch die Perspektiven der Gemeinden hängen zunehmend auch an der Qualität ihrer Infrastruktur, beginnend mit dem Handelsangebot über Schulen und soziale Einrichtungen bis zu schnellen Internetverbindungen. Und es muss auch eine gelebte Infrastruktur geben, zu der Vereine und bürgerschaftliches Engagement genauso zählen wie Beziehungen zwischen den Generationen und verschiedenen sozialen Gruppen. Das ist kein Selbstläufer, wie das Beispiel Gottenheims zeigt, wo einerseits ein Arche-Wohnprojekt nun doch scheiterte, andererseits die Verleihung des Kiechle-Preises aber die unleugbaren Fortschritte im Bürgerengagement belegte. Das gute Leben auf dem Lande verlangt also Einsatz, aber es lohnt ihn auch.

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Autor: Manfred Frietsch