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29. August 2008

"Optimale Ergänzung des Dorffests"

BZ-Interview mit Stefan Hess, Vorsitzender der Heimatgruppe Gottenheim, zum Kreistrachtenfest am Hahlerai-Festsonntag.

GOTTENHEIM. Am ersten Septemberwochenende feiert Gottenheim sein Hahlerai-Fest. Das alle zwei Jahre stattfindende Dorf- und Weinfest wird in seiner 17. Auflage durch das Kreistrachtenfest ergänzt, mit einem großen Trachtenumzug, mittags 14 Uhr. Unser Mitarbeiter Mario Schöneberg sprach mit dem Mitorganisator des Kreistrachtenfestes und Vorsitzenden der Heimat- und Trachtengruppe Gottenheim, Stefan Hess.

BZ: Herr Hess, der Trachtenumzug ist sicher in diesem Jahr ein Höhepunkt des Hahlerai- Festes, was erwartet die Besucher?
Hess: Nach einem kleinen Empfang für die teilnehmenden Gruppen und die Ehrengäste im Feuerwehrhaus findet die Aufstellung der Gruppen in der Tunibergstraße statt. Um 14 Uhr wird der Ihringer Schützenverein mit Böllerschüssen den Start für den Umzug freigeben. 25 Trachtengruppen und Vereine ziehen dann mit etwa 500 Teilnehmern am Gasthaus Krone vorbei in Richtung Rathaus. An der ehemaligen Tankstelle ist eine Ehrentribüne aufgebaut. Hier gibt es Vorführungen. Später werden einzelne Gruppen auch auf dem Hahlerai- Fest Tänze aufführen und musizieren.

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BZ: Wer sind die Teilnehmer?
Hess: Die Trachten- und Musikgruppen kommen aus dem gesamten Kreisgebiet, jede mit ihrer eigenen historisch begründeten Tracht. Musikalische Darbietungen gibt es unter anderem von der Trachtenkapelle Oberried, dem Musikverein Waltershofen, den drei singenden Winzern aus Ihringen und den Bundschuhpfeifern aus Lehen. Der Heimatverein March hat einen Drehorgelspieler mit dabei und  von uns wird eine Kutsche mit Ehrenmitgliedern mitfahren. Ein besonderer Leckerbissen wird sicher die Ukrainische Folkloregruppe "Tschervona Ruta" sein, die auf Einladung der Renate-Merkle-Stiftung das Kreistrachtenfest besucht.
BZ: Wie kam es dazu, dass das Kreistrachtenfest in Gottenheim stattfindet?
Hess: Ich hatte schon vor zwei Jahren die Idee, unser Hahlerai-Fest mit dem Kreistrachtenfest zu verbinden; nicht zuletzt auch, um das Fest etwas zu beleben. Doch damals war es schon vergeben. In diesem Jahr nun hatte keiner der rund 50 Trachtenvereine im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald ein Jubiläum und so konnten wir uns um das Fest bewerben. Ich habe die Idee dann der Vereinsgemeinschaft vorgetragen und die Mitglieder waren begeistert. Weil es in die Ferienzeit fällt, wird es diesmal auch nicht ganz so groß ausfallen wie sonst üblich, aber ich denke, es ist eine optimale Ergänzung für unser Dorffest.
BZ: Das ist doch sicher ein großer Aufwand für den Verein?
Hess: Das Kreistrachtenfest ist in diesem Jahr überschaubar, die meiste Arbeit hat die Vereinsgemeinschaft. Auch hilft die Bötzinger Feuerwehr bei der Absperrung. Vor elf Jahren hatten wir schon mal ein Kreistrachtenfest ausgerichtet, damals zum zehnjährigen Vereinsjubiläum mit Festbankett in der Winzerhalle. Das war eine Riesenaktion, die wir so allein mit unseren Mitgliedern heute nicht mehr stemmen könnten. Viel mehr Arbeit macht die Festvorbereitung. Wir haben einen der größten Höfe auf dem Hahlerai-Fest. Wir haben schon mit dem Aufbau angefangen, auch das Essen wird bereits vorbereitet. Und unsere Frauen haben eine große Erntekrone gebunden.
BZ: Wie kam es seinerzeit zur Vereinsgründung?
Hess: Meine Eltern waren 1986 anlässlich der 900-Jahr-Feier des Dorfes Mitinitiatoren einer Initiative zur Rekonstruktion der historischen Gottenheimer Tracht. Daraus ist dann 1987 die Heimat- und Trachtengruppe hervorgegangen, sie ist Mitglied im Bund Heimat- und Volksleben. Heute haben wir 35 aktive und 150 passive Mitglieder, befassen uns mit Brauchtum, Volkstanz und Volksliedern. Zudem gibt es noch eine Theatergruppe.
BZ: Wie sieht die Gottenheimer Tracht denn aus?
Hess: Wir tragen hier die so genannte Breisgauer Tracht, die wurde früher zum Kirchgang und bei festlichen Anlässen getragen. Die Frauen tragen ein langes Kleid mit einfarbiger Seidenschürze und einem gemusterten Seidentuch mit langen Fransen. Als Kopfbedeckung tragen sie ein besticktes Firsthäubchen mit Schlupf. Die Herren tragen einen schwarzen Gehrock mit roter Weste, eine schwarze Hose und einen passenden Hut.

Autor: Mario Schöneberg