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02. Februar 2012

Planungsstopp für B 31 erregt weiter die Gemüter

SPD-Landtagsabgeordnete Gabi Rolland sprach in Gottenheim mit Gemeindevertretern und Bürgerinitiativen.

  1. Trübe Aussichten: Am jetzigen Ausbauende der B 31 bei Gottenheim wird dieses Jahr weiter gebaut – aber nicht weit genug, für die Befürworter eines Ausbaus bis Breisach. Foto: julius steckmeister

GOTTENHEIM (schö). Viele neue Informationen und die Meinung der Menschen vor Ort habe sie mitgenommen aus einem Gespräch im Gottenheimer Rathaus, erklärte die Freiburger SPD-Landtagsabgeordnete Gabi Rolland, die sich auf Einladung von Bürgermeister Volker Kieber über den Stand der Planungen für die B 31 West und die Verkehrssituation im Dorf informiert hatte.

Roland Näger von der Bürgerinitiative aus Bötzingen verwies darauf, dass bereits 1,7 Millionen Euro für die Planungen sowie weitere 1,3 Millionen Euro für eine Brücke über die Kaiserstuhlbahn ausgegeben worden seien. Daher gelte es, die Planungen abzuschließen. Auch vor dem Hintergrund, dass die Kronen-Kreuzung in Bötzingen mit dem zu erwartenden Verkehr überfordert sei und sich dann Schleichverkehr durch Wohngebiete bilden würden.

Alexandra Dankert von der Gottenheimer Bürgerinitiative wiederum meinte, viele Mitglieder seien regelrecht enttäuscht und würden erwägen, wegzuziehen. Gemeinderat Thomas Barleon (FBL) betonte, für ihn sei die Frage entscheidend, was passiere, wenn die B 31 in Kürze zwischen Gottenheim und Bötzingen ankomme. Er kritisierte die vielen halbseidenen Formulierungen in der langen Planungsphase, die Menschen bräuchten endlich Klarheit. Jede Fraktion habe sich mittlerweile hier vor Ort schon die Klinke in die Hand gegeben.

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Sein Unverständnis, auch über die per Brief nachträglich mitgeteilten Argumente des Verkehrsministeriums, erklärte Bürgermeister Kieber. Die Finanzierbarkeit sei ein Totschlagargument, das aber zumindest die Planungen nicht stoppen dürfe. Schon heute sei der Schwerlastverkehr im Ort gefährlich. Letztlich handle es sich bei der B 31 von Tuttlingen bis nach Colmar ja auch um eine Entwicklungsachse, durch den Planungsstopp vergebe man sich Chancen für die ganze Region. Man brauche auch für die Firmen in der Region eine leistungsfähige Verkehrsanbindung. Etwas Hoffnung machte Kieber der Passus im Schreiben, dass Teillückenschlüsse und damit sinnvolle Anbindungen an bestehende Straßen trotzdem möglich seien sollen. Eventuell bekomme so der Bypass auf die Straße nach Wasenweiler doch noch eine Chance. Einig waren sich die Anwesenden, dass ein Verkehrslenkungskonzept, obwohl dringend nötig, nur schwer realisierbar und erst recht nicht kontrollierbar sei. Die Idee der grünen Abgeordneten Bärbl Mielich, Teile der Autobahn von der Maut zu befreien, damit der Schwerlastverkehr über Bad Krozingen fahre, nannte Alexandra Dankert unrealistisch.

Gemeinderat Heinz Nikola (FWG) verwies auf den schon Jahrzehnte dauernden Planungsprozess für die Straße. Es gebe sogar ein Gerichtsurteil, in dem stehe, dass der erste Abschnitt der Straße erst gebaut werden dürfe, wenn der zweite planerisch gesichert sei. Hier stelle sich die Frage der Verlässlichkeit der Politik und deren Bürgernähe. Ratskollege Clemens Zeissler (CDU) wiederum betonte, dass die Kreisstraße nach Wasenweiler schon heute marode sei und verwies auf die drohenden Rückstaus, wenn die S-Bahn einst im 15-Minuten-Takt fahren werde. Viele Ortskundige würden dann wohl doch wieder durchs Dorf fahren. Gabi Rolland versprach, die Anliegen in einem Gespräch mit Vertretern des Regierungspräsidiums und dem Verkehrsministerium anzusprechen. Anschließend nutzte sie noch die Gelegenheit, sich ins Gästebuch der Gemeinde einzutragen.

Autor: schö