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16. Januar 2012

Schäufele mit Kabarett und politischer Beikost

Regionale SPD-Größen bei Gottenheimer Traditionstreff.

  1. Horst Steenbock (von links) wird beim Schäufele-Essen der Gottenheimer SPD für 40 Jahre Parteimitgliedschaft vom Ortsvorsitzenden Manfred Wolf und Bundestagsabgeordnete Gernot Erler geehrt. Foto: privat

GOTTENHEIM (schö). Mit rund 80 Gästen ausgesprochen gut besucht war die diesjährige Auflage des Schäufele-Essens des SPD-Ortsvereins Gottenheim. Das Treffen ist mit seinen kurzen politischen Statements der Mandatsträger und kurzweiliger Unterhaltung der politische Jahresauftakt für die Sozialdemokraten der Region.

Sehr erfreut zeigte sich der Ortsvorsitzende Manfred Wolf ob der vielen Gäste, unter ihnen auch der Bundestagsabgeordnete Gernot Erler, die Landtagsabgeordneten Gaby Rolland und Christoph Bayer, Kreisrätin Ellen Brinkmann sowie Gottenheims Bürgermeister Volker Kieber. Wolf ließ es sich nicht nehmen, auch kurz die Politik im Land aus Sicht der Gottenheimer Sozialdemokraten anzusprechen. Dann stand eine Ehrung für 40 Jahre Parteimitgliedschaft an, sie galt Horst Steenbock, der auch die Glückwünsche von Gernot Erler entgegen nahm.

Später betonte der Bundestagsabgeordnete, dass die Krise in Europa noch lange nicht vorbei sei. Als Grund dafür benannte Erler den Umstand, dass sich noch niemand ernsthaft mit den Ursachen, nämlich der Immobilienblase in den USA und den Finanzspekulationen weltweit, befasst habe. Nicht mal so ein kleines Instrument wie eine Finanztransaktionssteuer habe man bisher auf den Weg gebracht. Hier müsse 2012 viel abgearbeitet werden. Eine gründliche Untersuchung mahnte Erler auch im Blick auf die Neonazimorde und die Rolle der deutschen Nachrichtendienste an. Nur über die NPD zu diskutieren bringe hingegen nicht viel. Zur Affäre um Bundespräsident Christian Wulf meinte der Bundestagsabgeordnete, die negative Wirkung auf die politische Kultur im Land würde auch alle politisch Tätigen abwerten, die ehrlich ihre Arbeit machten. Die Folgen seien sicher noch länger zu spüren, auch auf den unteren Ebenen.

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Gabi Rolland nutzte anschließend die Gelegenheit, aus dem Landtag zu berichten, dem sie seit dem Machtwechsel in Stuttgart als umweltpolitische Sprecherin ihrer Fraktion angehört. Sie lobte auch die Zusammenarbeit mit den Grünen, in den neun Monaten sei vieles bewegt worden. Doch den vom Verkehrsministerium einseitig angeordneten Planungsstopp für die B 31 bezeichnete Rolland als unschönen Akt und Kommunikationskatastrophe. Sie erklärte, sie vermisse für die Entscheidung noch immer nachvollziehbare Kriterien sowie Ideen, wie es mit dem Verkehr vor Ort weitergehen solle.

Kreisrätin Brinkmann kritisierte später die Sozialpolitik im Landkreis, insbesondere der Umgang mit Hartz-IV-Empfängern sei oftmals willkürlich. Und die Zustände im Asylbewerberheim in Kirchzarten hätten bei ihr gar für schlaflose Nächte gesorgt. Nicht zuletzt deswegen gebe es am 3. Februar einen Vor-Ort-Termin mit Integrationsministerin Bilkay Öney. Gemeinderätin Birgit Wiloth-Sacherer verteidigte die Zustimmung der SPD zum Netto-Markt, schließlich sei die Schaffung besserer Einkaufsmöglichkeiten seit langem im Wahlprogramm des Ortsvereins. An die Landesregierung gerichtet, forderte sie mit Blick auf die B 31 die im Wahlkampf versprochene Verlässlichkeit ein. Anschließend sorgten die "Hetzlacher" mit ihren kabarettistischen Darbietungen für launige Unterhaltung.

Autor: schö