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16. Juni 2011

Sport, Spiel und ein bisschen Wehmut

Pfingstturnier des Sportvereins Gottenheim ist die letzte Veranstaltung im alten Clubhaus / Erste Dorfolympiade kommt gut an.

  1. Geschicklichkeit war bei der Dorfolympiade gefragt, die der Gottenheimer Sportverein erstmals ausrichtete. Foto: Mario Schöneberg

GOTTENHEIM. Nach mehr als 30 Jahren ist das diesjährige Pfingstturnier, das am kommenden Freitag und Samstag seine Fortsetzung findet, die letzte Veranstaltung im alten Clubheim des Gottenheimer Sportvereins. Schon vor dem Umzug haben sich die Organisatoren viel Neues einfallen lassen, um Gottenheim auch zukünftig ein attraktives Sportfest zu bieten.

Reges Treiben herrschte schon am Pfingstwochenende auf der Baustelle Gottenheimer Sportplatz. Mit viel Einsatz und Improvisationstalent haben es die Organisatoren um den Vereinsvorsitzenden Björn Streicher und seinen Stellvertreter Adrian Ludwig verstanden, trotz Baustelle interessante Turniere und ein attraktives Rahmenprogramm auf die Beine zu stellen – auch wenn im extra aufgebauten Festzelt eine andere Atmosphäre herrschte, als unter der hölzernen Pergola, die bereits zum neuen, im Bau befindlichen, Clubheim umgezogen ist.

Und ebenso war die Vorbereitung diesmal anders als bisher. So mussten Flächen extra eingeebnet werden, die Baustelle selbst wurde abgesperrt und gesichert, ein separater Getränkewagen versorgte die Besucher und Teilnehmer am anderen Ende des Kunstrasenplatzes. Der neue Kunstrasenplatz mit seiner Flutlichtanlage erlaubte aber auch andere und vielfältigere Nutzungen, erläuterte Adrian Ludwig. So konnten Turniere bis spät in die Nacht stattfinden, um eine zu starke Abnutzung eines Rasenplatzes musste sich diesmal auch niemand Gedanken machen. Lob gab es von den Verantwortlichen auch für die mehr als 100 Helfer aus allen Abteilungen des Sportvereins, die in mehreren Schichten dafür sorgten, dass die Veranstaltung ein Erfolg wurde.

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Los ging das Pfingstturnier schon am Freitagabend. Erstmals fanden das Straßen- und das Vereinsturnier am gleichen Abend statt. Von den sechs Teams, zusammengestellt aus Anwohnern jeweils einer Gottenheimer Straße, erwiesen sich die Bewohner der Hauptstraße als die fußballerisch begabtesten, das anschließende Vereinsturnier gewann der Vorjahressieger, der Männergesangverein. Weil sie die Ausscheidung mittlerweile zum dritten Mal gewonnen hatten, durften die Sänger den Wanderpokal sogar behalten.

Viel los war auch beim Altherren-Turnier am Samstag. Adrian Ludwig freute sich, dass hier erstmals 18 Mannschaften teilnahmen und auch alle, die zugesagt hatten, angetreten waren. Im Finale gewann die Mannschaft von Jugoslavia Freiburg gegen den VFR Umkirch, die zwei Mannschaften der Gastgeber hielten sich hingegen vornehm zurück und belegten hintere Plätze. Am Abend gab es dann Musik mit DJ Berty im Clubheim und draußen spielten acht Mannschaften um den Mitternachts-Elfer-Cup.

Der Pfingstsonntag gehörte den Fußballbegeisterten Damen. Insgesamt 16 Mannschaften waren gekommen, zum Teil sogar von weither. Aus Düsseldorf, Schramberg, Turmringen, Lahr oder Unz -hurst waren die Frauen angereist. Gerade die von weitem angereisten Teams nutzten auch die Gelegenheit, in eigens aufgebauten Zelten am Sportgelände zu übernachten. Sieger wurden letztlich die Mädels von Wacker München, sie setzten sich in einem spannenden Finale gegen die Gastgeberinnen mit 3:1 durch. Titelverteidiger Denzlingen errang beim Turnier Platz drei, nach einem Sieg im kleinen Finale gegen die zweite Mannschaft der SG Gottenheim/Eichstetten. Am Abend wurde wiederum zu Discoklängen gefeiert.

Am Pfingstmontag gab es dann etwas völlig Neues: Weil die Jugendturniere immer weniger Teilnehmer anlockten, luden die Organisatoren erstmals zu einer Dorfolympiade ein. Als einziges Turnier, bei dem Fußball keine Rolle spielte, mussten die acht teilnehmenden Mannschaften bei lustigen, Geschick und Ausdauer erfordernden Spielen an mehreren Stationen ihr Können und ihre Teamfähigkeit unter Beweis stellen. Wie im alten Olympia bekamen die Sieger einen Lorbeerkranz überreicht. Die Mannschaften hatten dabei sichtlich Spaß, wie die meisten der insgesamt rund 700 Teilnehmer am Pfingstwochenende.

Am Freitag geht es nun mit einer weiteren Neuerung weiter, bei einem Narren-Turnier werden insgesamt 16 Narrenzünfte aus der Region bei Flutlicht gegeneinander antreten. Im Zelt sorgt derweil die Live-Band Cocktail für Partystimmung. Höhepunkt und Abschluss des Pfingstturniers ist dann das große Grümpelturnier am Samstag. Von morgens um zehn Uhr bis in die Abendstunden treten insgesamt 24 Hobbymannschaften aus Gottenheim und Umgebung gegeneinander an. Die Veranstaltung sei mittlerweile so beliebt, berichtet Björn Streicher, dass es sogar eine Warteliste gebe, falls eine Mannschaft kurzfristig ausfallen sollte. Am Abend sorgt dann DJ Pate letztmals für Stimmung im alten Clubheim, ab Sonntagmorgen wird es ausgeräumt. Anfang Juli kommt dann der Abrissbagger.

Autor: Mario Schöneberg