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25. November 2008
Sportplatzverlegung wird knifflig
Gottenheim will für Vergrößerung der Metallverwertung Sportplätze verschieben / Naturschutz und Altlast als offene Fragen
GOTTENHEIM. Der Sportplatz des SV Gottenheim soll 2010 zugunsten der benachbarten Firma Metallverwertung verlegt werden. Das beschloss der Gemeinderat einstimmig. Zudem entschied man sich für eine kompakte Anordnung der neuen Plätze im südlichen Teil des bisherigen Standorts.
Im vergangenen Jahr sei die Firma Metallverwertung mit der Bitte um weitere Erweiterungsmöglichkeiten an die Gemeinde herangetreten, erläuterte Bürgermeister Volker Kieber. Um den Standort langfristig zu sichern, seien laut der Firma rund 2,7 Hektar Erweiterungsflächen notwendig. Dazu reiche jedoch die schon geplante Erweiterung des Gewerbegebiets Viehwaid nach Norden, bis zur Trasse der B 31, nicht aus.Daraufhin hatten die Gemeinde und das Ingenieurbüro "Biechele Infra Consult" Standortvarianten für ein neues Sportgelände untersucht, berichtete Kieber, darunter auch eine Verlagerung an eine andere Stelle im Dorf oder die Verschiebung in den benachbarten Wald. Eine Verlegung weiter weg sei aber aus finanziellen Gründen auszuschließen, weil die Gemeinde kein geeignetes Grundstück habe und bei einer Bebauung im Außenbereich der Betrieb der Stadiongaststätte nicht zulässig sei.
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Bleibt also die Waldvariante. Doch sie werfe naturschutzrechtliche Probleme auf, sagte Kieber. Es handle sich um ein europäisches Vogelschutzgebiet mit Biotopen und besonders geschützten Amphibien, das zudem dem Hochwasserschutz diene. Doch müsse Gottenheim die Firma mit 60 Arbeitsplätzen und als größten Gewerbesteuerzahler am Ort halten.
Die Details zu den Plänen erläuterte Markus Biechele. Er verwies auf die 19 geprüften Varianten, zum Teil sogar mit Untervarianten. Letztlich favorisiere man eine Lösung, bei welcher der Fußballplatz und der Leichtathletikbahn um fast zwei Drittel der Platzlänge nach Süden, in den Bereich der jetzigen Tennisanlage, verschoben wird. Anstelle des Hartplatzes soll ein leicht Richtung Bahn versetzter Kunstrasenplatz angelegt werden. Zwischen diesem und der Bahnlinie soll die neue Tennisanlage entstehen, die damit nach Osten versetzt bis an den Abzugsgraben am Waldrand reichen würde. Nur so sei alles im verbleibenden Grundstück unterzubringen. Denn das ganze übrige Gelände zur Buchheimer Straße, mit den jetzigen Parkplätzen, würde an die Metallverwertung abgetreten werden. Diese übernimmt auch den Abschnitt der Buchheimer Straße bis zum Waldrand sowie das nördlich davon liegende Gelände bis zur Trasse der B 31. Die Zufahrt nach Gottenheim wird dort direkt entlang des Neugrabens gebaut, in gerader Verlängerung der vom Kreisverkehr kommenden Buchheimer Straße. Vom Beginn dieser Zufahrt abzweigend wird, parallel neben der Bundesstraße ein Fahrweg angelegt. Er führt um das künftige Werksgelände herum zum Wald und in einem Bogen, hinter dem jetzigen Abzugsgraben herum, zu den neuen Sportanlagen. Entlang dieses Weges sollen dann auch Parkplätze angelegt werden.
Für diese Zufahrt und einen Randstreifen des neuen Werksgeländes, müsste aber vom Wald etwa ein halber Hektar weg genommen werden. Kieber und der Planer halten dies für machbar, weil dieser Streifen direkt im Winkel zwischen der Bundesstraße und dem Werksareal liege und die Tierwelt sich von dort schon wegen des Lärms zurückziehen werde.
Die Kosten für das Vorhaben schätzte der Ingenieur auf rund 4 Millionen Euro, wobei nach Abzug der Grundstücksverkäufe und der Fördermittel noch mehr als 900 000 Euro von der Gemeinde zu tragen seien. Eine Unwägbarkeit ist laut Kieber noch die Altlast unter dem Sportgelände. Hier liegt Abbruchmaterial des Freiburger Schlachthofs aus den 60er Jahren, das aufbereitet werden muss.
Im Gemeinderat sahen viele die Gefahr, dass die Kosten noch höher liegen könnten. "Das ist ein Dilemma, doch auch ich habe keine andere Idee. Schließlich ist das die größte Investition der Gemeinde", erklärte Wolfgang Streicher (SPD). Für eine sorgfältige Planung und Prüfung aller Details sprach sich Birgit Wiloth-Sacherer (SPD) aus. So ein Projekt gehe nicht schwuppdiwupp. In den kommenden Monaten soll nun ein Zeitplan entwickelt werden. Parallel dazu werden Flächennutzungsplan und Bebauungsplan geändert. Mit dem Bau könne dann, laut Ingenieur Biechele, frühestens im Spätjahr 2009 begonnen werden.
GOTTENHEIM (schö). Der Sportplatz soll 2010 zugunsten der benachbarten Firma Metallverwertung verlegt werden, beschloss der Gemeinderat einstimmig. Zudem entschied man sich für eine kompakte Anordnung der neuen Plätze im südlichen Teil des bisherigen Standorts. Im vergangenen Jahr sei die Firma Metallverwertung mit der Bitte um weitere Erweiterungsmöglichkeiten an die Gemeinde herangetreten, erläuterte Bürgermeister Volker Kieber. Um den Standort Gottenheim langfristig zu sichern, seien laut der Firma rund 2,7 Hektar Erweiterungsflächen notwendig. Dazu reiche jedoch die schon geplante Erweiterung des Gewerbegebiets Viehwaid nicht aus. In Folge dessen hätten die Gemeinde und das Ingenieurbüro "Biechele Infra Consult" zahlreiche Möglichkeiten und Standortvarianten für ein neues Sportgelände untersucht, berichtete Kieber. So auch eine Verlagerung an eine andere Stelle im Dorf oder die Verlegung in den benachbarten Wald. Eine Verlegung weiter weg sei aber aus finanziellen Gründen auszuschließen, weil die Gemeinde kein geeignetes Grundstück habe und bei einer Bebauung im Außenbereich kein Gaststättenbetrieb zulässig sei. Bei der Waldvariante gebe es naturschutzrechtliche Probleme, es handle sich um ein europäisches Vogelschutzgebiet mit Biotopen und besonders geschützten Amphibien, das zudem dem Hochwasserschutz diene. Letztlich sei es für Gottenheim aber wichtig, die Firma mit 60 Arbeitsplätzen und als größten Gewerbesteuerzahler hier am Ort zu halten. Die Details zu den Plänen erläuterte anschließend Markus Biechele. Er verwies nochmals auf die 19 geprüften Varianten, zum Teil sogar mit Untervarianten. Letztlich favorisiere man nun eine Lösung mit einer Fußball- und Leichtathletikkampfbahn in Nord/Süd – Ausrichtung im Westen, einem wettkampfgerechten Kunstrasenplatz im Osten und einer Verlagerung des Tennisgeländes um rund 100 Meter nach Osten. Nur so sei alles im verbleibenden Grundstück unterzubringen und die Metallverwertung könnte für optimale Betriebsabläufe ein quadratisches Grundstück bekommen. Einzig für die Zufahrt müssten rund 5000 Quadratmeter Wald weichen. Dies sei aber leichter machbar, weil er direkt an der neuen B 31 liege und sich vermutlich die Tierwelt wegen des Lärms eh von dort zurückziehen werde. Die Kosten für das ganze Vorhaben schätzte der Ingenieur auf rund 4 Millionen Euro, wobei nach Abzug der Grundstücksverkäufe und der Fördermittel noch mehr als 900.000 Euro von der Gemeinde zu tragen seien. Im Gemeinderat sahen viele die Gefahr, dass die Kosten noch höher liegen könnten. "Das ist ein Dilemma, doch auch ich habe keine andere Idee. Schließlich ist das die größte Investition der Gemeinde, noch größer als die mal geplante Halle", erklärte Wolfgang Streicher (SPD). "Das ist eine Summe die weh tut, dennoch kann ich zustimmen, trotz Bedenken". Für eine sorgfältige Planung und Prüfung aller Details sprach sich zudem=2 0Birgit Wiloth-Sacherer (SPD) aus. So ein Projekt gehe nicht schwuppdiwupp. Und ganz wichtig sei es, dass der Gemeinderat seiner Aufsichtspflicht nachkomme. In den kommenden Monaten soll nun ein Zeitplan für das weitere Vorgehen entwickelt werden. Parallel dazu werden Flächennutzungsplan und Bebauungsplan geändert. Mit dem Bau könne dann laut Ingenieur Biechele frühestens im Spätjahr 2009 begonnen werden.
Autor: Mario Schöneberg und Manfred Frietsch


