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27. Januar 2009
Stabwechsel vor dem Platzwechsel
Björn Streicher folgte Dieter Merkle an der Spitze des SV Gottenheim / Sportplatzverlegung bestimmt Zukunftsplanung
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Der frisch sanierte Hartplatz des SV Gottenheim soll durch einen Kunstrasenplatz ersetzt werden. Für die Betriebserweiterung der Metallverwertung werden die Sportheime des SV (rechts) und des Tennisclubs abgerissen. Die Holzpergola des SV (Mitte) wird versetzt. Foto: SEBASTIAN EHRET
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Der neu gewählte Vorsitzende des SV Gottenheim, Björn Streicher (rechts) übergab seinem Vorgänger Dieter Merkle (links) die Ernennungsurkunde zum Ehrenmitglied. Foto: Sebastian Ehret
GOTTENHEIM. Der Sportverein Gottenheim steht vor einem Umzug. Die geplante Verschiebung des Sportgeländes mitsamt dem Neubau eines Vereinsheims bildete einen Schwerpunkt der Hauptversammlung. Auf ihr wurde Björn Streicher als Nachfolger von Dieter Merkle zum Vorsitzenden gewählt.
Der Umzug kommt nicht aus eigenem Antrieb. Den Anstoß geben die Erweiterungspläne der unmittelbar benachbarten Metallverwertungsgesellschaft. Um das Unternehmen als größten Steuerzahler am Ort zu halten, will die Gemeinde daher das Sportgelände des SV Gottenheim und ebenso auch das Areal des benachbarten Tennisclubs verschieben.Der scheidende Vereinsvorsitzende erläuterte den versammelten Vereinsmitgliedern das ganze Vorhaben. Damit die Umsetzung reibungsloser verlaufen könne habe der Verein auch einen eigenen Bauausschuss installiert, erklärte Merkle, der in diesem Ausschuss tätig sein wird. Die Notwendigkeit der Verschiebung stellte er nicht in Frage, betonte aber, dass man über den geplanten Standort im hinteren Bereich des Areals "nicht glücklich" sei. Er wies aber darauf hin, dass andere Standorte von der Gemeinde nicht finanzierbar seien. Ziel des Sportvereins und des Tennisclubs sei es, in Kürze eine "vernünftige Lösung" zu finden. Die Sportanlagen samt Clubhäusern würden neu errichtet ohne dass den Vereinen eine finanzielle Belastung entstehe. Die Gemeinde mit Bürgermeister Volker Kieber führe mit den Vereinen gute Gespräche. Dies unterstrich auch der Bürgermeister in seiner Stellungnahme. Er erinnerte, dass insgesamt 19 Varianten auf dem Prüfstand gewesen seien. Für die Sportvereine sieht er es auch als gute Sache, dass man neue Sportanlagen auf modernem Niveau verwirklichen könne.
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Sorgenfalten bereitet der Kommune noch die Finanzierung. Rund 3,4 Millionen Euro soll die Verlegung kosten, wobei bei der Gemeinde eine Deckungslücke von 1,3 Millionen Euro noch geschlossen werden müsse, erklärte Kieber. Rechtlich problematisch sei noch der Flächenbedarf im geschützten FFH-Gebiet am Waldrand. Rund 5000 Quadratmeter – also weniger als die ursprünglich geplanten drei Hektar – werden in dem unter die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinien der EU fallenden Waldgebiet für die Sportflächenverlegung benötigt, um die Realisierung umzusetzen. Gutachten sollen nun die Verträglichkeit dieser Inanspruchnahme des Schutzgebiets unter die Lupe nehmen. Kieber unterstrich: "Wir müssen das Vorhaben gemeinsam auf den Weg bringen." Arbeitsplätze im Ort und die möglichen Einnahmen aus der Gewerbesteuer wurden als Gründe der Notwendigkeit angeführt. Mitte des Jahres soll die Planungsphase abgeschlossen werden, so sei das Nahziel, erläuterte Kieber.
Der Wechsel an der Spitze des Sportverein Gottenheim (SVG) ist vollzogen. Björn Streicher tritt die Nachfolge von Dieter Merkle als Vorsitzender an. Für diesen gab es zum Abschied einen von Adrian Ludwig initiierten Film- und Gesangsbeitrag unter dem Thema "30 Jahre Leben für den SVG". Merkle war beim SVG aktiver Fußballer, Jugendtrainer und Schiedsrichter gewesen. Über 24 Jahre gehörte er zudem dem Vorstand an und seit 1995 war er Vorsitzender. Ihm zu Ehren trugen die "fünf Gottemer Tenöre" das und selbst getextete Lied "Nie gehst du so ganz vom SVG" vor. Zudem wurde Merkle zum Ehrenmitglied ernannt.
Die Tätigkeitsberichte aus den drei Abteilungen Fußball, Leichtathletik und Turnen/Gymnastik ergaben, dass die die Jugendarbeit Früchte trägt. Hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind bislang die beiden Aktivmannschaften im Fußball. Die Alt-Herrenmannschaft hat sich s neu formiert. Das Aushängeschild der SVG-Frauen, die erste Damenmannschaft, rangiert in der Verbandsliga derzeit auf Platz sieben.
Rechner Bernd Kiefer erläuterte, dass 2008 trotz der Sanierungskosten für den Hartplatz (10 000 Euro) mit einem Jahres-überschuss abschloss.
Für die Vereinsarbeit dankten Bürgermeister Volker Kieber und für die Vereine deren Sprecher Walter Hess. "Der Sportverein ist ein wichtiger Verein mit vielfältigen Angeboten für unsere Bürger," sagte Kieber. Für den Förderkreis sagte dessen Vorsitzender Thomas Zimmermann dem SVG weiter Unterstützung zu.
Ehrungen: Ehrennadel in Gold für 25 Jahre Aktivität an Nobert Lambrecht, in Silber für 10 Jahre an Karin Brunnenkant und Adrian Ludwig. Wahlen: Björn Streicher, Vorsitzender; Sunja Noak, Schriftführerin; Timo Wiedemann, Jugendleiter; Markus Morath/Tobias Hafner, beide Spielausschuss; Stefanie Erschig, Frauenbeauftragte (Eva Mamier). Mitglieder: 724 (Vorjahr 205) davon 282 Jugend.
Internet: http://www.svgottenheim.de
Autor: Sebastian Ehret


